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Fukushima aktuell: Kühlsystem von Abklingbecken in Reaktor 5 gestoppt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 5: Leck an Ventilgehäuse eines Kühlsystems am 6. Juli 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5: Leck an Ventilgehäuse eines Kühlsystems am 6. Juli 2014 (Foto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Probleme beziehen sich auf einen Zwischenfall im Gebäude von Reaktor 5 und die Ereignisse vom Wochenende setzen den Betreiber nun unter Zeitdruck. Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Juli 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Kühlsystem von Abklingbecken in Reaktor 5 nach Wasseraustritt abgeschaltet
  • Bodenaushärtung weiterhin ohne Fortschritte
  • Neues NRA-Mitglied erhielt Gelder der Atomindustrie

Kühlsystem von Abklingbecken in Reaktor 5 nach Wasseraustritt abgeschaltet: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am gestrigen Sonntag mitteilte, entdeckte ein Angestellter gegen 11:10 Uhr, dass an einem Ventil des Meerwasser-Kühlsystem von Reaktor 5 ein Leck aufgetreten war. Als Reaktion hierauf wurde um 13:10 Uhr die Kühlung des Abklingbeckens abgeschaltet.

Fukushima-Reaktor 5: Beschädigtes Ventil am 6. juli 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5: Beschädigtes Ventil am 6. juli 2014 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen schätzt das  1.310 Liter, also etwa 1,3 Tonnen an Kühlwasser, das hauptsächlich aus Meerwasser besteht, in das Gebäude von Reaktor 5 ausgetreten ist. Aufgabe des betroffenen Kühlsystems ist der Wärmeaustausch mit dem direkten Kühlwasser.

Da die Temperatur zum Zeitpunkt der gestrigen Abschaltung bei 23 Grad Celsius lag, sieht der Betreiber eine Zeitspanne von neun Tagen als realistisch an, bevor der zulässige Sicherheitswert von 65 Grad Celsius erreicht wird. Die Kühlung des Reaktors wird aufgrund einer separaten Kühlleitung, nicht von dem Zwischenfall beeinträchtigt.

Als Ursache für das Leck wird eine drei Millimeter große Öffnung am Ventilkörper ausgemacht. Das Ventil selbst dient der Durchflussregelung. Als erste Notfallmaßnahme wurde die Leckstelle mit einem Aushärtungsmittel gesichert. Welche umfassenden Maßnahmen genau ergriffen werden, teilte TEPCO nicht mit.

Sowohl Reaktor 5 als auch Reaktor 6 waren zum Zeitpunkt der Katastrophe am 11. März 2011 wegen Routinekontrollen heruntergefahren, so dass es dort nicht zur Kernschmelze kam. Auch die baulichen Schäden sind nicht schwerwiegend.

Bodenaushärtung weiterhin ohne Fortschritte: Vergangenen Monat berichteten wir über die Pleite bei der chemischen Bodenaushärtung. Der im April 2014 gestartete Versuch, durch die Einspeisung von Chemikalien durch Rohre, auch ein künstliches Gefrieren von Wasser in unterirdischen Tunneln herbeizuführen, hatte aufgrund der dortigen Strömungen keinen Erfolg gebracht.

Diese Situation hat sich bislang offenbar nicht verbessert. Nachdem die bislang 15 genutzten Rohre zur Einleitung des chemischen Gefriermittels nicht ausreichten, will das Unternehmen nun zwei weitere Einleitungsrohre einsetzen. Auch wenn unklar ist, ob dies bei den 5×5 Metern messenden Tunneln in 22 Metern Tiefe helfen wird, gibt sich TEPCO optimistisch.

Der Bau des äußeren Eiswalls im Küstenbereich sei erst für Oktober angesetzt, so dass man noch Zeit habe – eine Einschätzung die von der Atomaufsicht NRA nicht geteilt wird. Deren Mitglied Toyoshi Fuketa erklärte, sollte der Wasserfluss in den Tunneln nicht gestoppt werden, sei das große Eiswall-Projekt an der Küste sinnlos. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Neues NRA-Mitglied erhielt Gelder der Atomindustrie: Im Juni hatte ein regulärer Amtswechsel innerhalb der Atomaufsichtsbehörde NRA für Skepsis gesorgt. Dem jetzt ins Amt tretende Satoru Tanaka, gilt als Befürworter von AKW-Neustarts und musste sich bereits gegen Vorwürfe mangelnder Neutralität wehren. Zudem nehme er Gelder von entsprechenden Unternehmen an.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
NRA-Mitglied erhielt unbekannte Summe von Atomunternehmen (Symbolfoto: pd)

Jetzt ist zumindest der letzte Punkt offenbar belegbar. Demnach hat Tanaka von zwei Atomunternehmen jeweils eine ungenannte Summe erhalten. Die letzte derartige Zahlung war noch im vergangenen Monat erfolgt. Als Förderer erwiesen sich ein AKW-Hersteller, Mitsubishi FBR Systems Inc. und der Betreiber einer Wiederaufarbeitungsprogramms, die Japan Nuclear Fuel Ltd.

In den Unternehmen war er demnach zwischen Mai 2009 und März 2014 Vorsitzender eines Technologieausschusses für die Anlage in Rokkasho (Präf. Aomori) und zwischen Juli 2007 und Juni 2014 Mitglied eines Beratungskomitees der Mitsubishi FBR Systems. Beide Unternehmen werden durch die NRA beaufsichtigt.

Tanaka, der im Mai von der Regierung Abe für den Posten nominiert worden war, machte, ebenso wie beide Unternehmen, keine Angaben zu den erhaltenen Zahlungen und auch die Dokumente der Universität sind in diesen Passagen geschwärzt. Professor Tanaka erklärte, aufgrund seiner jetzigen Stelle bei der NRA sei er nicht in der Position über diese Dinge zu reden.

Die Asahi Shimbun hatte die Zusammenhänge anhand von Dokumenten festgestellt, die sie aufgrund eines Informationsfreiheitsgesetzes erhalten hatte. Richtlinien der NRA verbieten Personen, die mehr als 500.000 Yen pro Jahr durch Atombetriebe erhielten, einen Sitz als NRA-Bevollmächtigter.

1 KOMMENTAR

  1. und wieviele Brennstäbe sind bis heute schon verdampft? täglich gibt es bei reaktor 1-6 neue löcher wo wasser verstrahlt abhaut. wieviele Millionen Liter sind das täglich?
    und warum hört man nichts mehr davon, dass die küste der USA seit April mit dem angeschwemmten Atommüll aus Japan verseucht werden sollte? ist das alles so unwichtig dass keiner darüber was bringt, oder herrscht schon verordnetes Schweigen darüber?

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