Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kontaminiertes Erdreich aus Zwischenlagern soll weiterverwendet werden

Fukushima aktuell: Kontaminiertes Erdreich aus Zwischenlagern soll weiterverwendet werden

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Artikelbild - Straßen im Tohoku-Katastrophengebiet am 15. März 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Präfektur Fukushima: Dekontaminationsabfälle könnten im Straßenbau enden (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Nach dem erfolgreichen Start der Grundwasserverklappung, hat der Betreiber des AKW Fukushima heute bereits wieder mit einem Problem zu kämpfen. Derartige Rückschläge stärken nicht gerade das Vertrauen der Bürger. Gleiches dürfte allerdings auch für einenen Recycling-Vorschlag aus Regierungskreisen gelten.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Wiederverwendung von radioaktivem Erdreich aus Zwischenlagern möglich
  • Leck an Regenwasserleitung im Bereich H4
  • Betreiber des AKW Oi legt Berufung gegen Neustartverbot ein

Wiederverwendung von radioaktivem Erdreich aus Zwischenlagern möglich: Das Umweltministerium erwägt, radioaktiv kontaminiertes Erdreich mit Ausgangswerten von bis zu 8.000 Becquerel pro Kilogramm nach einer Lagerzeit von 30 Jahren für andere Projekt weiterzuverwenden, sofern die Cäsiumwerte bis zu diesem Zeitpunkt ausreichend gesunken sind.

Die Wiederverwendung des Materials wäre demnach eine prallele Maßnahme zu den Versuchen, durch neue Technologien das Volumen und damit den Platzbedarf von radioaktiv belasteten Abfällen zu verringern. Von den insgesamt 22 Millionen Kubikmetern an einzulagerndem Material entfallen etwa 20 Millionen Kubikmeter auf kontaminiertes Erdreich.

Die Cäsiumbelastung von etwa 10 Millionen Kubikmeter dieses Erdreichs wird auf unter 8.000 Becquerel geschätzt.

Aufgrund natürlichen Zerfalls, könnte in dem geplanten Zeitraum eine Reduktion um 40 Prozent und damit auf weniger als 3.000 Becquerel pro Kilogramm erfolgen.

AKW Fukushima: Abgesackte Straße am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abgesackte Straße am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)

Nach Ablauf von 30 Jahren könnte dann das geringer belastete Erdreich von dem stärker belasteten Teil getrennt und in öffentlichen Bauprojekten zum Wiederaufbau der Präfektur genutzt werden.

Denkbar wären der Straßenbau, Hafenanlagen und die Uferbefestigung von Flüssen. Über diese Pläne berichteten Präfekturmedien.

Leck an Regenwasserleitung im Bereich H4: Am heutigen Donnerstag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 10:50 Uhr, dass bei der Leitung von Regenwasser aus dem Bereich H4 und einem 500 Tonnen fassenden Lagertank im Norden des Bereichs H2 ein Wasserleck auftrat.

Zwar endete der Wasseraustritt nach dem Abstellen der Pumpe um 11:10 Uhr, allerdings ließ sich das Ausmaß des Wasseraustritts aufgrund von Regenfällen vor Ort nicht räumlich eingrenzen.

Eine Kontrolle des Wasserpegels im betroffenen Lagertank des Bereich H4, ergab keine Schwankungen, so dass am Behälter selbst offenbar kein Leck vorliegt. Auch einen Austritt in das Meer werde ausgeschlossen, das Wasser innerhalb einer Barriere blieb. Anschließend wurde eine Analyse des Regenwassers innerhalb der Tankbarriere durchgeführt.

Später ergänzte TEPCO diese Angaben. Demnach sei die Leitung durch äußere Einwirkung, etwa durch Tritte, beschädigt worden. Die Menge an ausgetretenem Wasser wurde mit mindestens vier Kubikmetern (4.000 Litern) angegeben.

Betreiber des AKW Oi legt Berufung gegen Neustartverbot ein:  Kansai Electric, Betreiber des Kernkraftwerks Oi (Präf. Fukui,) hat Berufung gegen ein Urteil des Präfekturgerichts Fukui eingelegt. In der Urteilsbegründung hatte der Richter die Sicherheitseinschätzungen des Elektrizitätsanbieters als „zu optimistisch“ bezeichnet und das Kühlsystem kritisiert.

Bei der Entscheidung handelt es sich um das erste Gerichtsurteil gegen einen Neustart seit der Fukushima-Krise 2011. Die siegreichen Kläger reagierten mit Unverständnis auf die Reaktion des Kraftwerksbetreibers, trotz der gerichtlich anerkannten Unsicherheiten den Neustart der Reaktoren 3 und 4 erzwingen zu wollen.

Die Berufung wurde bei einem Ableger des Obergerichts Nagoya in Kanazawa eingereicht. Zuvor hatten drei der 189 Kläger den Hauptsitz von Kansai Electric in Osaka besucht, und das Unternehmen darum gebeten, Abstand von einer Berufung zu nehmen, sondern sich stattdessen um die Arbeit an regenerativen Energien zu bemühen. Dies berichten jiji und NHK.

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