Start Aktuelles Fukushima aktuell: Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 4 gestoppt

Fukushima aktuell: Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 4 gestoppt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Leckdetektoralarm nach Wasseraustritt. Foto vom 8. November 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckdetektoralarm nach Wasseraustritt. Foto vom 8. November 2014 (Foto: TEPCO)

Mit Berichten über weitere Arbeiten an einem Schutzmantel und einer Meldung über den plötzlichen Stopp eines Kühlsystems, beginnen die Fukushima News dieser Woche. Dies, sowie Details zum jüngsten Arbeitsunfall in Fukushima, heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. November 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Halt der Abklingbeckenkühlung von Reaktor 4
  • Zweites Dachpaneel an Schutzmantel von Reaktor 1 entfernt
  • Informationen zum Arbeitsunfall
  • Neuer Roboter soll Fukushima-Arbeiten erleichtern

Halt der Abklingbeckenkühlung von Reaktor 4: Am Samstag meldete Kraftwerksbetreiber TEPCO, dass es am Freitagabend zum ungeplanten Halt des Hauptkühlsystems des Abklingbeckens von Reaktor 4 gekommen war.

Gegen 22:59 Uhr löste ein Leckdetektor im Abfallentsorgungsgebäude einen Alarm aus, das gegen 23:03 Uhr zum automatischen Halt der Hauptpumpe des Kühlsystems für das Abklingbecken führte. Die Wassertemperatur zum Zeitpunkt des Stopps lag bei 16 Grad Celsius.

Im Rahmen der Untersuchungen wurde gegen 23:35 Uhr eine Wasserlache von 1  x 2 Metern und einer Tiefe von einem Zentimeter entdeckt. Der Wasseraustritt erfolgte durch einen losen Wasserschlauch, der von einem Kunststoff-Wassertank außerhalb des Gebäudes aus verlief.

Ursache war offenbar zurückgebliebenes Wasser, dass aufgrund des Höhenunterschieds durch den Schlauch ausgelaufen war (Siphon-Effekt). Auch wird ein Problem am Ventil und dem Schlauchende als mögliche Mitursache angesehen.

Eine Analyse des ausgetretenen Wassers ergab Konzentrationen von 1.800 Becquerel bei Cäsium-134 und 5.600 Becquerel pro Liter bei Cäsium-137. Auch Kobalt-60 wurde in einer Konzentration von 41 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Nach weiteren Folgeberichten meldete TEPCO, dass das Hauptkühlsystem des Abklingbeckens am Samstagmorgen um 6:00 Uhr wieder in Betrieb ging. Die Wassertemperatur lag um 6:25 Uhr bei 15,9 Grad. Weitere Probleme traten nach Angaben des Betreibers nicht auf.

Zur Verhinderung ähnlicher Zwischenfälle will TEPCO künftig die Reinigung der Schläuche und eine Trennung von Wasserpumpe und Tank nach Beendigung von Arbeiten veranlassen, so dass kein Restwasser auslaufen kann.

 Zweites Dachpaneel an Schutzmantel von Reaktor 1 entfernt: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, wurde am heutigen Montagmorgen nun auch das zweite Dachpaneel des Schutzmantels von Reaktor 1 erfolgreich entfernt. Die ersten Schritte zur Demontage des Schutzmantels waren Ende vergangenen Monats eingeleitet worden.

Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des zweiten Schutzmantel-Dachpaneels am 10. November 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des zweiten Schutzmantel-Dachpaneels am 10. November 2014 (Foto: TEPCO)

Die heutigen Arbeiten begannen um 7:17 Uhr und verliefen wie bei der ersten Maßnahme, indem ein ferngesteuerter Kran das Dachteil des Schutzmantels anhob. Zuvor war ein chemisches Bindemittel in das Innere gesprüht worden, um das Aufwirbeln radioaktiv belasteten Trümmerstaubs zu verhindern.

Die Entfernung des Dachpaneels war um 8:31 Uhr abgeschlossen. Diese weitere Maßnahme führte nun zu einer Öffnung von 40 Metern Länge und 14 Metern Breite. Nach Angabe des Unternehmens habe keines der Messgeräte auf der Kraftwerksanlage erhöhte Luftbelastungswerte nachgewiesen.

Die Arbeiten hatten ursprünglich bereits am Wochenende beginnen sollen, waren nach dem Arbeitsunfall vom Freitag verschoben worden, um Sicherheitskontrollen durchführen zu können.

TEPCO will nun die Werte einen Monat lang beobachten, um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt nachvollziehen zu können. Der Kraftwerksbetreiber hatte erklärt, Gemeinden umgehend über mögliche Anstiege des radioaktiven Materials in der Luft zu informieren.

Anschließend sollen beide Dachpaneele offenbar wieder aufgesetzt werden und – sofern keine Schwierigkeiten auftreten – ab März kommenden Jahres dann die vollständige Entmantelung. Über die Maßnahme berichteten neben dem Kraftwerksbetreiber auch Asahi Shimbun und NHK.

Der Demontage des Schutzmantels soll sich dann die Trümmerräumung aus dem Reaktorgebäude anschließen, um schließlich die Bergung von etwa 400 Brennelementen aus dem dortigen Abklingbecken zu bergen.

Die ersten Arbeiten hatten ursprünglich bereits im Juli beginnen sollen, doch Berichte über eine radioaktive Kontamination von Reisfeldern durch Trümmerräumung an Reaktor 3 im August vergangenen Jahres, hatten zur Verschiebung geführt.

Im Oktober diesen Jahres behauptete dann ein Mitarbeiter der Atomaufsichtsbehörde NRA, die damals durchgeführte Trümmerbergung sei nicht Ursache der Reisfeldkontamination gewesen.

Informationen zum Arbeitsunfall: Am Freitag war es bei Arbeiten an Stahlbehältern zur Ausweitung des Multinuklid-Filtersystems ALPS zu einem Arbeitsunfall am AKW Fukushima gekommen.

Der Betreiber der Anlage machte später weitere Angaben zu den Verletzungen der drei Arbeiter.

Bei dem Schwerverletzten handelt es sich um einen 57 Jahre alten Beschäftigten. Er erlitt Verletzungen an der Wirbelsäule. Zwei Kollegen im Alter von 42 und 44 Jahren erlitten einen Knöchelbruch, bzw. Prellungen am Bein.

Neuer Roboter soll Fukushima-Arbeiten erleichtern: Ein neu entwickelter Roboter könnte künftig die Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi erleichtern. Mit einer Länge von 1,10 Metern, einer Breite von 70 Zentimetern und einer Höhe von 80 Zentimtern, ist das vom Unternehmen Sugino Machine Ltd. entwickelte Gerät, deutlich kompakter als die üblichen Arbeitsroboter.

Der seit fast 50 Jahren in der Entwicklung von Geräten für Nuklearanlagen tätige Hersteller erklärte, man habe nach dem Ausbruch der Fukushima-Krise mit dem Entwurf des Geräts begonnen. Es handele sich um den ersten funkgesteuerten Roboter in Japan, der jeden Winkel eines Gebäudes erforschen könnte.

Das Unternehmen hofft, durch das Gerät, das mit einer Batteriedauer von fünf Stunden läuft, Gewichte bis zu 100 Kilo transportieren und Reinigungsarbeiten durch Aufsaugen und Hochdruckdüsen durchführen kann, zur Dekontamination der Kraftwerksgebäude beizutragen. Das berichtete die Asahi Shimbun.

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