Fukushima aktuell: Koreanische Airline verweigert Flüge auf Regionalflughafen

Fukushima aktuell: Koreanische Airline verweigert Flüge auf Regionalflughafen

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Artikelbild - Flugzeug der Jeju Air (Foto: lasta29 cc-by)
Maschine der Jeju Air (Foto: lasta29 cc-by)

Koreanische Strahlungsängste, rätselhafte Ballons und eine mehrfache Krebserkrankung sind Themen, die in Fukushima heute von Bedeutung sind und es daher auch in unsere heutigen Fukushima News geschafft haben.

Die Einzelheiten der aus Japan aktuell gemeldeten Nachrichten gibt es, pünktlich zum Monatsbeginn, im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Koreanische Billig-Airline meidet Flughafen von Fukushima
  • Rätselhafte Ballons in Präfektur Fukushima sichergestellt
  • Ex-AKW-Arbeiter verklagt TEPCO wegen mehrfacher Krebserkrankung
  • Fischereiverbände weiten Testfanggebiet am AKW aus
  • Neuigkeiten zum gestrigen Erdbeben
Koreanische Billig-Airline meidet Flughafen von Fukushima

Aufgrund von Strahlungsängsten bei der Besatzung lehnt die südkoreanischen Billig-Airline Jeju Air eine Zwischenlandung auf dem Flughafen von Fukushima ab und kündigte an, für Charterflüge künftig auf den Flughafen Sendai (Präf. Miyagi) auszuweichen.

Ursprünglich war für den 18. März ein Weiterflug vom Flughafen Fukushima zum koreanischen Standort Incheon geplant, gefolgt von einem Rückflug am 20. März. Doch die Besatzung des Fliegers habe Gesundheitsbedenken geäußert.

In einer schriftlichen Stellungnahme an die Bediensteten erklärte Manager Choi Kyu-nam, auch wenn es keine Sicherheitsprobleme mit dem japanischen Flughafen gäbe, werde man auf die Sorgen von Angestellten und deren Angehörigen Rücksicht nehmen.

In Südkorea ist die Angst vor Radioaktivität aus Fukushima immer noch hoch und einige Kunden der Airline erklärten bereits, sie würden die Fluglinie künftig boykottieren, da man keine Maschinen nutzen wolle, die über Fukushima fliegen.

Der japanische Billigreise-Veranstalter H.I.S. wollte zwar auf die koreanische Linie setzen, lehnte jedoch die Forderung, einen anderen Flughafen zu nutzen ab und hofft auf ein Einlenken der Koreaner. Das berichteten gestern Kyodo und jiji.

Rätselhafte Ballons in Präfektur Fukushima sichergestellt

Wie die Präfekturpolizei Fukushima bekannt gab, wurden in vier verschiedenen Gemeinden rätselhafte Ballons mit Säckchen entdeckt. Diese enthielten eine Flüssigkeit, sowie einen Timer.

Demnach wurden in Date, Kawamata, Nihonmatsu und Tamura diese Ballons sicher gestellt. Sie sind etwa neun Meter lang und einen Meter breit. Nach Angaben der Polizei geht nach ersten Tests von der Flüssigkeit keine Gefahr aus. Es sei niemand verletzt worden.

Seit September vergangenen Jahres wurden in anderen Präfekturen, wie Akita und Yamagata ebenfalls Ballons sicher gestellt. Man geht davon aus, dass sie eigentlich aus dem Luftraum zwischen Nord- und Südkorea stammen.

Die Polizei sucht nun nach weiteren Ballons. Über die Funde berichteten Präfekturmedien.

Ex-AKW-Arbeiter verklagt TEPCO wegen mehrfacher Krebserkrankung

Ein 58 Jahre alter Mann aus Sapporo, der zwischen Juli und Oktober 2011 als Arbeiter am AKW Fukushima Daiichi tätig war, reichte gestern bei einem Gericht in Sapporo eine Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber TEPCO ein.

Er macht das Unternehmen für die Fälle von Blasenkrebs, Magenkrebs und Darmkrebs verantwortlich, die zwischen Juni 2012 und Mai 2013 bei ihm diagnostiziert worden waren.

Nach seiner Ansicht war die Tätigkeit in der Nähe der Reaktoren 1 bis 6 und die damit verbundene Strahlungsbelastung in einer Gesamthöhe von 56,41 Mikrosievert ursächlich für die später diagnostizierten Krebsfälle. Über die Klage berichtete die Kyodo.

Fischereiverbände weiten Testfanggebiet am AKW aus

Die Präfekturvereinigung der Fischereiverbände beschloss am gestrigen Dienstag, den Testfang in Gebieten nahe des AKW Fukushima Daiichi auszuweiten und auch bislang nicht mehr befischte Bereiche zu nutzen.

Damit sinkt der Radius des freiwilligen Sperrgebiets ab diesem Monat von bislang 20 auf nunmehr zehn Kilometer um die Anlage des Kernkraftwerks. Tetsu Nozaki, Vorsitzender des Dachverbands begrüßte die Entscheidung, versprach aber auch die Wahrung der Sicherheit.

Der im Januar 2016 erwogene Schritt war damals aufgrund der Besorgnis vor  radioaktiv belasteten Trümmern im Küstenbereich zunächst zurückgewiesen worden. Nach der Entfernung des Materials aus dem 20-Kilometer-Radius konnte nun die Einigung erreicht werden.

Über die Maßnahme berichteten Kyodo und jiji.

Neuigkeiten zum gestrigen Erdbeben

Auch wenn das gestrigen Erdbeben an der Küste der Präfektur Fukushima keine Auswirkungen auf die Kernkraftwerke der Region hatte, so wurden jetzt doch zumindest geringe bauliche Schäden an anderen Strukturen gemeldet.

So kam es in der Stadt Soma zu einem Glasschaden an den Fenstern einer Grundschule und der geplante nächtliche Test der Beleuchtung an der Matsukawaura-Brücke wurde abgebrochen. Der Betriebstest soll nach einer bautechnischen Prüfung der Brücke erfolgen.

Auf einer Pressekonferenz in der Nacht erklärte die präfekturale Wetterbeobachtung, es habe sich vermutlich um ein Nachbeben des Tohoku-Großbebens 2011 gehandelt. Kleine Erschütterung wären immer noch heftig genug, dass sich etwa Felsen lösen könnten.

Die Bevölkerung wurde daher dazu aufgerufen, weiterhin vorsichtig zu sein und potentiell riskante Stellen, wie etwa Klippen und Berghänge zu meiden. Das berichteten Präfekturmedien.

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