Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kritik an arbeitsrechtlichen Verstößen

Fukushima aktuell: Kritik an arbeitsrechtlichen Verstößen

Dekontamination und Stilllegungsarbeiten in Fukushima durch Gesetzesverstöße überschattet

1199
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Dekontamination durch Mäharbeiten und Bodenabtragung (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Dekontamination durch Mäharbeiten und Bodenabtragung (Foto: Copyright by TEPCO)

Der gerechte Umgang mit Arbeitskräften im Bereich der AKW-Stillegung und Dekontamination ist in Fukushima heute nach wie vor ein Problem, wie aktuelle Zahlen zeigen. Weitere Fukushima News bieten dagegen Grund zur Freude für die Präfektur.

Mehr zu den Meldungen, die aus Japan aktuell gemeldet werden, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Gesetzesverstöße bei AKW-Arbeiten und Dekontamination im Jahr 2017
  • Südkorea im Streit um Lebensmittelimporte zurückgeschlagen
Gesetzesverstöße bei AKW-Arbeiten und Dekontamination im Jahr 2017

Am heutigen Freitag veröffentlichte das Arbeitsamt Fukushima neue Angaben zu Art und Umfang der arbeitsrechtlichen Verstöße bei Unternehmen, die mit der Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi und Dekontamination in der Präfektur beauftragt sind.

Die Zahlen betreffen das Jahr 2017.

Bei den Stilllegungsarbeiten wurden bei 129 der 336 Vertragsunternehmen insgesamt 210 Gesetzesverstöße festgestellt. Das entspricht 38,4 Prozent und stellt einen Rückgang um 7,6 Punkte im Vergleich zum Vorjahr dar.

Zu den illegalen Praktiken gehören mangelnde Information der Angestellten über ihre Strahlungsbelastung, fehlender Lohnausgleich für Überstunden und fehlende Dokumentation der Arbeitszeiten.

Im Fall der Dekontaminationsmaßnahmen wurden bei 121 der 274 Unternehmen illegale Praktiken in 179 Fällen nachgewiesen. Mit 44,2 Prozent war der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr noch deutlicher.

Hier zählten zu den Verstößen das fehlende Tragen von Staubschutzmasken, oder die Gewährung der einstündigen Pause, wenn die tägliche Arbeitszeit über acht Stunden liegt.

Die Behörde will nun die Auftraggeber der Vertragsunternehmen zu mehr Sorgfalt aufrufen und verlangt die Durchführung von Nachbesserungen durch die Firmen. Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Südkorea im Streit um Lebensmittelimporte zurückgeschlagen

Der Versuch der Regierung von Südkorea, die Einfuhr von Meeresprodukten aus Japan durch zusätzliche Kontrollen und Importverbote zu erschweren, ist durch die Welthandelsorganisation (WTO) abgelehnt worden.

Damit stützt die WTO eine Beschwerde der japanischen Regierung aus dem Jahr 2015, mit dem die Inselnation gegen die südkoreanischen Beschränkungen für den Import von Lebensmitteln aus acht Präfekturen protestiert hatten.

Tokyo: Waren auf dem Ameyoko (Foto: Copyright by KJ)
Japan erringt Erfolg gegen koreanische Importverbote (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Nach Ansicht der Verantwortlichen der Welthandelsorganisation waren die Maßnahmen zunächst gerechtfertigt, doch in Anbetracht der veränderten Situation stelle eine Aufrechterhaltung einen Verstoß gegen WTO-Richtlinien dar.

Das Land solle die restriktiven Importregelungen für insgesamt 28 Produkte aus den acht Präfekturen aufheben. Die stark übertriebenen Strahlungskontrollen, die nur für japanische Waren gelten, würden den freien Handel behindern.

Südkorea hatte den Import im Jahr 2013 noch stärker beschränkt und trotz japanischer Proteste, bis zum jetzigen Zeitpunkt beibehalten. Die Regierung in Seoul kündigte an, die nationalen Regelungen aufrechtzuerhalten und will die Entscheidung anfechten.

Der Streit dürfte somit in die Hände einer höheren Instanz bei der WTO wandern und der Handelskonflikt zwischen den Nachbarstaaten andauern.E ine endgültige Entscheidung ist frühestens im Sommer zu erwarten.

Während einige Staaten ihre Beschränkungen bereits aufgehoben haben, halten insbesondere einige asiatische Länder an ihren Verboten fest. Südkorea ist jedoch bislang das einzige Land, gegen dessen Entscheidung Japan bei der WTO protestierte.

Japans Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga zeigte sich mit den Äußerungen der WTO zufrieden. Über die Entscheidung berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo.