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Fukushima aktuell: Kontaminiertes Wasser gelangte vermutlich aus Tankbereich

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Artikelbild - AKW Fukushima: Offenes Ventil am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Offenes Ventil am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Wie der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gab, könnte der gemeldete Austritt von kontaminiertem Wasser umfassender sein, als zunächst angenommen. An anderer Stelle werden dagegen Strahlungsdaten bekanntgegeben und die Herausgabe von Protokollen gefordert. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktives Wasser aus Leckbereich gelangt
  • JCAC weist Überschreitung in Grundwasserbrunnen nach
  • Veröffentlichung von Fukushima-Befragungen gefordert
  • Bürgermeister von Minamisoma fordert bessere Entschädigung

Radioaktives Wasser vermutlich aus Leckbereich gelangt: Das von TEPCO gestern veröffentlichte Bildmaterial eines Wasserlecks vom Montag, machte bereits deutlich, dass die Sicherheit von unterschiedlichen Lagerbehältern immer noch ein Problem für den Kraftwerksbetreiber darstellt. Nun stellt sich die Situation weitreichender dar, als zunächst berichtet.

AKW Fukushima: Lagertankreihen mit Deckelöffnungen am 3. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertankreihen mit Deckelöffnungen: Hier ereigneten sich die Lecks (Foto: TEPCO)

Nachdem vier Tonnen Wasser mit einer Konzentration von 9.800 Becquerel pro Liter innerhalb der Betonbarriere entdeckt wurden, ging TEPCO zunächst davon aus, das Wasser sei nicht aus dem Bereich der Betonbarrieren hinausgelangt.

Im weiteren Verlauf wurde jedoch ein Ablaufventil entdeckt, dass offenbar versehentlich in geöffnetem Zustand geblieben war.

Das Unternehmen kündigte an, den Boden in der Nähe zu untersuchen und Proben zu nehmen, da nun nicht mehr ausgeschlossen werden könne, dass Wasser aus dem Bereich in die Umwelt gelangt sein könnte.

Die Wasserspuren an den beiden Behältern und das Wasser innerhalb der Barriere, war am Montag durch Beschäftigte der Atomaufsichtsbehörde NRA entdeckt worden. TEPCO führte nach eigenen Angaben in diesem Bereich keine Kontrollen durch.

JCAC weist Überschreitung in Grundwasserbrunnen nach: Messergebnisse der Japan Chemical Analysis Center (JCAC) kommen zu dem Schluss, dass in der Probe einer Grundwasserpumpe eine Tritiumkonzentration von 1.600 Becquerel vorlag. Es ist das erste Mal, dass die unabhängige Kontrollinstanz eine Überschreitung bekannt gibt.

AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)

Die Analyse bezieht sich allerdings auf  Grundwasserposten Nr. 12 und stellt damit lediglich eine unabhängige Bestätigung der bereits gemachten Angaben von Kraftwerksbetreiber TEPCO dar.

Bereits zuvor war die Arbeit an Grundwasserbrunnen 12 im Mai eingestellt worden, nachdem dort in April und Mai durch TEPCO überhöhte  Tritiumkonzentrationen nachgewiesen worden.

.Somit sind nur noch elf der insgesamt 12 Grundwasserpumpen im Einsatz. In der bislang dritten Aktion dieser Art, war am 2. Juni eine Verklappung von 833 Tonnen Grundwasser erfolgt.

Nach Angaben des Elektrizitätskonzerns sind bislang keine Probleme bei den Verklappungen aufgetreten.

Veröffentlichung von Fukushima-Befragungen gefordert: Eine Gruppe von Aktionären des Elektrizitätskonzerns TEPCO, fordern von der Regierung die Herausgabe von Befragungsprotokollen des verstorbenen Kraftwerksleiters Masao Yoshida vor dem Untersuchungsausschuss zur Fukushima-Katastrophe.

Atomsymbol
Veröffentlichung von Fukushima-Dokumenten gefordert (Symbolbild: pd)

Sie kündigten an, auch juristische Schritte gegen die Regierung einzuleiten, wenn diese ihren Forderungen nicht entspreche.

Das besondere Interesse an den Protokollen war aufgekommen, nachdem die Asahi Shimbun über die eigenmächtige Evakuierung von Arbeitern und Gruppenleitern, sowie die Flucht von Vertretern der damaligen Atomaufsicht NISA, die als erste die Anlage verliessen und den dadurch entstehenden kritischen Bruch im Kommunikationsfluss, berichtetet hatte.

Bislang wurden die Befragungsprotokolle nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dies damit begründet, dass bereits die Befragungen an sich nicht für die Veröffentlichung vorgesehen waren und man daher einfach übereingekommen sei, dies nicht zu tun. Eine Geheimhaltungsabsicht lag nach offizieller Darstellung somit nicht vor.

Japans Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte heute, sofern es keinen Einspruch gebe, werde man die Protokolle im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetz veröffentlichen. Ausgenommen würden nur Teile, deren Inhalt die Rechte und Interessen von Drittparteien verletzten, oder eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen.

Die Aktionäre und weitere Personen erklären ihre Forderungen mit dem Umstand, die Befragungen würden eine wichtige Rolle für die Aufdeckung der Verantwortlichen für die Katastrophe spielen. Zudem sei es das Recht der japanischen Bevölkerung, die Wahrheit zu erfahren. Über die Forderungen berichteten Asahi Shimbun, jiji und NHK.

Bürgermeister von Minamisoma fordert bessere Entschädigung: Am gestrigen Mittwoch erklärte Sakurai Katsunobu, Bürgermeister von Minamisoma (Präf. Fukushima), der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi müsse die Entschädigungen für die mentalen Folgen der Flüchtlinge erhöhen.

Unter Vermittlung durch das Zentrum zur Klärung von Entschädigungen wurde die Aufstockung einer montatlichen Zahlung von 50.000 Yen verlangt. Die Einwohner seiner Ortschaften teilten die Evakuierungserfahrungen mit den Bürgern vor Namie, begründete Sakurai seine Forderung und überreichte noch am selben Tag der TEPCO-Führung persönlich ein Schreiben. Das berichten Präfekturmedien.

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