Fukushima aktuell: Koordinator der großen Tohoku-Katastrophenhilfsaktion gestorben

Fukushima aktuell: Koordinator der großen Tohoku-Katastrophenhilfsaktion gestorben

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Artikelbild - Yokota Air Base: SDF-Fahrzeug und australisches Militär-frachtflugzeug bei Hilfsaktion im März 2011 (Foto: pd)
Yokota Air Base: Japanisches SDF-Fahrzeug und australisches Militär-Frachtflugzeug bei Hilfsaktion im März 2011 (Foto: pd)

Während Warnungen vor heftigen Schneefällen für die Region Tohoku gemeldet werden, gedenken einige Betroffene der dortigen Katastrophen vom März 2011 vermutlich einem der wichtigsten Helfer für diese Region.

Denn auch wenn die Krise am AKW Fukushima heute längst das Symbol für die damaligen Ereignisse geworden ist, betrafen das Großbeben und der Tsunami alle drei Präfekturen. Die aktuellen Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. Dezember 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Leiter der großen Tohoku-Katastrophenhilfsaktion verstorben
  • Weitere Informationen zum AKW-Fuchs
  • Videoüberwachung in Iitate angelaufen

Leiter der großen Tohoku-Katastrophenhilfsaktion verstorben: Am gestrigen Montag starb Eiji Kimizuka, Vier-Sterne-General der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) im Ruhestand, im Alter von 63 Jahren an Lungenkrebs.

Von 2011 bis 2013 war er Leiter der Bodentruppen der SDF. Größere Bekanntheit erreichte er jedoch als Koordinator der internationalen Hilfsaktionen nach dem Tohoku-Großbeben und Tsunami im März 2011.

General Eiji Kimizuka (Foto: pd)
Tohoku-Katastrophenhilfe: Früherer Leiter General Eiji Kimizuka verstorben (Foto: pd)

Er war sowohl für den Einsatz von 10.000 Mann der verschiedenen Einheiten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF), als auch für die Kooperation mit den US-Kräften während des Katastropheneinsatzes verantwortlich.

Durch Rückhalt in der betroffenen Region und gute Beziehungen zum US-Kommando in Japan, trug er als Teil der gemeinsamen Task Force Tohoku (JTF-TH) auch zum Erfolg der amerikanischen Hilfsaktion „Operation Tomodachi“  bei.

Über den Todesfall von Kimizuka, der seit 1976 im Militärdienst war, berichtete die Kyodo.

Neben der großen Hilfsaktion war die Tohoku-Krise auch Anlass für freiwillige Helfer, sich in Japan zu engagieren. Einen Eindruck vermittelt unsere Artikelreihe „Katastrophenhelfer in Japan“

Weitere Informationen zum AKW-Fuchs: Gestern meldete TEPCO die Sichtung eines Fuchses auf dem AKW-Gelände. Heute gibt es weitere Informationen.

Das Tier sei am Morgen des 21. Dezember etwa sieben bis acht Minuten im Gebäude von Reaktor 2, nämlich im videoüberwachten Bereich des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 sichtbar gewesen, bevor es das Sichtfeld der Überwachungskameras verließ.

Weitere Hinweise auf den Verbleib des Fuchses, der vom Kopf bis zum Schwanz etwa 1,3 Meter messen soll, gab es nicht.

Trotz der hohen Strahlungsdosis, der das Tier ausgesetzt war – die Messwerte im Inneren können über zehn Sievert pro Stunde liegen – habe es keine Anzeichen von Schwäche gezeigt. Man suche jedoch dringend nach der Stelle, an der das Tier auf das Gelände gelangen konnte.

Es ist nicht die erste Sichtung von wilden Tieren auf der Kraftwerksanlage, auch wenn die Sichtung innerhalb des Reaktorgebäudes definitiv ungewöhnlich ist.

Am 18. März 2013 war es zu einem umfangreichen Stromausfall auf dem AKW-Gelände gekommen. Zwei Tage später wurde ein Kurzschluss durch eine Ratte als Ursache angenommen.

Im April des gleichen Jahres gab es erneut einen Stromausfall durch ein Nagetier und im November folgte eine weitere elektrische Störung durch eine Ratte.

Das Unternehmen betont jedoch, dass man mittlerweile elektrische Kabel durch Rohre sichere, so dass auch ein beißwütiger Fuchs bei Kauversuchen nur wenig Schaden anrichten könne. Über den Fuchs berichtete heute die Mainichi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Videoüberwachung in Iitate angelaufen: Gestern begann in der evakuierten Ortschaft Iitate, im Sperrgebiet um das AKW Fukushima, die Kontrolle der Gemeinde mit Überwachungskameras.

Die Kameras sind an mehreren Stellen der Hauptstraße angebracht und haben jeweils einen Blickwinkel von 180 Grad und sogar Nachtaufnahmen sind möglich. Die Behörde für Wiederaufbau bezuschusste die Maßnahme mit 36 Millionen Yen.

Die Aufnahmen haben eine Speicherfrist von sechs Monaten und werden anschließend gelöscht. Durch die Kameras sollen Straftäter abgeschreckt und Ermittlungen bei Vergehen deutlich erleichtert werden.

Für Betrieb und Wartung der Videoüberwachung ist das Sicherheitsunternehmen Secom, das seinen Hauptsitz in Tokyo hat, verantwortlich.  Das berichteten Präfekturmedien.

In der Vergangenheit hatten Kriminelle die Evakuierung mehrerer Ortschaften ausgenutzt und waren in die leerstehenden Häuser eingestiegen. So wurde etwa im April 2014 der Diebstahl von Antiquitäten aus dem Sperrgebiet gemeldet.

Im Juli 2014 führte Namie erste Videokameras ein. In jüngerer Vergangenheit waren in den evakuierten Gemeinden auch vermehrt Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter verübt worden.

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