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Fukushima aktuell: Kritik am Verkauf von AKW-Souvenirs

Entscheidung zum Souvenir-Verkauf am AKW Fukushima Daiichi ist umstritten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Fertiggestellte Spundwand am 26. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima (Foto: Copyright by TEPCO)

Fördert TEPCO den Katastrophentourismus, wenn am AKW Fukushima heute Souvenirs verkauft werden? Diese Frage beschäftigt in Japan aktuell (nicht nur) Betroffene der Katastrophen vom März 2011.

Weitere Fukushima News melden ironischerweise, dass ein Präsentationsprojekt des Unternehmens ausgezeichnet wurde. Diese und weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. August 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Vorbehalte gegen Souvenirverkauf am AKW Fukushima
  • Virtuelle AKW-Tour gewinnt Auszeichnung
  • Hintergründe zu illegaler Entsorgung nach Abrissarbeiten
Vorbehalte gegen Souvenirverkauf am AKW Fukushima

Seit Mittwoch verkauft der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi in einer Konbini-Filiale vor Ort Foto-Sets des Kernkraftwerks in einer DIN A4-Plastikhülle. Diese Entscheidung führte inbesondere im Internet zu gemischten Reaktionen.

Kritiker bemängeln, dass derartige Souvenirs die Gefühle der Evakuierten verletzen würden und zudem den falschen Eindruck vermitteln, die Krise sei Vergangenheit, obwohl die Stillllegung mindestens 50 Jahre dauern wird und es nach wie vor ungelöste Probleme gibt.

Die Betreiberfirma TEPCO rechtfertigte den Verkauf der Souvenirs an Touristen mit dem Argument, Angestellte und Besucher hätten den Wunsch nach den Memorabilia geäußert.
Auch würden die 300 Yen praktisch den Herstellungskosten entsprechen, man profitiere also nicht finanziell.

Stattdessen erhoffe man sich, dass die Darstellungen dazu beitragen, Angehörige und Verwandte über die Fortschritte am Kernkraftwerk zu informieren. Die verschiedenen Bilder zeigen sowohl die Reaktoren, als auch AKW-Arbeiter an den Wasserlagertanks und den E-Bus an der Anlage.

Auch in den sozialen Netzwerken gab es nicht nur Kritik, sondern auch positive Haltungen gegenüber der Entscheidung. So wurde argumentiert, durch den Verkauf der Andenken würden die Ereignisse dort nicht in Vergessenheit geraten.

Über die gemischten Reaktionen berichtete die NHK, sowie Lokalmedien.

Virtuelle AKW-Tour gewinnt Auszeichnung

Ende März ging die virtuelle Tour „Inside Fukushima Daiichi“ online und bietet dem interessierten Besucher eine Art Rundgang über das Kraftwerksgelände, um einen Eindruck von der Situation vor Ort zu vermitteln.

Wie die Betreiberfirma TEPCO gestern bekannt gab, gewann die Präsentation auf der Webseite nun den „Code Award 2018“ in der Kategorie „Kampagne“. Das Unternehmen fühlt sich nach eigenen Angaben bestärkt, weiter ansprechend Informationen zu veröffentlichen.

Über den Gewinn berichtete TEPCO  auf seiner Webseite.

Hintergründe zu illegaler Entsorgung nach Abrissarbeiten

Nachdem die illegale Abfallentsorgung in Okuma bekannt wurde, hat sich die verantwortliche Firma nun zu ihrem Vorgehen geäußert. Sie hatte kleinere Trümmer und Abfälle nicht ins Zwischenlager transportiert, sondern vor Ort vergraben.

Das Unternehmen erklärte, da es sich um kleine Abfälle gehandelt habe, wäre das Aufsammeln und der Abtransport mühsam gewesen. Bei der Entsorgung vor Ort habe es sich um die effektivere Alternative gehandelt.

Das Umweltministerium untersuchte die Abfälle und stellte Strahlungswerte von maximal 0,23 Mikrosievert fest. Nun erwägt das Ministerium weitere Schritte gegen die Verantwortlichen. Das berichteten Präfekturmedien.