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Fukushima aktuell: Kritischer Grundwasserbrunnen wieder in Betrieb

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Artikelbild - AKW Fukushima: Eine Pumpe des Grundwasserumleitungsprojekts am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoher Tritiumwert an Grundwasserpumpe nachgewiesen (Pumpenfoto: TEPCO)

Während viele Menschen am heutigen Donnerstag auf den Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien warten, galt am AKW Fukushima heute anderen Dingen die Aufmerksamkeit. Wieder ist in den Fukushima News die Grundwasserumleitung von Bedeutung. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Kritischer Grundwasserbrunnen wieder in Betrieb
  • Höhere Betastrahlungswerte in Grundwasserprobe
  • Lob und Kritik nach Personalwechsel der NRA

Kritischer Grundwasserbrunnen wieder in Betrieb: Kraftwerksbetreiber TEPCO kündigte am heutigen Donnerstag an, den Grundwasserbrunnen Nr. 12 wieder in Betrieb zu nehmen. Die Grundwasserpumpe gehört zum Grundwasserumleitungssystem, mit dem das Anfallen von radioaktivem Abwasser verringert werden soll.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigte Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Im Rahmen des Projekts, wird an 12 Grundwasserbrunnen das aus den Bergen kommende Grundwasser heraufgepumpt und in Sondertanks umgeleitet, so dass es nicht durch Abwässer des Kraftwerksgeländes kontaminiert werden kann und der Wasserstand in den Untergeschossen der Gebäude nicht steigt.

Der Posten war im April erstmals durch Grenzwertüberschreitung aufgefallen und kurzfristig außer Betrieb genommen worden, anschließend jedoch neu gestartet worden. Ende Mai erneut gestoppt –  nachdem der Tritiumwert der Grundwasserpumpe Nr. 12 auf 1.700 Becquerel pro Liter gestiegen war.

Im Verlauf der weiteren Kontrollen, waren am 26. und 29. Mai 2014, unverändert 1.700 Becquerel nachgewiesen worden. Am 2. Juni fiel der Wert erstmals wieder auf den Wert von 1.500 Becquerel, den sich TEPCO selbst als Grenzwert auferlegt hatte. Eine Wiederinbetriebnahme wäre somit zumindest theoretisch möglich gewesen.

Wenige Tage später, am 5. Juni, musste das Unternehmen jedoch erneut einen Tritiumanstieg auf 1.700 Becquerel  feststellen.Von TEPCO durchgeführte Kalkulkationen eines möglichen Aufwärtstrends ergaben die theoretische Möglichkeit eines Anstiegs auf 2.300 Becquerel, basierend auf bisherigen Trends.

Da eine Mischung mit dem weniger stark belastetem Wasser anderer Grundwasserbrunnen dagegen zu einer erneuten Senkung führen wird und das Wasser aus Grundwasserposten Nr. 12 lediglich sieben Prozent der Gesamtmenge an verklapptem Wasser ausmacht, beschloss das Unternehmen eine Wiederaufnahme des Betriebs.

Wie der Elektrizitätsanbieter heute mitteilte, wurden die Arbeiten an der Grundwasserpumpe um 19:20 Uhr wieder aufgenommen. Heraufgepumptes Grundwasser wird nach einer Prüfung der Konzentration radioaktiven Materials, in den Pazifischen Ozean verklappt.

Höhere Betastrahlungswerte in Grundwasserprobe: Am 10. Juni zur Analyse entnommenes Wasser am Grundwasserkontrollposten G-2, im Bereich H6, wies eine Gesamtbelastung an Betastrahlern in Höhe von 260 Becquerel pro Liter. Der Nachweisgrenzwert liegt bei 19 Becquerel pro Liter.

Als Ursache für den erhöhten Gesamtwert nennt TEPCO den Regenfall, der radioaktiv belastetes Material in den Messbrunnen gelangen lies. Eine signifkante Abweichung von vorangegangenen Messungen liege trotz des höheren Werts nicht vor.

Lob und Kritik nach Personalwechsel der NRA: Der Elektrizitätskonzern Tohoku Electric, beantragte am gestrigen Mittwoch bei der Atomaufsichtsbehörde NRA, die Durchführung einer Sicherheitsprüfung für einen Reaktor des AKW Higashidori (Präf. Aomori). Die Prüfung ist eine Vorbedingung für mögliche Neustarts.

Atomsymbol
Pro-Atompolitik der NRA nach Personalwechsel erwartet (Symbolbild: pd)

Tatsächlich könnten die Neustartpläne künftig größere Akzeptanz bei der Atomaufsichtsbehörde finden, nachdem zwei Verantwortliche, darunter der Seismologe Kunihiko Shimazaki, nach Ende ihrer Amtszeit durch andere Mitarbeiter ersetzt werden.

Shimazaki, einziger Seismologe des Teams, war wegen seinen Forderungen nach weiteren Kontrollen und Tests bei den Kraftwerksbetreibern und Politikern gefürchtet und war dafür kritisiert worden, das unter seiner Leitung die Genehmigungen für Neustarts nur langsam vergeben würden und sich die NRA in die Risiken von geologischen Verwerfungen verrenne.

Während AKW-Betreiber und Atomkraftbefürworter in der Politik seinen  atomkraftfreundlichen Nachfolger Satoru Tanaka begrüßen, fürchten insbesondere evakuierte Einwohner der Präfektur Fukushima nun einen einseitigen Trend. Das berichtete die Asahi Shimbun.

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