Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kontaminierte Wasserreservoirs weiterhin keine Gesundheitsgefahr

Fukushima aktuell: Kontaminierte Wasserreservoirs weiterhin keine Gesundheitsgefahr

2319
0
TEILEN
Artikelbild - Reispflanze (Foto: gengenHDR, cc-by)
Kontrollen von Fukushima-Reis: Suche nach mehr Kosteneffizienz durch neues Konzept (Symbolfoto: gengenHDR, cc-by)

Wenn die Reservoirs zur Bewässerung von Reisfeldern in der Präfektur Fukushima heute Teil der Fukushima News sind, dann zeigt dies, dass die Dekontaminationsmaßnahmen in Japan aktuell längst nicht den Umfang erreicht haben, den sich mancher wünscht. Weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. März 2015.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Dekontaminationskonzepte für Wasserreservoirs
  • TEPCO will mehr Transparenz bei Strahlungswerten
  • Panne bei Vorführung des neuen Reaktor-Scanners
  • Rauchentwicklung am Straßenrand im Sperrgebiet
  • TEPCO wehrt sich gegen Kostenübernahme für Gemeindedekontamination

Dekontaminationskonzepte für Wasserreservoirs: Am Samstag veröffentlichte das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF), technische Unterlagen zur Dekontamination von Wasserreservoirs mit hoher Konzentration von radioaktivem Cäsium.

Die Kontamination von Wasserreservoirs war bereits mehrfach Thema japanischer Medien, jedoch sprachen die Behörden stets davon, es gehe keine gesundheitliche Gefahr von ihnen aus, da das Material in den Sedimenten gebunden ist.

Kontrollen aller 3.730 Reservoirs und Staubecken der Präfektur, ergaben in 730 Fällen eine Überschreitung des Cäsiumwerts von 8.000 Becquerel pro Kilogramm, doch auch in diesen Fällen sei die Auswirkung auf die Wasserqualität gering und das Material in einem Zustand, in dem es nicht leicht vom Getreide aufgenommen werde.

Nun geht es darum, je nach Standort die geeignetste Möglichkeit zur Verringerung der radioaktiven Belastung in den Reservoirs zu ermitteln.

Eine Fixierung kontaminierter Sedimente, indem eine Abdichtschicht aufgebracht wird, könnte eine aufwändige Absaugung des radioaktiven Materials ersetzen. Die Anbringung von Umzäunungen wird ebenfalls als potentielle Maßnahme gesehen.

Als weitere Möglichkeit, die Belastung des Wassers zu senken, wird vorgeschlagen, lediglich die Position des Wasserzulaufs zu ändern, so dass Wasser nicht mehr aus der Nähe des kontaminierten Bodens abgepumpt wird.

Die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen wird an einigen Standorten geprüft und eine Kombination der Maßnahmen ist ebenfalls denkbar

Trotz der Beteuerungen der Regierung fordern Landwirte und Gemeinden konkrete Schritte. Da der kontaminierte Schlamm jedoch nach geltendem Recht kein radioaktiver Abfall ist, sind die Zuständigkeiten bislang nicht gänzlich geklärt. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

TEPCO will mehr Transparenz bei Strahlungswerten: Naomi Hirose, Präsident des Kraftwerksbetreibers TEPCO, erklärte heute auf einer Pressekonferenz, die Informationspolitik des Unternehmens weiter bessern zu wollen.

Nachdem das seit Mai 2014 bekannte Risiko durch stark kontaminiertes Regenwasser nicht veröffentlicht worden und das Unternehmen hierdurch in die Kritik geraten war, will der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi künftig alle Daten zu Strahlungswerten veröffentlichen.

Zu den Informationen die künftig auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht werden sollen, gehören die Strahlungsbelastungen von fließendem Wasser und Erdreich. Durch diesen Schritt verdoppelt sich die Zahl bislang öffentlicht gemachter Daten.

Man wolle vermeiden, dass der Eindruck entstehe, das Elektrizitätsunternehmen verheimliche diese Informationen von der Kraftwerksanlage vorsätzlich.

Es wird eigens ein Verantwortlicher für die Veröffentlichung der Daten vor Ort abgestellt und plant zudem eine Prüfung der Daten durch Dritte. Hierüber berichteten neben TEPCO auch Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

Panne bei Vorführung des neuen Reaktor-Scanners: Am vergangenen Wochenende wurde der neue Reaktor-Scanner der Öffentlichkeit präsentiert. Doch bereits während der Pressevorführung gab es technische Probleme.

So war es den Wissenschaftlern des 500 Millionen Yen teuren Projekts, aufgrund eines nicht behobenen Programmierfehlers nicht möglich, die Funktionsweise zu demonstrieren.

Trotz dieser Schwierigkeiten gilt die Durchleuchtung des Reaktorgebäudes mit Myonen-Technologie, als einzig realistische Möglichkeit einer nicht-invasiven Lokalisierung geschmolzener Brennelemente. Über die Panne berichteten japanische Medien.

Rauchentwicklung am Straßenrand im Sperrgebiet: Am Sonntag wurde ein Angestellter gegen 20:35 Uhr, auf dem Gelände westlich des erdbebensicheren Verwaltungsgebäudes, auf Rauch aus einem Straßengraben aufmerksam. Als Reaktion auf die Meldung wurde die Feuerwehr Futaba alarmiert und Löscharbeiten eingeleitet.

Fukushima: Brandschäden an Kabelführung am 30. März 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima: Brandschäden an Kabelführung am 30. März 2015 (Foto: TEPCO)

Der Qualm drang dabei unter einer Eisenplatte über dem Graben hervor. Gegen 21:01 Uhr wurde ein Stopp der starken Rauchentwicklung gemeldet.

Nach der Entfernung der Eisenplatte wurde festgestellt, das auf einer Strecke von etwa fünf Metern, mehrere durch den Graben verlaufende Kabelschläuche beschädigt wurden. Man habe jedoch keine Störungen an den Strahlungsmessgeräten festgestellt.

Die Konzentration radioaktiven Materials vor Ort lag unter dem Nachweiswert, die Luftbelastung wurde mit fünf Mikrosievert pro Stunde angegeben.

Heute wurden dann Einzelheiten bekannt. Demnach verlaufen in dem Graben neun Kabelschläuche. Sie führen unter anderem zu einer Pumpe für Noteinspeisung von Wasser eines Feuerwehrwagens, zum Füllstandsanzeiger eines Wassertanks und einer Schaltanlage (Metakura).

TEPCO wehrt sich gegen Kostenübernahme für Gemeindedekontamination: Wie das Umweltministerium am gestrigen Sonntag mitteilte, hat der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi es bislang praktisch abgelehnt, die Kosten für Dekontaminationen zu übernehmen.

Trotz eines Gesetzes vom August 2011, dass die Bezahlung der Arbeiten durch TEPCO vorschreibt, hat das Unternehmen gegenwärtig nur zwei Prozent der bis Februar eingeforderten 76,1 Milliarden Yen zurückgezahlt.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO soll Dekontaminationskosten bezahlen (Symbolfoto: pd)

Die Regierung in Tokyo ist sowohl direkt an den Dekontaminationsarbeiten beteiligt, schießt jedoch auch den örtlichen Behörden Gelder vor, damit diese ihrerseits Arbeiten durchführen können.

Doch TEPCO sieht bislang keine Veranlassung, die aus Steuergeldern vorgeschossenen Dekontaminationskosten rückzuerstatten, da rechtlich unklar sei, ob man für Arbeiten zahlen müsse, die von Ortsverwaltungen durchgeführt werden. Dies müsse zunächst geprüft werden.

Das Unternehmen hat daher mit der Zahlung von 1,5 Milliarden Yen, ausschließlich die Kosten für Dekontaminationsmaßnahmen finanziell ausgeglichen, die in direktem Regierungsauftrag in Gebieten mit Kraftwerksnähe durchgeführt wurden.

Während das Umweltministerium nun die Rückzahlung der Dekontaminationskosten einfordert, besteht der Kraftwerksbetreiber zunächst auf individuellen Prüfungen. Hierüber berichteten mehrere Medien, darunter die Kyodo.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here