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Fukushima aktuell: Kostenlose Unterbringung der Evakuierten endet 2020

Einige Gebäude werden im Katastrophengebiet von Kumamoto (Westjapan) weitergenutzt

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Artikelbild - Übergangshaussiedlung (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Übergangshäuser für Evakuierte in der Präfektur Miyagi (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Die Unterbringung Evakuierter ist in Fukushima heute immer noch Thema, denn die finanzielle Belastung für die Behörden durch die Mietkostenunterstützung ist immens.

Unterdessen ist in  Japan aktuell die Weiterverwendung der Übergangshäuser in den Überschwemmungsgebieten Westjapans von Bedeutung. Die Einzelheiten der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. August 2018.

Kostenlose Unterbringung für die meisten Evakuierten endet 2020

Erstmals hat die Verwaltung der Präfektur Fukushima einen offizielle Zeitpunkt bekannt gegeben, an dem die Bereitstellung kostenloser Unterkünfte für Personen aus vier Gemeinden mit schwierigen Rückkehraussichten auslaufen soll.

Als Termin wurde der März 2020 genannt.

Die gestern angekündigte Streichung der mietfreien Unterbringung betrifft 3.298 Haushalte, die ihren Wohnsitz in den evakuierten Gemeinden Iitate und Katsurao, sowie Namie und Tomioka hatten.

Die Streichung der Kostenübernahme umfasst sowohl die Gebäude in Fertigbauweise und Wohncontainer, die als „Übergangshäuser“ dienten, als auch privat angemietete Wohnungen, deren Mietkosten von der Präfektur übernommen wurden.

Für 2.389 Haushalte in fünf Gemeinden, darunter für Rückkehrer freigegebene Orte wie Kawauchi und Kawamata, würde die Maßnahme bereits im März kommenden Jahres enden, doch eine Verlängerung bis 2020 ist bei Sonderfällen möglich.

Einer der Gründe für die Entscheidung ist die Einschätzung, dass es vielen Einwohnern mittlerweile möglich sei, selbst bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Unterdessen sollen Umfragen bei 1.661 Haushalten in Okuma und Futaba ergeben, ob dortige Bewohner nach Ablauf dieser Frist weiterhin der Unterstützung bei der Unterbringung benötigen. Über diese Entwicklung berichtete die Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Hintergrund

Die kostenlose Unterbringung für Evakuierte ist kein neues Thema. Seit Bekanntgabe der Pläne zur Aufhebung von Mietzuschüssen und Kostenübernahmen für so genannte „freiwillig Evakuierte“ im Jahr 2015 hatte es Kritik von den Betroffenen gegeben.

Im Jahr 2016 waren Proteste gegen die Aufhebung die Folge und im Jahr 2017 wurde sogar offiziell Räumungsklagen gegen Evakuierte angestrebt. Zuletzt war Anfang diesen Jahres eine Mietkostenbeteiligung durch TEPCO angekündigt worden.

Derzeit werden die ersten hölzernen Übergangshäuser in Westjapan wieder aufgebaut, wo sie den Opfern der schweren Unwetter im Juli 2018 Obdach bieten sollen. Einige waren zuvor 2011 von dort an die Gemeinden in Fukushima gespendet worden.

Bislang war die Wiederverwendung der Gebäude in Fukushima selbst erfolgt, nachdem 2017 die Bekämpfung der Termitenschäden abgeschlossen werden konnte, die zwei Jahre zuvor gemeldet worden waren.

Die aktuelle Neunutzung ist aufgrund der Itakura-Bauweise möglich, die fast ohne Nägel und andere Metallkomponenten auskommt und zudem sehr widerstandsfähig ist.