Fukushima aktuell: Keine Cäsiumbelastung in Mahlzeiten

Fukushima aktuell: Keine Cäsiumbelastung in Mahlzeiten

853
0
TEILEN
Artikelbild - Essen in Tokyo (Foto: Copyright by KJ)
Nach Fukushima-Krise: Lebensmittelsicherheit bleibt Thema (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Auch wenn die Küstenregion Ostjapans seit dem Tohoku-Großbeben bislang 12.077 Nachbeben erlebte, ist der Wille zum Wiederaufbau offenbar ungebrochen. Diesen Schluss kann man zumindest aus den Berichten über Fortschritte ziehen.

Dennoch stellt das AKW Fukushima heute immer noch ein Risiko dar, das nicht unterschätzt werden darf. Die entsprechenden Fukushima News zu den jüngsten Entwicklungen gibt es nun  im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Keine Cäsiumbelastung in Fukushima-Mahlzeiten
  • Offizielle Zahlen zu Tohoku-Opfern
  • Grundstücke für Zwischenlager noch nicht gesichert
  • Früherer TEPCO-Angestellter hilft Betroffenen
  • Großteil der Senioreneinrichtungen wieder in Betrieb
  • Werte an unterirdischem Lagertank schwanken

Keine Cäsiumbelastung in Fukushima-Mahlzeiten: Das zweite Jahr in Folge ergab eine jährlich durchgeführte Untersuchung keine Belastung mit radioaktiven Cäsium in zubereiteten Mahlzeiten von Bürgern der Präfektur Fukushima.

Als Teil der Untersuchung wurden zwischen Juli vergangenen Jahres und dem vergangenen Monat die Mahlzeiten aus 100 Haushalten in der Präfektur kontrolliert. Die teilnehmenden Familien wurden angewiesen, einfach eine zusätzliche Portion für die Studien zuzubereiten.

Die getesteten Speisen wurden mehrheitlich mit lokal produzierten Produkten und gewöhnlichem Leitungswasser zubereitet (Trinkwasser aus Fukushima hatte in der Vergangenheit bereits Preise gewonnen).

Professor Makoto Sato, der bei der Dekontamination berät und an den Untersuchungen beteiligt war, führt die positiven Ergebnisse auch auf besseres Wissen der Verbraucher zurück.

Eine Untersuchung der Vereinigung japanischer Verbraucherverbände testete Mahlzeiten aus 263 Haushalten in 19 Präfekturen, darunter auch Tokyo und Fukushima. Auch in diesem Fall wurde kein radioaktives Cäsium nachgewiesen.

Über die aktuellen Ergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Obwohl die EU die Importbestimmungen lockerte und einige Staaten wie Indonesien die Lebensmittelimporte bei Nachweis eines Sicherheitszertifikats erlauben, ist das internationale Misstrauen trotz aller Informationskampagnen immer noch hoch.

Offizielle Zahlen zu Tohoku-Opfern: Die Nationale Polizeibehörde (NPA) veröffentlichte gestern die aktuellen Angaben zu Toten und Vermissten nach dem Tohoku-Großbeben und dem damit verbundenen Tsunami.

Demnach gibt es in 12 Präfekturen insgesamt 15.894 Todesopfer. Davon entfallen 15.827 auf die drei am schwersten betroffen Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi. Von diesen Todesopfer konnten 75 Leichen bislang noch nicht identifiziert werden.

Die meisten Toten hat die Präfektur Miyagi zu beklagen (9.541) gefolgt von Iwate (4.673) und Fukushima (1.613). Für viele Angehörige ist jedoch der Umstand belastender, dass 2.562 Personen offiziell noch als vermisst gelten und über ihren Verbleib nichts bekannt ist.

Über die aktuellen Zahlen berichteten Kyodo, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Grundstücke für Zwischenlager noch nicht gesichert: Japans Regierung sieht sich beim geplanten Bau des Lagers für Dekontaminationsabfälle auf dem Gebiet der Gemeinden Futaba und Okuma immer noch unter Druck.

Bislang sind lediglich zwei Prozent der benötigten Fläche von 16 Quadratkilometer vertraglich zugesichert, denn nur 69 der etwa 2.300 Grundstückseigentümer haben sich bislang auf Verkauf, oder Verpachtung ihres Besitzes an die Regierung einigen können.

Obwohl sich die Anlage somit noch im Bau befindet, wurden in der Vergangenheit erste Testlieferungen durchgeführt. Die herbeigeschafften 40.000 Kubikmeter an kontaminiertem Erdreich und Pflanzenresten machen jedoch gerade einmal 0,2 Prozent der Gesamtmenge aus.

Daher erfolgt die provisorische Lagerung an 1.100 offiziellen Standorten – und seit nunmehr fünf Jahren in 127.000 improvisierten Lagern auf dekontaminierten Privatgrundstücken, Sportanlagen und anderen Orten. Über die aktuellen Zahlen berichtete die NHK.

Früherer TEPCO-Angestellter hilft Betroffenen: Zweimal pro Monat hält ein früherer Angestellter des Kraftwerksbetreiber TEPCO kleine Informationsveranstaltungen ab, auf denen er den Zustand und die Entwicklung am AKW Fukushima Daiichi erklärt.

Der 35 Jahre alte Akihiro Yoshikawa verzichtet dabei auf wissenschaftliche Begriffe zu Strahlungseinheiten, sondern versucht konkrete Aufklärung zu leisten.

Im Bezug auf die radioaktiven Abwässer berichtete er beispielsweise vom zunehmenden Lagerungsproblem aufgrund des Platzbedarfs. Möglicherweise müsse man langfristig sogar mit der Lagerung in der Nähe von Wohngebieten rechnen.

Da die vollständige Stilllegung der Anlage mindestens 40 Jahre in Anspruch nehmen wird, sieht es Yoshikawa als bedeutungsvoll an, dass die Menschen, wie jene beim Treffen in Minamisoma verstehen können, worum es geht und die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Über die persönliche Initiative berichtete die jiji.

Großteil der Senioreneinrichtungen wieder in Betrieb: Fünf Jahre nach den Tohoku-Katastrophen haben 252  der 266 Pflegeheime und damit 95 Prozent in den drei Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi, wieder ihre Arbeit aufgenommen.

Bereits Ende März des Vorjahres waren in der Präfektur Iwate alle Einrichtungen mit Ausnahme eines Heims, das geschlossen wird, wieder im Einsatz.

Die Präfektur Fukushima steht mit einer Wiederinbetriebnahme von 70 Prozent der dortigen Einrichtungen im Vergleich zu den Nachbarpräfekturen hinten an, was auf die Folgen der Kraftwerkskatastrophe zurückzuführen ist. Über die dennoch positiven Zahlen berichtete die jiji.

Werte an unterirdischem Lagertank schwanken: Nachdem Anfang des Monats ein Anstieg von radioaktivem Material in Grundwasserposten nahe eines unterirdischen Lagertanks für Aufsehen gesorgt hatte, misst TEPCO dort schwankende Werte an Betastrahlern, zu denen auch Strontium gehört.

Waren etwa am Kontrollposten A4 zuvor noch 870 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurden, zeigten jüngste Ergebnisse nun einen Rückgang auf 430 Becquerel. Im Gegenzug stieg der Wert am Kontrollposten A10 von 24 Becquerel auf 270 Becquerel pro Liter an.

An anderen Grundwasserposten wurden dagegen keine weiteren Abweichungen festgestellt. Insbesondere auf der Küstenseite wurden keine Auffälligkeiten gemeldet. Dennoch beobachte man die Entwicklungen weiter, teilte TEPCO mit.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT