Fukushima aktuell: Kinderärzte sollen Krebskontrollen reduzieren

Fukushima aktuell: Kinderärzte sollen Krebskontrollen reduzieren

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Artikelbild - Schilddrüse (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Zweifel an der Statistik von Schilddrüsenkrebs bei Kindern (Grafik: pd)

Eine aktuelle Forderung, Krebskontrollen bei Kindern zu reduzieren, dürfte in der Präfektur Fukushima heute ebenso Aufmerksamkeit erregen, wie bei internationalen Lesern.

Daneben gibt TEPCO die Verschiebung von Arbeiten bekannt und veröffentlicht dazu einige interessante Einzelheiten. Die Details zu diesen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. August 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Kinderärzte in Fukushima sollen Schilddrüsentests reduzieren
  • Robotereinsatz an Reaktor 2 auf Januar 2017 verlegt
Kinderärzte in Fukushima sollen Schilddrüsentests reduzieren

Wie Kazuhiro Oga, Vorsitzender der kinderärztlichen Vereinigung der Präfektur Fukushima gestern bekannt gab, gibt es Anträge auf eine Reduzierung des Umfangs der Schilddrüsenkontrollen.

Die Forderung stammt von Patienten, bei denen bereits Schilddrüsenkrebs diagnostiziert wurde, bzw. Krebsverdacht besteht. Sie erklären, die bisherigen Kontrollen würden die Kinder und ihre Eltern beunruhigen und verunsichern.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Forderung nach Reduzierung der Schilddrüsentests (Abb. symbolisch, pd)

Geht es nach ihnen, so sollen die Gesundheitskontrollen künftig nur noch mit Einverständnis der jeweiligen Person erfolgen.

Der Präfekturverband der Kinderärzte unterstützt dieses Anliegen und fordert eine Überarbeitung des bislang genutzten Konzepts.

Nach Angaben von Oga sei selbst bei einer Verringerung der Untersuchungen der Nachweis von Strahlungsfolgen bzw. deren Nichtvorhandensein immer noch möglich.

Die Petition wurde dem Leiter des Büros für Gesundheitswesen und Soziales, Takatoshi Ide überreicht. Der erklärte, zu einer Überarbeitung der Schilddrüsenkontrollen gäbe es verschiedene Meinungen, die man künftig im Gesundheitskomitee besprechen müsste.

Im Gegensatz zur Forderung der kinderärztlichen Vereinigung wurde bereits am Dienstag auf einem Treffen betroffener Familien betont, dass eine Früherkennung von Krebs wichtig sei und eine Petition verfasst, in der eine Weiterführung des bisherigen Screenings verlangt wird.

Über die unterschiedlichen Haltungen berichteten Präfekturmedien

Robotereinsatz an Reaktor 2 auf Januar 2017 verlegt

Kraftwerksbetreiber TEPCO verlegt den für Jahresende angekündigte Einsatz eines Roboters in Reaktor 2 frühestens auf den Januar 2017. Das gab das Unternehmen gestern bekannt. Daneben gibt es nun weitere Details zum künftigen Vorgehen.

Da die Strahlungsbelastung in der Nähe des Rohrs, das dem Roboter als Zugang in den Sicherheitsbehälter dienen soll, extrem hoch ist, wurde auch eine neue Abschirmung für die Arbeiter entwickelt.

Der kastenartige Bleischild reduziert die radioaktive Belastung, der die Angestellten dort ausgesetzt werden. Für den Roboter geplant ist eine Umgebungsbelastung von 20 Millisievert pro Stunde.

Durch Verwendung des Schutzschildes soll die Strahlung in der Nähe des Rohres, die auf mindestens 100 Millisievert geschätzt wird, auf Werte zwischen 6,1 bis 19,4 Millisievert gesenkt werden.

Das Unternehmen hatte zuvor eine Kontamination durch Entfernung der obersten Bodenschicht erwogen. Die Effektivität der Bleiabschirmung macht diesen Schritt nach Ansicht von TEPCO überflüssig.

Der ursprüngliche Einsatztermin des Roboters war der August vergangenen Jahres. Ob die Maßnahme im kommenden Januar durchgeführt werden kann, bleibt abzuwarten. Über die neuen Informationen berichteten Präfekturmedien.

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