Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kran-Pannen an Reaktor 3 setzen sich fort

Fukushima aktuell: Kran-Pannen an Reaktor 3 setzen sich fort

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Transfer der Brennelemente-Wechselmaschine am 20. November 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Transfer der Brennelemente-Wechselmaschine am 20. November 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Wenn vom AKW Fukushima heute Probleme mit einem Kran am Gebäude von Reaktor 3 gemeldet werden, so handelt es sich um die Fortsetzung einer Reihe von Pannen, die dort bereits zuvor an kranartigen Strukturen auftraten.

Details dieser Fukushima News, sowie aus Japan aktuell gemeldete Informationen zum Verschwinden von kontaminiertem Erdreich gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. August 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Weitere Kran-Panne bei Arbeiten an Fukushima-Reaktor 3
  • Neue Informationen zur verschwundenen Erdlieferung
Weitere Kran-Panne bei Arbeiten an Fukushima-Reaktor 3

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi musste am heutigen Mittwoch eine weitere Störung bei den Arbeiten an Reaktor 3 melden. Diesmal kam es zu einem Alarm, der zum automatischen Stopp eines Krans führte.

Bislang wird das Gerät für den Transfer von Equipment und Material für Arbeiten unter der Kuppel des Schutzmantels genutzt. Dies ist jedoch nicht seine eigentliche Bestimmung, was den Zwischenfall noch problematischer macht.

Der Kran soll nämlich später jene Behälter sicher handhaben, in denen abgebrannte Brennelemente aus dem Abklingbecken im Obergeschoss des Gebäudes entfernt werden. Bereits im Mai hatte es einen Kurzschluss am gleichen Kran gegeben.

Doch auch andere Kran-Konstruktionen an Reaktor 3 sorgten in jüngster Vergangenheit für Probleme und führten zu zeitweisen Unterbrechungen. So war es erst Anfang des Monats zu einer ähnlichen Störung an der Brennelemente-Wechselmaschine gekommen.

Das Betreiberunternehmen TEPCO erklärte, auch im aktuellen Fall die Ursache für den Alarm ermitteln zu wollen, will sich aber zugleich nicht von seinem bisherigen Zeitplan für den Fukushima-Reaktor 3 abbringen lassen.

TEPCO hat den Beginn der ersten Arbeiten für die Bergung der abgebrannten Brennelemente für den November festgesetzt und will vorerst auch an diesem Zeitrahmen festhalten. Über das Problem berichteten Präfekturmedien.

Neue Informationen zur verschwundenen Erdlieferung

Gestern berichteten wir an dieser Stelle über eine Meldung aus dem Umweltministerium, dort sei angeliefertes kontaminiertes Erdreich verloren gegangen. Heute gaben die japanischen Medien weitere Details bekannt, wenn auch teilweise wiedersprüchlich.

Demnach handelt es sich um kleine Pappkartons, die dem Ministerium am 8. und 16. November 2011 von einem namentlich bekannten Sender aus der Stadt Fukushima durch einen Lieferdienst zugestellt worden waren.

Die Lieferungen waren damals mit einer Notiz versehen worden, auf der das Ministerium zur Aufbewahrung und Entsorgung des Erdbodens von einem Privatgrundstück aufgefordert wurde.

Die ungewöhnliche Postsendung wurde  in einem Aluminiumbehälter aufbewahrt – andere Quellen sprechen nun von einer Stahlkassette. Deren Inhalt war offenbar im Januar diesen Jahres bei der Entsorgung nicht mehr benötigten Materials irrtümlich entsorgt worden.

Auch in den heutigen Meldungen wird jedoch betont, von dem Material gehe keine Gefahr aus. Damals war eine Strahlungsdosis von 0,6 Mikrosiviert pro Stunde und eine Konzentration von radioaktivem Material in Höhe von 4.000 Becquerel pro Kilo nachgewesen worden.

Mittlerweile würden die Werte aufgrund der Halbwertszeit über die Jahre hinweg auf nunmehr 0,2 Mikrosievert bzw. 2000 Becquerel gesunken sein. Somit sei eine Gesundheitsgefahr praktisch ausgeschlossen.

Unter anderem berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun über den Fund.