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Fukushima aktuell: Kritik an TEPCO nach zeitweisem Grundwasserabfall

Riskante Situation wurde nicht sofort bekannt gemacht

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Artikelbild - AKW Fukushima: Heraufpumpen von Grundwasser am 21. September 2016 (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Heraufpumpen von Grundwasser am 21. September 2016 (Foto: Copyright by TEPCO)

Nach der potentiell gefährlichen Situation vom Mittwoch sieht sich der Betreiber des AKW Fukushima heute mit Vorwürfen konfrontiert. Unterdessen kam es auf der Anlage wieder einmal zu einem Fehlalarm.

Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. August 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Kritik an verspäteter Bekanntgabe riskanter Grundwasserschwankung
  • Fehlalarm an Luftmessposten
  • Zahl der Evakuierten außerhalb der Präfektur gesunken
Kritik an verspäteter Bekanntgabe riskanter Grundwasserschwankung

Am heutigen Freitag besuchte Toyoshi Fukata, Chef der Atomaufsichtsbehörde NRA, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Anschließend äußerte er sich zum jüngsten Zwischenfall auf der Anlage des Kraftwerks.

Am Mittwoch war in der Nähe von Reaktorgebäude 4 vorübergehend ein plötzlicher Fall des Grundwasserpegels aufgetreten, was zur vermehrten Stauung von radioaktivem Abwasser im Untergeschoss des Gebäudes führte.

Obwohl dadurch das Risiko eines unkontrollierten Überlaufens aus dem Keller bestand, ging TEPCO zunächst nur von einem Fehler der Pegelmessung aus und informierte die Öffentlichkeit erst einen Tag später über die Ereignisse.

Fuketa kritisierte die Versäumnisse deutlich. Diesen Mangel an Kommunikation habe TEPCO bereits in der Vergangenheit gezeigt. Dabei sei die Umkehr der Pegelstände von Grundwasser und kontaminiertem Abwasser eine der gefürchtetsten Bedrohungen vor Ort.

TEPCO entschuldigte sich für die verspätete Bekanntgabe. Über die Kritik am Vorgehen des Kraftwerksbetreibers TEPCO berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Am Mittwoch hatte gegen 18:30 Uhr ein Alarm darauf hingewiesen, dass der Grundwasserstand einen Meter tiefer liege, als der Pegel der Abwässer im Keller. Doch TEPCO ging von einem Defekt aus, prüfte nicht vor Ort nach, so dass es zur Verzögerung kam.

Der Grundwasserspiegel stieg dann etwa 23 Minuten später wieder an, so dass die Bedrohungslage vorbei war. Die Ursache ist noch unklar. Es wird geprüft, ob Arbeiten an einem sechs Meter entfernten Grundwasserposten ursächlich waren.

TEPCO versicherte, andere Grundwassermessposten wiesen keine Auffälligkeiten nach und auch Kontrollen der Strahlungsbelastung des Wassers hätten keine Änderungen bei der Konzentration radioaktiven Materials ergeben (Spreadnews berichtete).

Kritiker des so genannten Eiswall-Projekts hatten seit Beginn der Maßnahme vor dem Risiko eines solchen abrupten Grundwasserabfalls gewarnt.

Fehlalarm an Luftmessposten

Heute löste ein Staubmessposten, der die Konzentration radioaktiver Partikel in der Umgebungsluft überwacht, gegen 11:47 Uhr einen „schweren Alarm“ aus, der auf eine hohe Luftbelastung durch radioaktives Material hinwies.

Als Sicherheitsmaßnahme wurden die Demontagearbeiten an Reaktor 1 zeitweise gestoppt, um eine mögliche Verbreitung von kontaminiertem Baustaub durch die Maßnahme ausschließen zu können.

Andere Messposten in der näheren Umgebung zeigten dagegen keine Auffälligkeiten und auch am fraglichen Gerät kehrte der Stand auf die Ausgangswerte zurück.

Eine anschließende Kontrolle des Filterpapiers aus dem Gerät wies lediglich natürliche Isotope, wie Bismut-214 nach und ergab keine Hinweise auf irgendeine Form von Kontamination.

Daher wurde das Ereignis als Fehlalarm eingestuft, das Messgerät ersetzt und die neue Vorrichtung gegen 13:18 Uhr wieder in Betrieb genommen. Der Messposten gibt nun wieder unauffällige Werte an. Über den Alarm berichtete der AKW-Betreiber TEPCO.

In der Vergangenheit war es wiederholt zu solchen Fehlalarmen an Messposten auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi gekommen – selbst wenn die Windrichtung eine gestiegene Kontamination extrem unwahrscheinlich machte.

Zahl der Evakuierten außerhalb der Präfektur gesunken

Basierend auf den monatlichen Umfragen durch die Behörde für Wiederaufbau, liegen aktuelle Angaben zur Zahl der Evakuierten vor, die seit den Tohoku-Katastrophen außerhalb der Präfektur Fukushima leben.

Demnach wohnen 35.166 früheren Einwohner noch außerhalb ihrer Heimatpräfektur (Stand 14. Juli 2017). Das ist im Vergleich der vorangegangenen Zählung vom 16. Juni ein Rückgang um 495 Personen. Das berichten Präfekturmedien.

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