Start Aktuelles Fukushima aktuell: Künftige Fischpopulation vermutlich unbelasteter

Fukushima aktuell: Künftige Fischpopulation vermutlich unbelasteter

Experten sehen künftige Fischpopulation als sicheres Lebensmittel

1341
0
TEILEN
Artikelbild - Sushi (Foto: pd)
Positive Prognose für Fukushima-Fisch als sicheren Lebensmittel (Symbolfoto: pd)

Während der Abschlussbericht des Reaktorscans bereits bestehende Kenntnisse vertieft, dürfte ein Bericht über die Zukunft der Lebensmittel aus Fukushima heute bei einigen Kritikern zu Stirnrunzeln führen.

Welche Fukushima News tatsächlich mehr Relevanz hat, muss deshalb wohl jeder selbst entscheiden. Die jeweiligen Details finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Juli 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Transfer von Kontamination durch die Nahrungskette unwahrscheinlich
  • Abschlussbericht zum Myonen-Scan von Reaktor 2 vorgelegt
Transfer von Kontamination durch die Nahrungskette unwahrscheinlich

Eine Expertengruppe des Forschungsinstituts für Fischereiwissenschaften hat sich mit der Verbreitung von radioaktivem Material aus dem Meeresboden durch die Nahrungskette befasst und kommt dabei zum Schluss weitgehender Unbedenklichkeit.

Auf einer gestrigen Veranstaltung in der Stadt Iwaki stellten sie ihre Ergebnisse vor. Demnach sei die Wahrscheinlichkeit, dass künftige Fischpopulationen aus dem Küstengebiet den Lebensmittel-Grenzwert überschreiten „extrem gering“.

Die Wissenschaftler hatten Bodenproben aus Gewässern nahe des Kernkraftwerks entnommen und in einem Aquarium eine künstliche Zuchtumgebung geschaffen, die den realen Umständen entsprechen würde. Die Fische wurden dann über einen Zeitraum von 70 Tagen untersucht.

Der Erdboden wies Cäsiumwerte zwischen 140 und 220 Becquerel pro Kilogramm auf. Auch im Futter wurden mehr als acht Becquerel nachgewiesen. Dennoch wiesen marmorierte Seezungen und Felsenforellen über den gesamten Zeitraum konstante Werte von 2 Becquerel auf.

Insbesondere der Verkauf von Fischsorten, die andere Fische fressen und dadurch radioaktives Material anreichern könnten, wird bislang kritisch gesehen – möglicherweise zu Unrecht, wie die jetzigen Ergebnisse zeigen.

Angesichts des Wanderverhaltens von Fischen sei eine solche Anreicherung bei künftigen Generationen dieser Gattungen unwahrscheinlich, so Hiroshi Shigenobu vom Forschungsteams.

Die Untersuchungsergebnisse halten sogar den selbst auferlegten, noch strengeren Grenzwert von 50 Becquerel pro Kilogramm ein, zu dem sich die Fischereikooperativen in Fukushima verschrieben hatten. Über diese Ergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Abschlussbericht zum Myonen-Scan von Reaktor 2 vorgelegt

Am heutigen Donnerstag legte der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi offiziell den Endbericht über die Myonen-Scans von Reaktor 2 vor. Auch die entsprechenden Aufnahmen wurden veröffentlicht.

So ermöglichte die Messung der Elementarteilchen bei der Durchdringung des Reaktorgebäudes eine erste Einschätzung der Menge des Gesamtmaterials, das im Zuge der Kernschmelze auf den Boden des Druckbehälters gelangt war.

Demnach handelt es sich schätzungsweise um 160 Tonnen an Material – neben Überresten von Brennelementen gehören auch Trümmer dazu.

Ein Teil des geschmolzenen Materials, von geschätzt 20 bis 50 Tonnen, befindet sich offenbar noch am ursprünglichen Ort im Reaktorkern. Kleinere Mengen könnten sich auch im unteren Teil, oder Außenbereich des Reaktorkerns befinden. Dies lege ein Abgleich mit Simulationen nahe.

In Zukunft soll der Weg für weitere Untersuchungen mit Robotern geebnet werden. Diese werden dann versuchen, vom Sicherheitsbehälter aus den Verlauf der geschmolzenen Brennelemente nachvollziehen zu können, bevor das Material aushärtete.

Die Entdeckung von Brennelementen durch Myonen-Scans ist eine wichtige Voraussetzung für künftige Bergung geschmolzener Brennelemente. Über die Veröffentlichung berichteten TEPCO, NHK und Präfekturmedien.

Nach dem Beginn der Arbeiten am 22. März und einem Zwischenbericht im Mai hatten Scans von Reaktor 2 bereits das Vorhandensein der Brennelemente bestätigt. Eine solch genaue Festlegung der Lage und Angaben zur voraussichtlichen Menge waren jedoch bislang nicht gemacht worden.

Myonen sind Elementarteilchen, die lediglich durch Material mit hoher Dichte, wie etwa Uran, von ihrer Bahn abgebracht werden. Durch eine Erfassung des Myonenflusses und der darin enthaltenen Abweichungen lässt sich am Computer ein digitales Modell errechnen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here