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Fukushima aktuell: Kraftwerksarbeiter stirbt an Herzstillstand

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Artikelbild: Herzinfarkt (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Aus für Kliniken in Evakuierungsgebiet des AKW (Foto: pd)

Kurz vor Beginn des Wochenendes, kam am AKW Fukushima heute ein Kraftwerksarbeiter ums Leben und in einem weiteren Fall wurde eine Kontamination festgestellt. Weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. August 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Fukushima-Arbeiter gestorben
  • Gesichtskontamination bei AKW-Arbeiter
  • Fischer über Verklappungspläne für kontaminiertes Wasser bestürzt
  • Verstöße gegen Arbeitsschutz bei Dekontaminationsarbeiten
  • AKW Takahama mit fehlerhaften Tsunami-Berechnungen

Fukushima-Arbeiter stirbt an Herzstillstand: Am heutigen Freitag entdeckten Kraftwerksarbeiter gegen 7:45 Uhr den Angestellten eines Partnerunternehmens, der vor dem neuen Verwaltungsgebäude auf dem Boden lag, nachdem er zuvor gestürzt war.

Bei einer Untersuchung im Notfallzentrum wurde ein Herzstillstand festgestellt und um 8:10 Uhr ein Krankenwagen gerufen, der den Patienten in ein Krankenhaus brachte. Von dort wurde um 10:32 Uhr der Tod des Arbeiters bestätigt. Weitere Angaben machte TEPCO nicht.

Ein anderer Kraftwerksarbeiter überlebte einen Herzstillstand im Februar 2013. Im Januar 2012 gab es einen Herzstillstand mit Todesfolge und auch im August 2012 meldete TEPCO diesen medizinischen Notfall von der Anlage.

In der Vergangenheit hatte man hohe Temperaturen und das Alter der Arbeiter als Gründe genannt, ein Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit am AKW dagegen stets bestritten. Kritiker bemängeln, TEPCO lege die Todeszahlen der Arbeiter ohnehin zu niedrig an und gebe Personen, die außerhalb ihrer Arbeitszeit sterben, nicht als offizielle Todesfälle bekannt.

Gesichtskontamination bei AKW-Arbeiter: Gegen 11:30 Uhr wurde bei einer Sicherheitskontrolle die Kontamination der Nasenhöhle und eine Anhaftung von radioaktivem Material im Gesichtsbereich festgestellt. Da die Möglichkeit einer Inkorporation durch die Atmung besteht, wurde eine Untersuchung mit einem Ganzkörperzähler angeordnet.

Der betroffene Arbeiter war mit Kollegen an der Entfernung überflüssiger Kabel im Gebäude von Reaktor 1 beschäftigt.

Kontaminationen dieser Art treten immer wieder auf. So war eine Gesichtskontamination Ende Juli entdeckt worden. Auch in der weiteren Vergangenheit wurden derartige Zwischenfälle gemeldet.

Fischer über Verklappungspläne für kontaminiertes Wasser bestürzt: Bei einem gestrigen Treffen hinter verschlossenen Türen, setzte Kraftwerksbetreiber TEPCO die Mitglieder einer Fischereivereinigung über die jüngsten Pläne der Regierung und des Energiekonzerns in Kenntnis.

Nach der ineffektiven Grundwasserumleitung und der damit verbundenen Verklappung von sauberem Grundwasser aus den Bergen, sollen künftig auch radioaktiv belastetes Grundwasser aus Posten in Reaktornähe und einer Metallbarriere  entlang der Küstenbefestigung zunächst gefiltert und anschließend ebenfalls in den Pazifischen Ozean verklappt werden.

Der Vorsitzende der Fischereivereinigung erklärte gegenüber Journalisten, man sei bestürzt über den Umstand, das gerade einmal drei Monate nach Einführung der Grundwasserumleitung angeblich eine zweite Maßnahme erforderlich sei. Dies bringe das Risiko noch größerer Verbraucherängste und weiterer Einbußen für den Fischfang vor Fukushima. Das berichtete die NHK.

Verstöße gegen Arbeitsschutz bei Dekontaminationsarbeiten: Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte das Arbeitsministerium die Zahlen zur Untersuchung von 313 Unternehmen, die mit Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur betraut waren. Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass bei 186 Betrieben eine Verletzung der Arbeitsschutzregelungen vorlag. Damit liegt der Anteil der Verstöße bei 59,4 Prozent.

Schutzanzug mit transparenten Dosimetertaschen am 12. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Schutzanzug mit transparenten Dosimetertaschen am 12. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Insgesamt wurden 335 Fälle von Verstößen nachgewiesen. Dabei lagen 160 Verstöße gegen Bestimmungen zum Arbeitsplatz und 175 weitere im Bereich Gesundheit und Sicherheit vor. In 25 dieser Fälle lagen Fehler bei der Erfassung externer Strahlungsbelastung vor, was einen Anstieg zum Vorjahr bedeutet.

Die Untersuchung wurde zwischen Januar und Juni durchgeführt. Trotz dieser hohen Zahlen stellt dies im Vergleich zum Vorjahr mit 444 Fällen einen Rückgang dar und auch die Rate der Verstöße sank um 8,6 Prozent.

Das Arbeitsministerium kommt zu dem Schluss, dass die Botschaft der Regelungen mitlerweile bei den Unternehmen angekommen sei. Funde von Arbeitern ohne Dosimeter zeigten jedoch, dass noch kein Grund für Optimismus bestehe. Das melden Präfekturmedien.

AKW Takahama mit fehlherhaften Tsunami-Berechnungen: Wie heute bekannt gegeben wurde, sind Kansai Electric, Betreiber des AKW Takahama (Präf. Fukui), bei der Beurteilung der Anlagensicherheit einige Fehler unterlaufen. Dabei habe man offenbar die Daten zur Höhenberechnung potentieller Tsunami nicht richtig berechnet und zu niedrig angesetzt.

Die Reaktoren 3 und 4 der Anlage Takahama, gelten neben dem Kernkraftwerk Sendai (Präf. Kagoshima), als aussichtsreichste Kandidaten für einen möglichen Neustart. Die Notwendigkeit der Atomaufsichtsbehörde NRA neue Berechnungen vorlegen zu müssen, dürfte den Hoffnungen auf einen schnellen Neustart einen Dämpfer verpasst haben. Das berichtete die Kyodo.

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