Fukushima aktuell: Kontrollen am Eiswall durchgeführt

Fukushima aktuell: Kontrollen am Eiswall durchgeführt

1207
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Eiswallkontrolle am 21. November 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Eiswallkontrolle am 21. November 2016 (Foto: TEPCO)

Die Woche beginnt am AKW Fukushima heute mit Berichten über eine Kontrolle, ungewöhnlichen Besuch an der Kraftwerksanlage und auch die Olympia-Frage findet sich wieder in den Fukushima News, die aus Japan aktuell gemeldet werden.

Die Einzelheiten zur gegenwärtigen Situation und den aktuellen Entwicklungen in Fukushima finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. November 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Regierung kontrolliert Landseite des Eiswalls
  • Schüler besichtigen erstmals AKW Fukushima
  • Weitere Baseball-Anlagen als potentielle Olympia-Sportstätten besichtigt
Regierung kontrolliert Landseite des Eiswalls

Am heutigen Montag besuchten Vize-Indistrieminister Yosuke Takagi und weitere Regierungsvertreter das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, um die Gefrierleistung des so genannten Eiswalls zu prüfen.

Im Rahmen des Projekts wird durch unterirdisch verlegte Rohrleitungen ein Kühlmittel geleitet, dass den umgebenden Erdboden gefrieren und so eine natürliche Barriere gegen Grundwasser bilden soll.

Nachdem zunächst nur die Arbeiten am küstenseitigen Teil genehmigt worden waren, sollen schrittweise auch die landseitig gelegenen Passagen gefroren werden.

Sowohl manuelle als auch quantitative Kontrollen scheinen vorerst tatsächlich eine Wirksamkeit des umstrittenen Projekts zu belegen. So sank etwa die täglich anfallende Menge von Grundwasser von 350 auf etwa 200 Tonnen.

Bodenaushebungen bis zu einer Tiefe von 1,2 Metern wiesen in dieser Höhe eine Gefrierung nach. Das Erdreich sei dort selbst durch Hammerschläge nicht gelockert worden. Die Rohre sind bis zu 30 Meter tief im Boden versenkt.

Als nächstes will auch die Atomaufsichtsbehörde NRA sich einen Eindruck von den Fortschritten vor Ort zu machen. Nachdem der küstenseitige Abschnitt bereits als voll gefroren gilt, widmet man die Aufmerksamkeit nun der Landseite.

Schüler besichtigen erstmals AKW Fukushima

Am vergangenen Freitag besuchte eine Gruppe von 13 Schülern der Fukushima High School in Begleitung von Physikprofess Ryugo Hayano das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Die Bustour war von der Schule beantragt und vom Kraftwerksbetreiber TEPCO schließlich genehmigt worden, nachdem zuvor entsprechende Anträge für Personen unter 18 Jahren aufgrund der vormals hohen Strahlung bislang abgelehnt wurden.

Nach Angaben von TEPCO lag die maximale Strahlungsbelastung durch den zweistündigen Besuch bei unter zehn Mikrosievert pro Stunde.

Nachdem bis Juni 2016 etwa 23.000 Besucher auf der Anlage waren, ist es somit das erste Mal seit der AKW-Katastrophe, dass Schüler einen Blick auf die beschädigten Reaktorgebäude, die Lagertanks und weitere Anlagen auf dem Gelände werfen konnten.

Zuletzt hatten am Donnerstag und Freitag zwei Gruppen von 40 Journalisten die Anlage besucht, um einen Eindruck von den Fortschritten vor Ort zu erhalten.

Neben der Bustour durften die Schüler auch das erdbebensichere Koordinationszentrum der Anlage besichtigen und mit dem Leiter der örtlichen Abteilung für Wiederaufbau sprechen.

Dieser Besuch, der auf Initiative des Wissenschaft-Schulclubs mit Genehmigung der Eltern erfolgte, könnte der Auftakt für eine Reihe ähnlicher Aktionen sein.

Ziel der Aktion ist es, wissenschaftlich interessierte Jugendliche, die als künftige Generationen die Stilllegung des Kernkraftwerks weiterführen müssen, auf die unterschiedlichen Herausforderungen aufmerksam zu machen.

Über den Besuch berichteten mehrere Medien, darunter Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Weitere Baseball-Anlagen als potentielle Olympia-Sportstätten besichtigt

Am Samstag besuchte Riccardo Fraccari, der Vorsitzende der „World Baseball Softball Confederation“ (WBSC) zwei der möglichen Austragungsorte für die olympischen Wettkämpfe in der Präfektur Fukushima.

Seine Besichtigung des Azuma Stadions in Fukushima Stadt und des Kaiseizan-Stadions in Koriyama schließt sich der bereits erfolgten Inspektion einer Anlage in Iwaki an.

Fraccari betonte, seine Besuche dienten lediglich dazu, Informationen über die möglichen Austragungsorte der Baseball- und Softball-Spiele während der Olympischen Spiele 2020 zu erlangen und stellten keine Vorauswahl oder Festlegung dar.

Präfekturgouverneur Masao Uchibori begrüßt die Bemühungen um Fukushima als Wettkampfstätte und versicherte, die Radioaktivität sei dort in fast allen Gebieten nicht höher, als in anderen größeren Städten der Welt auch.

Über den Besuch berichtete die Kyodo.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT