Start Aktuelles Fukushima aktuell: Krebskranker AKW-Arbeiter verklagt TEPCO

Fukushima aktuell: Krebskranker AKW-Arbeiter verklagt TEPCO

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Artikelbild: Yen (Foto: pd)
TEPCO muss gleich in zwei Fällen Hinterbliebene entschädigen (Symbolfoto: pd)

Nicht nur TEPCO sieht sich im Zusammenhang mit den Erkrankungen eines früheren Beschäftigten am AKW Fukushima heute mit einer ungewöhnlichen Klage konfrontiert.

Auch weitere Fukushima News weisen einen Bezug zum körperlichen Befinden der Beschäftigten auf. Mehr zu den aus Japan aktuell gemeldeten Ereignissen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ex-AKW-Arbeiter klagt wegen Krebserkrankung
  • AKW-Angestellter bei Arbeitsunfall verletzt
  • Bergwasserverklappung am Dienstag durchgeführt

Ex-AKW-Arbeiter klagt wegen Krebserkrankung: Ein früherer Angestellter am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi verklagt TEPCO und Subunternehmen wegen seiner dreifachen Krebserkrankung.

Es handelt sich nach Darstellung seiner Rechtsanwälte um den ersten Rechtsstreit, bei dem es um einen Zusammenhang zwischen Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi und Krebs geht.

Der 57 Jahre alte Mann war zwischen Juli und Oktober 2011 bei der Yamazaki Construction Corporation, einem Subunternehmen des TEPCO-Vertragspartners Taisei Corporation angestellt und mit schweren Räumarbeiten beauftragt.

Nachdem zunächst Blasenkrebs (Juni 2012), dann Magenkrebs (März 2013) und Darmkrebs (Mai 2013) entdeckt worden war, reichte er im August 2013 einen Antrag auf Unfallentschädigung ein.

Die Tumore hätten sich jeweils unabhängig voneinander gebildet, es sei nicht zu einer Streuung gekommen.

Als Reaktion auf die Ablehnung des Antrags im Januar 2015 fordert er nun von den drei Unternehmen eine Gesamtsumme in Höhe von rund 65 Millionen Yen.

Davon entfallen 54,72 Millionen Yen auf TEPCO, während die weiteren zehn Millionen auf seine unmittelbaren Arbeitgeber entfallen.

Als Begründung führt er an, seine Krebserkrankungen seien eine unmittelbare Folge der Strahlungsbelastung während seiner Tätigkeit am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Aus seinen Arbeitspapieren geht hervor, dass er lediglich einer Strahlung in Höhe von 56,41 Millisievert ausgesetzt gewesen sei.

Alleine das stellt bereits eine Überschreitung des jährlichen Jahresgrenzwerts von 50 Millisievert beim Normalbetrieb eines AKW dar.

Er selbst behauptet jedoch, zeitweise ohne Dosimeter gearbeitet zu haben, um länger im Einsatz bleiben zu können und sogar von einer Strahlungsdosis über 100 Millisievert betroffen gewesen zu sein.

Zudem habe man ihm versichert, das Gerät zur Trümmerräumung lediglich ferngesteuert bedienen zu müssen. Tatsächlich habe er jedoch mehrfach selbst Hand angelegen müssen, falls das Räumgerät nicht zum Einsatz kommen sollte.

TEPCO erklärte, man prüfe die bei einem Gericht in Sapporo (Präf. Hokkaido) eingereichte Klage und werde die Forderungen in angemessener Weise prüfen.

Die Taisei Corporation gab bekannt, man werde sich erst nach eingehen der Gerichtsdokumente zum Sachverhalt äußern.

Über die Entschädigungsforderung berichteten Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun und die jiji.

Das Fehlen von Dosimetern bei AKW-Arbeitern und sogar die vorsätzliche Abschirmung von Dosimetern mit Blei zur Verfälschung der Messwerte, war bereits in der Vergangenheit bekannt geworden.

Es gab sogar den Versuch, die Dosimeter-Manipulation kleinzureden. Die jetzigen Behauptungen des klagenden Arbeiters dürfte daher insbesondere langfristige Leser nicht überraschen.

AKW-Angestellter bei Arbeitsunfall verletzt: Am heutigen Mittwoch kam es im Norden des Lagertankbereichs H2 zu einem Arbeitsunfall, bei dem ein Angestellter eines Partnerunternehmens verletzt wurde.

Bei der Nutzung einer Leiter an der Seitenwand eines Lagertanks rutschte er ab. Da er das vorgeschriebene Sicherungsgeschirr trug, stürzte er nicht in die Tiefe, zog sich jedoch eine Verletzung zu.

Nach einem ersten Transport in das medizinische Notfallzentrum und der dortigen Untersuchung, wurde der Transfer in ein Krankenhaus angeordnet und ein Krankenwagen verständigt.

Der Arbeiter sei bei Bewusstsein und man habe kein radioaktives Material am Körper festgestellt. Weitere Angaben gab es von Betreiberseite nicht.

Bergwasserverklappung am Dienstag durchgeführt: Nachdem zuletzt am vergangenen Mittwoch eine Gesamtmenge von 1.944 Tonnen verklappt worden war, fand am gestrigen Dienstag eine weitere Aktion statt.

Demnach wurden zwischen 10:17 Uhr und 17:50 Uhr Uhr weiteres sauberes Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik eingeleitet. Die Gesamtmenge belief sich auf 1.875 Tonnen.

Wie bereits zuvor sei es bei der Durchführung der Maßnahme nicht zu Lecks, oder technischen Störungen gekommen. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

 

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