Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kontaminiertes Regenwasser in Ozean geflossen

Fukushima aktuell: Kontaminiertes Regenwasser in Ozean geflossen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Überlaufendes Regenwasser am 17. August 2015 (Video: TEPCO)
AKW Fukushima: Überlaufendes Regenwasser am 17. August 2015 (Video: TEPCO)

Wenn der Betreiber des AKW Fukushima heute zusätzliche Informationen über ein Leck bekannt gibt, das bereits vor zwei Tagen auftrat, lässt dies nichts Gutes erwarten.

Das Unternehmen zeigt sich jedoch angesichts der aktuellen Fukushima News keineswegs übermäßig besorgt. Einzelheiten zu den Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. August 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Kontaminiertes Regenwasser in Ozean gelangt
  • Messpostenprobleme müssen durch Ersatz beseitigt werden

Kontaminiertes Regenwasser in Ozean gelangt: Gestern meldete TEPCO wenig spektakulär das Überlaufen von Regenwasser an einer Entwässerungsleitung. Heute gibt es weitere Meldungen, die das Ereignis gravierender erscheinen lassen.

Das Unternehmen bestätigte nun, das ausgetretene Regenwasser des Entwässerungskanals K sei radioaktiv kontaminiert gewesen.

Die nachgewiesen Konzentration von Betastrahlern, wie etwa Strontium lag bei 420 Becquerel pro Liter. Wieviel kontaminiertes Wasser tatsächlich austrat ist nicht bekannt, es habe sich jedoch  um eine „kleine Menge“ gehandelt.

Ein Angestellter hatte durch die Überwachungskamera beobachtet, wie es Montagabend zum Überlaufen gekommen war.

Nachdem es in der Vergangenheit am Entwässerungsleitung K mehrfach zum Austritt von radioaktivem Wasser ins Meer gekommen war,  hatte man acht Pumpen angebracht, um übergangsweise das Wasser in Abwassergraben C transferieren zu können.

Während des Überlaufens wären nicht alle der insgesamt acht Pumpen in Betrieb gewesen.

Weshalb die Wasserstandssensoren keinen Alarm auslösten, ist noch unbekannt – man untersuche die Positionierung der Sensoren. Als erste Sicherheitsmaßnahme habe man, wie bereits berichtet, das verbliebene Wasser über Kanal C kontrolliert in das Hafenbecken eingeleitet.

TEPCO konzentrierte sich nach dem Zwischenfall vom Montag in einer gestrigen Presseerklärung nun auf die geplanten Fortschritte bei der Regenwasserkontrolle.

So gab das Unternehmen bekannt, die im Mai begonnenen Arbeiten an Abwassergraben K könnten bis Ende des Fiskaljahrs 2015 abgeschlossen werden.

Der offene Graben soll dann durch einen abgedeckten Entwässerungskanal mit Mündung im Hafenbecken ersetzt werden und wird dann parallel zum Kanal C verlaufen. Bislang führt Abwasserkanal K direkt ins offene Meer, während Kanal C im Hafenbereich mündet.

Messpostenprobleme müssen durch Ersatz beseitigt werden: Nachdem es in der Vergangenheit zu Problemen mit öffentlichen Strahlungsmessposten in der Präfektur Fukushima gekommen war, naht nun offenbar die Lösung.

Gestern wurde die Anbringung von insgesamt 104 Messposten in neun Gemeinden angekündigt. Somit werden nicht nur die 77 nicht mehr benötigten Messposten ersetzt, sondern die Gesamtzahl um 27 aufgestockt.

Nach Abschluss der Arbeiten im laufenden Fiskaljahr, soll ab Neuginn des kommenden Fiskaljahrs mit den automatischen Messungen begonnen werden.

Im April 2015 war es an Messposten zur fehlerhaften  Anzeige übertrieben hoher Werte gekommen und im Juli verklagte das verantwortliche Unternehmen „Fukushima Denshi  Keisan Center“ (FDK) die Behörden wegen der einseitigen Vertragsauflösung aufgrund der fehlerhaften Geräte.

Ein Ende des Rechtsstreits ist noch nicht absehbar. Über die aktuellen Entwicklungen um die öffentlichen Messposten berichteten Präfekturmedien.

 

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