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Fukushima aktuell: Kopfzerbrechen um Wasserstand in Reaktor 2

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute veröffentlichten Informationen zum Wasserstand, könnten bei TEPCO für unruhige Nächte sorgen, erwiesen sich doch zuvor ermittelte Werte als nicht länger zutreffend. Die neue Situation ist dabei stellvertretend für die Probleme an anderen Reaktoren der Anlage. Detailliertere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Wasserstand in Reaktor geringer als erwartet
  • Strahlungskontrolle des kontaminierten Arbeiters durchgeführt
  • Deutscher Botschafter besucht AKW Fukushima
  • Ältester Mann der Welt stammt aus Fukushima

Wasserstand in Reaktor geringer als erwartet: Nachdem von Robotern erfasste Daten aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 ausgewertet wurden, kommt der Kraftwerksbetreiber TEPCO zu dem Schluss, dass der Wasserstand dort nur die Hälfte des Wertes beträgt, von dem das Unternehmen ursprünglich ausgegangen war.

Das Unternehmen hatte Ende vergangener Woche neue Thermometer und Wasserstandsanzeiger in Reaktor 2 angebracht. Dabei waren die Aufnahmen durch die Roboterkamera entstanden. Demnach liegt der dortige Wasserpegel nicht bei 60 Zentimetern, wie aufgrund von zwei Jahre alten Endoskopaufnahmen vermutet worden war, sondern lediglich bei 30 Zentimetern.

Aufgrund der gemessenen Wassertemperatur von 35 Grad Celsius sei davon auszugehen, dass die Masse aus zusammengeschmolzenen Brennelementen ausreichend gekühlt werde.

Unklar ist jedoch, ob das Corium genannte Material auch gänzlich von Wasser bedeckt ist. Die Differenz ist vermutlich auf Schäden zurückzuführen, die das Wasser weiterhin aus dem Behälter gelangen lassen.

Der Elektrizitätskonzern erklärte, man gehe davon aus, dass Wasser aus einem Rohr, das auf gleicher Höhe mit dem Wasserstand liegt, zunächst in die torusförmige Kondensationskammer fließe und durch Schäden in der Kammer schließlich in Bereiche außerhalb des Reaktorgebäudes gelange.

TEPCO plant im Rahmen der Kraftwerksstilllegung, die Bergung der möglicherweise noch vorhandenen Überreste der Brennelemente, aus den Reaktoren und muss zu diesem Zweck den Wasserstand im jeweiligen Sicherheitsbehälter erhöhen, um eine Strahlungsabschirmung erreichen zu können. Hierfür ist jedoch zunächst das schließen aller Wasserlecks erforderlich.

Während in den Reaktoren 1 und 3 bereits entsprechende Lecks lokalisiert werden konnten, ist der Zustand in Reaktor 2 diesbezüglich noch ungeklärt. Zudem geht das Unternehmen davon aus, das neben den entdeckten Lecks noch weitere Schäden an den Reaktoren 1 und 3 bestehen. Das berichtet die NHK.

Zustand, Lage und Form der Brennelemente in allen drei Reaktoren sind gänzlich unklar, Die Reaktoruntersuchung durch Myonenmessung, bei der Elementarteilchen einen Aufschluss über die Lage des Corium geben würde, wird als Möglichkeit im Rahmen künftigiger Arbeiten angesehen.

Strahlungskontrolle des kontaminierten Arbeiters: durchgeführt: Am gestrigen Montag berichteten wir über den Nachweis von radioaktivem Material auf Gesicht und in den Nasenhöhlen eines der Kraftwerksarbeiter. Nach dem Fund war eine Untersuchung mit einem Ganzkörperzähler angeordnet worden, da das Risiko inkorporierter Radioaktivität bestand.

Ganzkörperzähler am AKW Fukushima im November 2011 (Foto: TEPCO)
Ganzkörperzähler am AKW Fukushima (Foto: TEPCO)

Die Kontrolle im medizinischen Zentrum des J-Village, ergab eine geschätzte Strahlungsbelastung von 0,51 Millisievert im Zeitraum der nächsten 50 Jahre. Da dies unter dem Sicherheitswert liegt, bestehe keine Gesundheitsgefährdung.

Als Ursache der Kontamination des Gesichtsbereichs, trotz tragen einer Atemschutzmaske, wurde ein Fehler des Arbeiters ermittelt. Offenbar hatte er die Latexhandschuhe, mit denen er gearbeitet hatte, nicht gewechselt, so dass bei der Montur der Maske die gesamte Innenseite kontaminiert worden sei. Das berichtete TEPCO.

Deutscher Botschafter besucht AKW Fukushima: Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Hans Carl von Werthern, besichtigte zu Beginn des Monats das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Der Betreiber der Anlage veröffentlichte jedoch erst heute fotografische Aufnahmen vom Besuch des diplomatischen Gastes.

AKW Fukushima: Besichtigung des ALPS durch den deutschen Botschafter am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besichtigung des ALPS durch den deutschen Botschafter am 2. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Dabei wurden die Fotos nicht von Text begleitet. Neben der Fahrt über das Gelände der Anlage, gehörten auch die Besichtigung der Bergungsarbeiten von Brennelementen, in Reaktor 4 und des Multinuklid-Filtersystem ALPS, zur Tour des Botschafters.

Nachdem die Bergung der Brennelemente bislang problemlos verläuft, will TEPCO offenbar noch innerhalb dieses Monats alle drei Einheiten des ALPS neu starten.

Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen für Wiederaufbau, hielt von Werthern auch eine Ermutigungsrede vor den Arbeitern der Anlage.

Ältester Mann der Welt stammt aus Fukushima: Nach dem Tod des in Polen geborenen US-Amerikaners, Alexander Imich, der am Sonntagmorgen im Alter von 111 Jahren verstarb, ist nun Sakari Momoi mit ebenfalls 111 Jahren nun ältester Mann der Welt. Die offizielle Anerkennung durch das Guiness Buch der Rekorde ist lediglich noch eine Formalität.

Der früher als Lehrer tätige Momoi, wurde am 5. Februar 1903 in Minamisoma (Präf. Fukushima) geboren und lebt mittlerweile in Saitama, in der Nähe von Tokyo. Auch die älteste Person der Welt stammt aus Japan. Es handelt sich um die 116 Jahre alte Misao Okawa. Über das Rekordalter von Momoi berichteten zahlreiche Medien, darunter die Kyodo und die NHK.

1 KOMMENTAR

  1. dieses sagenhafte kasperletheater der Reaktoren von 1-6 liest sich immer so, dass täglich neue lecks gefunden werden, alles immer im Rahmen sei, aber dennoch steht der Supergau wie ein Damoklesschwert direkt vor der Tür. auch hört man nichts mehr davon, dass an den Küsten der USA die verstrahlten Müllberge die USA verseuchen. den Teppich werartete man ende Mai und nun ist mitte Juni. wo bleiben die Nachrichten? ha?

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