Start Aktuelles Fukushima aktuell: Komplette ALPS-Anlage soll wieder in Betrieb gehen

Fukushima aktuell: Komplette ALPS-Anlage soll wieder in Betrieb gehen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Adsorptionsturm der ALPS-Anlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Teil des ALPS im März 2013 (Foto: TEPCO)

Zu Beginn dieser Woche können am AKW Fukushima heute zwar mehrere positive Meldungen gemacht werden, allerdings täuschen auch sie nicht über die immer wieder auftretenden Probleme und langfristigen Schwierigkeiten hinweg. Somit gibt es auch an diesem Pfingstmontag Fukushima News, im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Juni 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • ALPS-Einheit neu gestartet
  • Vierte Verklappung von Grundwasser
  • Leck an Entsalzungseinheit aufgetreten
  • Gesichtskontamination bei Fukushima-Arbeiter
  • Stilllegungsdorf am AKW Fukushima geplant
  • Robotikzentrum für Fukushima vorgesehen

ALPS-Einheit neu gestartet: Nachdem zuletzt am Querstromfilter mehrfach Eintrübungen durch nicht ausreichend gefiltertes Wasser aufgetreten waren, hatte TEPCO das Multinuklid-Filtersystem ALPS am 20. Mai vollständig abgestellt und erst drei Tage später zumindest Einheit B neu starten können.

Nachdem bei Untersuchungen an Einheit A feine Kratzer und Schäden am Dichtflansch entdeckt worden waren, beschloss der Kraftwerksbetreiber, die beschädigten Teile durch eine überarbeitete Querstromfiltration zu ersetzen. Nach einer Reinigung wurde Einheit A am heutigen Montag um 10:14 Uhr wieder neu gestartet.

Auch die Vorrichtung an Einheit C soll ersetzt und die Anlage anschließend neu gestartet werden. Als Neustarttermin für die letzte der drei Einheiten wurde der 19. Juni genannt.

Vierte Verklappung von Grundwasser: Kraftwerksbetreiber TEPCO nutzt zur Reduzierung der anfallenden Mengen radioaktiver Abwässer seit Ende Mai ein System zur Grundwasserumleitung, das aus den Bergen stammendes Grundwasser in Sonderbehälter umleitet. Dort wird das Wasser zunächst auf die Einhaltung von Grenzwerten kontrolliert und anschließend in den Pazifik geleitet.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Bei der ersten Verklappung am 21. Mai, betrug die Menge an Grundwasser insgesamt 561 Tonnen, bei der zweiten Verklappung am 27. Mai folgten weitere 641 Tonnen und bei der dritten Verklappung am 2. Juni, wurde die verklappte Menge auf 833 Tonnen Grundwasser gesteigert.

Am Sonntag fand die vierte Verklappung statt. Aus dem Sonderbehälter Gr-1 wurden zwischen 10:00 Uhr und 16:22 Uhr weitere 1.563 Tonnen in den Pazifik eingeleitet.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO, gab es auch bei der Maßnahme vom Samstag keine Zwischenfälle.

Leck an Entsalzungseinheit aufgetreten: Am heutigen Montag entdeckte ein Angestellter gegen 10:15 Uhr, dass an einem Tank der Entsalzunganlage, im Norden des Bereichs F in den Anhänger ausgelaufen war. Da sich die Entsalzungseinheit selbst auf dem Anhänger befand, verbreitete sich das Wasser auf einer Fläche von 1,5 x 5 Metern und erreichte eine Tiefe von etwa drei Millimetern.

Die Entsalzungseinheit wurden um 10:20 Uhr abgeschaltet und die Stelle an der das Wasser mit einer Frequenz von zwei Tropfen pro Sekunde tropfte mit einem Plastikbeutel gesichert. Da sich der Anhänger mit der Anlage in einem gesicherten Bereich befand, gelangte kein Wasser in die Umwelt.

Erste Dosimetermessungen erfolgten im Abstand von etwa einem Metern zum Boden, sowie in einem Zentimeter Abstand. Dabei wurde in der kürzeren Distanz Gammastrahlung von 0,003 Millisievert pro Stunde nachgewiesen und auch die Äquivalentdosis der Hintergrundstrahlung lag bei 0.003 Millisievert pro Stunde.

Als Stelle des Lecks erwies sich der Flansch eines Leitfähigkeitsmessers auf dem Anhänger. Die Gesamtmenge an ausgetretenem Wasser wird auf 67 Liter geschätzt. Dabei verblieben 44 Liter auf dem Anhänger und etwa 23 Liter außerhalb davon. Nach Angaben von TEPCO suche man nach der Ursache.

Gesichtskontamination bei Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Montag wurde gegen 11:55 Uhr, nachdem Arbeiten an Rohren in Lagertankbereich B durchgeführt worden waren, Kontrollen bei einem der Kraftwerksarbeiter die Ansammlung von radioaktivem Material in Gesicht und Nasenhöhlen nachgewiesen.

Aufgrund des Risikos einer Inkorporation wurde eine Untersuchung mit einem Ganzkörperzähler angeordnet.

Stilllegungsdorf am AKW Fukushima geplant: Ein gemeinsamer Plan des Kabinettsbüros und des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), sieht die Schaffung einer neuen Ortschaft für 5.000 Einwohner vor. Die Bewohner sollen Arbeiten bei der Jahrzente dauernden Stilllegung der Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi übernehmen.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Neue Pläne für Region um AKW Fukushima (Symbolfoto: TEPCO)

Die Pläne, das AKW Fukushima Daiichi nach der Stilllegung zu einem Atomforschungszentrum umzugestalten, würden somit deutlich ausgeweitet. Im Plan von Kazuyoshi Akaba, Leiter der Taskforce zur Bewältigung der Fukushima-Katastrophe, ist der Wiederaufbau der Küstenregion, mit besonderem Augenmerk auf die AKW-Stilllegung von besonderer Bedeutung.

Neben der neuen Ortschaft zur Unterbringung von 5.000 Arbeitern, Technikern und mehreren hundert Wissenschaftlern, ist auch der Bau des Modells eines Fukushima-Reaktors in Originalgröße auf dem Gelände der Gemeinde Naraha vorgesehen. Eine Aufhebung des Evakuierungsstatus von Naraha wird für Frühling 2015 geplant.

Die neue Gemeinde soll in Okuma (Ortsteil Ogawara) entstehen und bis 2018 bereits Platz für 3.000 Personen bieten, sowie in der weiteren Entwicklung auch Infrastruktur, ein Krankenhaus und Restaurants erhalten. Trotz der Hoffnung in der Verwaltung von Okuma, so wieder eine lebendige Gemeinde zu bekommen, ist die tatsächlich Attraktivität des Angebots noch unklar.

Neben dem Umstand, unter lauter Kraftwerksarbeitern zu leben, könnte auch die Lage zur zögerlichen Entwicklung führen. Die Einrichtung liegt nur etwa 10 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Robotikzentrum für Fukushima vorgesehen: Neben dem Projekt eines Stilllegungsdorfs für künftige Arbeiten, sind weitere  Maßnahmen für die Präfektur geplant, wie ein Planungsentwurf zeigt, der von einem Ausschuss von Gemeindeverwaltungen und Personen aus dem privaten Sektor ausgearbeitet wurde.

Neben dem Robotikzentrum für die Stillegung des Kernkraftwerks, sollen auch fünf weitere Projekte zur Nutzung regenrativer Energien und automatisierter Landwirtschaft durchgeführt werden und dabei neue Arbeitsplätze für evakuierte Bürger der Küstenregion schaffen.  Bis Ende des Monats soll der Innovationsküstenplan in vollständiger Form vorliegen. Das berichtet die NHK.

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