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Fukushima aktuell: Keine Spur von Brennelementen in Reaktor 1

AKW-Betreiber TEPCO klammert sich nun an letzte Hoffnung

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Eine Woche nach der Katastrophe (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Brennelemente-Suche verlief erfolglos (Symbolfoto: TEPCO)

Aktuelle Fukushima News aus Japan haben im Bezug auf die jüngste Robotermission im gleichnamigen AKW Fukushima heute alles andere als erfreuliche Meldungen zu bieten.

Jetzt sucht man nach dem letzten wissenschaftlichen Strohhalm, um aus dem fehlgeschlagenen Einsatz doch noch einen Erfolg zu machen. Die genauen Umstände gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Keine Spur von Brennelementen in Fukushima-Reaktor 1
  • Positive Dekontaminationstendenz in Sperrgebieten
  • Strahlungsmessposten zur Ermutigung der Rückkehrer aufgestellt
Keine Spur von Brennelementen in Fukushima-Reaktor 1

Die beendete Robotermission in Reaktor 1 ist letztlich als Fehlschlag anzusehen. Selbst durch die zuvor nicht geplante Verlängerung des Robotereinsatzes konnte kein direkter Hinweis auf geschmolzenes Material im Sicherheitsbehälter erbracht werden.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte daraufhin die Hoffnung gehegt, zumindest durch die Analyse der dortigen Strahlungsmessungen eine indirekte Lokalisierung des Materials errechnen zu können.

Am Montag gab das Unternehmen bekannt, auch die erste Analyse des Bildmaterials und der Radioaktivitätswerte böten keinen Hinweis darauf, wohin die zusammengeschmolzene Masse (Corium) hingelangt sein könnte.

Obwohl das Dosimeter auch die Radioaktivität im dortigen Kühlwasser und an mehreren Standorten erfasste, konnten Werte zwischen 1,5 und 11 Sievert pro Stunde keine eindeutige Antwort auf die Frage liefern.

Sandartige Ablagerungen und Rohre verhinderten jedoch eine Messung am Boden des Behälters, so dass nur Werte aus einer Distanz von 90 Zentimetern zum Boden gemessen werden konnten. Zwar waren an dortigen Öffnungen die Werte höher, jedoch nicht ausreichend als Beweis.

Dieser Fehlschlag gefährdet womöglich den Zeitplan für die Stilllegung der Anlage, denn bis Ende des Sommers will TEPCO eigentlich eine Entscheidung zur Bergung geschmolzener Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 fällen.

Will man den Plan einhalten, so wäre man dazu gezwungen, Bergungsversuche ohne genaue Kenntnisse des Standorts durchzuführen, was kostenintensiv und vermutlich auch wirkungslos wäre.

Eine letzte Chance gibt es allerdings noch: TEPCO setzt nun auf eine detaillierte Analyse, deren Ergebnisse in einem Monat vorliegen sollen. Über das Dilemma berichteten Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Positive Dekontaminationstendenz in Sperrgebieten

Eine Forschergruppe der japanischen Atomenergiebehörde JAEA, veröffentlichte gestern die Prognosen für die erwartete Wirksamkeit der Dekontaminationsmaßnahmen in Gebiete, in die derzeit eine Rückkehr noch schwierig ist.

Dazu wurde eine Karte veröffentlicht, auf der in fünf Farben die verschiedenen Entwicklungen nachvollziehbar dargestellt werden.

Demnach wurde das Gebiet mit Strahlungswerten über 2,5 Mikrosievert pro Stunde durch Dekontamination von 46 Prozent der Fläche  auf sieben Prozent reduziert. Gebiete unterhalb von 2,5 Mikrosievert pro Stunde würden demnach 93 Prozent der Flächen ausmachen.

Der Anteil der Gebiete mit weniger als einem Mikrosievert pro Stunde, nahm durch Dekontamination massiv zu und stieg von 10 auf 55 Prozent. Die daraus resultierenden Prognosen zeigen einen weiterhin positiven Trend.

So wird das Gebiet mit weniger als einem Mikrosievert, nach fünf Jahren 79 Prozent, nach zehn Jahren 87 Prozent und nach 20 Jahren 93 Prozent der jetzigen Fläche ausmachen. Über die Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Strahlungsmessposten zur Ermutigung der Rückkehrer aufgestellt

In einem Versuch, die Einwohner von Iitate zur Rückkehr zu bewegen, hat die Verwaltung weder Kosten noch Mühen gescheut und einen besonderen Messposten an der Präfekturstraße Nr. 12 aufgestellt.

Der 3,2 Meter hohe und 1,2 Meter breite Posten trägt auf der Vorderseite eine Willkommensbotschaft und auf der Rückseite die Bitte, bald wiederzukommen. Die Einweihungsfeier fand am gestrigen Montag statt.

Gekostet hat die Werbemaßnahme insgesamt 16,4 Millionen Yen. Der Betrag wird durch den Fond der Behörde für Wiederaufbau gedeckt. Insgesamt gibt es 150 Messposten in der Ortschaft, deren Ergebnisse dann online eingesehen werden können.

Über den ungewöhnlichen Schritt, Sicherheit und Werbung miteinander zu verbinden, berichteten Präfekturmedien.

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