Fukushima aktuell: Kühlsystem an Reaktor 6 nach Leck abgeschaltet

Fukushima aktuell: Kühlsystem an Reaktor 6 nach Leck abgeschaltet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren 5 und 6 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren 5 und 6 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Technische Probleme sind auf der Kraftwerksanlage nicht ungewöhnlich und so berichtet der Betreiber des AKW Fukushima, heute zwar von einem neuen technischen Defekt, kündigt aber gleichermaßen dessen Behebung an. Sonstige Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Leck macht Kühlsystemabschaltung an Reaktor 6 erforderlich
  • Präfektur Fukushima will Touristen anlocken
  • Ex-Premier vergleicht AKW mit Zeitbomben

Leck macht Kühlsystemabschaltung an Reaktor 6 erforderlich: Nachdem am 11. Juli vergangenen Jahres im sechsten Stock von Fukushima-Reaktor 6, ein Wasseraustritt an einem Ventil des Reinigungssystems der Abklingbeckenkühlung festgestellt  worden war, wurde eine Wasserabdichtung am Ventildeckel veranlasst.

Bei den aktuellen Überprüfungen, die in einem 24-Stunden-Zeitraum vom 18. auf den 19. Februar durchgeführt werden sollten, wurde ein Leck am Einlassventil/Ansaugventil nachgewiesen. Da sich das Ventil jedoch unterhalb der Wasseroberfläche des Beckens befindet, muss für weitere Arbeiten zunächst der Wasserstand im Becken gesenkt werden.

Die Wassertemperatur des Beckens lag gestern um 16:00 Uhr Ortszeit bei 17,5 Grad Celsius. Für die Arbeiten ist ein Stopp des Kühlsystems erforderlich Da mit einem stündlichen Anstieg von 0,273 Grad gerechnet wird, geht TEPCO von einem maximalen Anstieg von sieben Grad aus. Dies liegt noch ausreichend unter dem zulässigen Wert von 65 Grad.

Über die erforderlich gewordene Maßnahme berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Präfektur Fukushima will Touristen anlocken: Die Präfektur Fukushima will ab kommendem Fiskaljahr für den Wiederaufbau auf den Tourismus setzen. Als neuste Maßnahme sollen Gutscheine dienen, bei deren Nutzung die Übernachtungskosten während bestimmter Zeiträume, die dreimal pro Jahr stattfinden sollen, um die Hälfte reduziert werden.

Die Gutscheine werden unter anderem auch online verfügbar sein und einen Gegenwert von 10.000 Yen haben, jedoch nur halb so viel kosten. Sie sind bei Unterbringungen einzulösen, die mehr als  10.000 Yen pro Nacht kosten.

Der Besucherrückgang der Präfektur nach den Reaktorkatastrophen zeigt sich in den statistisch erhobenen Zahlen besonders deutlich. Besuchten im Jahr 2010 noch 57,18 Millionen Touristen die Präfektur, waren es im Katastrophenjahr nur noch 35,21 Millionen. Selbst der Anstieg zwei Jahre später, als die Besucherzahlen auf 48,31 Millionen stiegen, hat noch nicht zu einer Angleichung an die Ursprungswerte geführt.

Die Organisatoren hoffen, insgesamt etwa 190.000 Personen mit dem Angebot erreichen zu können. Über die Tourismusmaßnahme als Wiederaufbauhilfe berichtete die Mainichi Shimbun.

Ex-Premier vergleicht AKW mit Zeitbomben: Die Aussage des früheren Premierministers und jetzigen Atomkraftgegners Junichiro Koizumi, „Kernkraftwerke sind wie Bomben. Sie sind niemals sicher„, die er auf einer gestrigen Rede machte, dürfte der gegenwärtigen Regierung keineswegs angenehm sein.

Er kritisierte zudem, die Regierung habe die Behauptung aufgestellt, Japan verfüge über die sichersten Kernkraftwerke der Welt, ohne diese Aussage zu konkretisieren und Fakten zu nennen, so dass internationale Vergleiche gar nicht möglich seien.

Über die Kritik des früheren Politikers, der zusammen mit dem früheren Premier Morihiro Hosokawa eine Einrichtung zur Unterstützung erneuerbare Energien gegründet hatte, berichtete die Kyodo.

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