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Fukushima aktuell: Konzept für Arbeiten an Reaktor 1 bekannt gegeben

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Maßnahme zur Reduktion der Luftbelastung während Bauarbeiten (Animation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Maßnahme zur Reduzierung der Luftbelastung während Bauarbeiten (Animation: TEPCO)

TEPCO präsentierte für das AKW Fukushima, heute erste definitive Angaben eines wichtigen Projekts für die Reaktoranlage. Unterdessen zeigen sich die Einwohner der gleichnamigen Präfektur  Fukushima aktuell nicht sonderlich überzeugt von Plänen der Regierung. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Konzept für Arbeiten an Reaktor 1 bekannt gegeben
  • TEPCO versucht sich in Grundwasseraufsicht
  • Borsäuretransfer auf AKW-Gelände geplant
  • Veranstaltungskampagne zu Zwischenlagern abgeschlossen

Konzept für Arbeiten an Reaktor 1 bekannt gegeben: Heute gab Kraftwerksbetreiber TEPCO bekannt, dass die ersten Arbeitsschritte hin zur Entfernung von Trümmern in Reaktor 1, am 22. Oktober beginnen sollen. Das Gebäude war durch eine Wasserstoffexplosion im März 2011 stark beschädigt worden und Trümmer ins Innere gestürzt.

Fukushima-Reaktor 1: Überwachung radioaktiver Belastung bei Baumaßnahmen (Animation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Überwachung radioaktiver Belastung bei Baumaßnahmen (Animation: TEPCO)

Langfristig plant das Unternehmen die Bergung aller Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 1, so dass die Beseitigung der Trümmer notwendig ist, um die künftigen Bergungsarbeiten und Untersuchungen des Gebäudes nicht zu behindern. Hierfür ist jedoch zunächst die Entfernung des Schutzmantels erforderlich.

Technische Probleme an einem Abkrisskran und Bedenken vor einer Ausbreitung von radioaktivem Material bei der Entfernung des Schutzmantels, war der Termin für die Arbeiten deutlich verzögert worden.TEPCO präsentierte unterdessen sein Konzept für Schutzmaßnahmen für die Arbeiten. Das Unternehmen hatte bereits im Juli hierzu Angaben gemacht.

Zunächst soll eine Öffnung in der Decke des Schutzmantels geschaffen und dort Bindemittel hineingesprüht werden. Diese Substanzen verringern durch ihre Hafteigenschaft die Menge an aufgewirbeltem Staub, der stark radioaktiv belastet ist. Die Effektivität der Maßnahme, die über einen längeren Zeitraum erfolgen soll, wird vom Unternehmen überwacht.

Im weiteren Verlauf werden dann nacheinander die einzelnen Dachpaneele des Schutzmantels schrittweise entfernt und diese Arbeitsschritte immer wieder durch das Einsprühen der Bindemittel ergänzt.

Dies soll dann nicht nur alleine durch die Decke erfolgen, sondern auch durch eigens geschaffene Öffnungen in der Schutzmantelwand.

Der Schutzmantel war im Oktober 2011 errichtet worden, um Schutz vor Wettereinflüssen zu bieten und die Ausbreitung von radioaktivem Material aus dem Inneren des Reaktorgebäudes einzudämmen.

TEPCO versucht sich in Grundwasseraufsicht: Als Reaktion auf die Probleme der letzten Tage, kündigte Kraftwerksbetreiber TEPCO nun einige Schritte an, mit denen nach Ansicht des Unternehmens die Entwicklungen zumindest schneller nachgewiesen werden könnten.

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt 1-1 vom 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser soll öfter kontrolliert werden (Foto: TEPCO)

So soll die Entnahme von Wasserproben an drei Grundwassermessposten in der Nähe der unterirdischen Tunnel, von bislang zweimal wöchentlich auf tägliche Entnahmen gesteigert werden.

Eine Durchführung weitergehender Maßnahmen wäre dagegen schwierig, da bislang ungeklärt ist, wie weit das radioaktiv belastete Wasser seit der Kraftwerkskatastrophe vom März 2011 tatsächlich in den Boden der Anlage gedrungen ist. Das berichtet die NHK.

Diese Bekanntgabe ist ein weiterer Beleg dafür, dass TEPCO nicht allein den Taifunregen für die Fluktuationen verantwortlich macht, sondern offenbar auch andere Faktoren in Betracht zieht.

Borsäuretransfer auf AKW-Gelände geplant: Auf dem Gelände der Reaktoren 1 bis 3 befinden sich Vorrichtungen zur Einspeisung von Borsäure mit entsprechenden Lagertanks. Diese sollen im Fall von Störungen zur Verhinderung von Kettenreaktionen zum Schutz von Reaktordruckbehälter oder Sicherheitsbehälter eingesetzt werden.

Gegenwärtig sind diese Behälter ausschließlich direkt auf dem Asphalt aufgebaut. Für den Fall eines Lecks sind zwar Betonbarrieren im Tankbereich vorhanden, dennoch bestehe das Risiko, dass bei einem Tankleck Säure in den Boden gelangen könnte. Daher soll dort nun auch eine chemische Versiegelung erfolgen. Für künftige Arbeiten an den Behältern, müsste jedoch zunächst ein Transfer zwischen den Tanks A und B erfolgen.

Mit dem Beginn erforderlicher Arbeiten soll heute um 12:44 Uhr begonnen werden. Ein Ende der Maßnahme ist für Mitte November vorgesehen, so dass dann der Rücktransfer zwischen den Behältern möglich sein wird. Über die Maßnahme berichtete das Unternehmen in einer heutigen Meldung.

Veranstaltungskampagne zu Zwischenlagern abgeschlossen: Die im September begonnene Serie von 12 Informationsveranstaltungen für Grundstückseigentümer in den Ortschaften Futaba und Okuma, wurde  am Sonntag in Iwaki abgeschlossen.

Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium beendet Informationskampagne für Zwischenlager (Foto: pd)

Ziel der Veranstaltungen, an denen mit 901 Personen weniger als die Hälfte aller Grundstücksbesitzer teilnahmen war, die Teilnehmer über die Pläne zur Schaffung von Zwischenlagern für kontaminierte Abfälle zu informieren.

Dabei wurden mehrere Probleme deutlich. So beschwerten sich Eigentümer über den angebotenen Preis, der einen Neubeginn an anderen Orten nicht ausreichend berücksichtige. Für die Regierung problematisch sind dagegen Grundstücke, deren Besitzverhältnisse aufgrund von Flucht oder Todesfällen bislang ungeklärt ist.

Sollte trotz der Unzufriedenheit und der bürkoraktischen und juristischen Hürden alles wie geplant verlaufen, will die Regierung bereits im Januar mit den ersten Lieferungen an die Zwischenlager beginnen. Über den Abschluss der Informationskampagne berichteten Asahi Shimbun und NHK.

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