Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kritik an vertraulichen Gesprächen zur Atommülllagerung

Fukushima aktuell: Kritik an vertraulichen Gesprächen zur Atommülllagerung

1685
0
TEILEN
Artikelbild - Gebäude des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie, METI (Foto: pd)
Gebäude des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie, METI (Foto: pd)

Das Vorgehen bei der Lagerortsuche für hochradioaktive Abfälle wird kritisiert und ist für die Präfektur Fukushima heute ebenfalls ein Thema. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Juli 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Präfektur Fukushima lehnt Atommülllager-Veranstaltung ab
  • Experten lehnen Geheimhaltung von Atommüllgesprächen ab
  • Niedrige Dauerstrahlungsbelastung erhöht Leukämie-Risiko geringfügig

Präfektur Fukushima lehnt Atommülllager-Veranstaltung ab: Die landesweit durchgeführten Informationsveranstaltungen zur Lagersuche für hochradioaktive Abfälle, werden vorerst um die Präfektur Fukushima einen Bogen machen.

Um die stark radioaktiven Abfälle endlagern zu können, wäre ein Standort mit Lagermöglichkeiten in mindestens 300 Metern Tiefe erforderlich. Nun werden entsprechende Kandidaten gesucht.

Nachdem die Bereitschaft zur freiwilligen Nominierung von Standorten extrem gering ausfiel, gilt seit Mai eine neue Regelung.

Diese erlaubt es dem Industrieministerium, selbst potentielle Standortkandidaten zu wählen. Bislang fanden landesweit in 39 Präfekturen Informationsveranstaltungen statt.

Doch die Verantwortlichen der Präfektur Fukushima lehnten einen Veranstaltungsantrag des Industrieministeriums unter Verweis auf die Belastung durch die Stilllegungsarbeiten am AKW Fukushima Daiichi ab.

Auch der derzeitige Bau von Zwischenlagern für einen 30-Jahres-Zeitraum stehe Veranstaltungen für weitere Lagerungspläne entgegen. Über die Ablehnung berichtete die NHK.

Experten lehnen Geheimhaltung von Atommüllgesprächen ab: Ein Expertenausschuss kritisierte bei einem Treffen am heutigen Freitag die Vertraulichkeit der Gespräche des Industrieministeriums zur Lagerung hochradioaktiver Abfälle.

Ihrer Aufforderung nach einer öffentlichen Diskussion sei nicht entsprochen worden.

Nach Angaben des Industrieministeriums sollen die Gespräche hinter verschlossenen Türen den Vertretern potentieller Lagerstandorte eine freiere Meinungsäußerung ermöglichen.

An den bisherigen 39 Treffen beteiligten sich zwar annähernd 70 Prozent der jeweiligen Behörden – manche lehnten jedoch die Teilnahme aufgrund der Geheimhaltung ab.

Nach der Neuregelung vom Mai kann das Industrieministerium selbst potentielle Standorte wählen und die Gemeinden dann um Kooperation bitten.

Es bestehen große Vorbehalte gegen die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle und den Experten zufolge, wirke sich die Vertraulichkeitspolitik zusätzlich negativ aus.

Auch sei den beteiligten Gemeinden auf diese Weise nur schwer vermittelbar, dass allein die Teilnahme an den Gespräche keine Vorauswahl als Standort darstelle. Hierüber berichtete die NHK.

Niedrige Dauerstrahlungsbelastung erhöht Leukämie-Risiko geringfügig: Eine Internationale Studie zur Krebsforschung macht Angaben zum Zusammenhang zwischen niedriger Strahlungsbelastung und Leukämie.

In der Studie wurden die Gesundheitsdaten von 308,297 Beschäftigten an Kernkraftanlagen in Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten im Zeitraum von 60 Jahren  ausgewertet.

Dabei kamen die Experten zu dem Schluss, das die langfristige Belastung durch geringe Strahlungsmengen zu einem leichten Anstieg des Leukämie-Risikos führt.

Bei einer Langzeitbelastung von einem Millisievert, steige das Gesundheitsrisiko um drei Promille und dieses Verhältnis bliebe bis zu Werten von bis zu 100 Millisievert unverändert.

Die durchschnittliche Jahresbelastung der Arbeiter innerhalb der Studie lag bei 1,1 Millisievert und die Kumulativdosis bei 15,9 Millisievert. Insgesamt 531 der Arbeiter starben an Leukämie.

Zwar ist sich die Internationale Strahlenschutzkomission im Fall eines Anstieg des Krebsrisikos bei Belastungen über 100 Millisievert einig – Uneinigkeit besteht jedoch über den Grad der Gesundheitsgefährdung bei geringerer Strahlungsbelastung.

Die Studie wurde unter anderem vom japanischen Gesundheitsministerium und dem US-Energieministerium finanziell unterstützt.

Sie findet sich im britischen Medizinfachmagazin „The Lancet Haematology“ (Juni 2015) unter dem Titel: „Ionising radiation and risk of death from leukaemia and lymphoma in radiation-monitored workers (INWORKS): an international cohort study“.

Über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse berichtete die Kyodo.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here