Fukushima aktuell: Ladenfiliale am AKW eröffnet

Fukushima aktuell: Ladenfiliale am AKW eröffnet

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Artikelbild - AKW Fukushima: Lawson-Filiale am AKW eröffnet, 1. März 2016 (Video: TEPCO)
Fukushima: Lawson-Filiale am AKW eröffnet, 1. März 2016 (Video: TEPCO)

Die Arbeiter konnten sich am AKW Fukushima heute über eine weitere Maßnahme zur Erleichterung der Arbeitsumstände freuen. Die übrigen Fukushima News bieten sowohl Anlass zur Freude, als auch zum Nachdenken.

Die Details der Meldungen finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Lawson eröffnet Filiale am AKW Fukushima
  • OECD-Experten legen AKW-Bericht vor
  • Fukushima-Küstenspezies fast gänzlich unbelastet
  • TEPCO entschuldigt sich für Kernschmelzen-Versäumnis

Lawson eröffnet Filiale am AKW Fukushima: Nach der Ankündigung der Lawson-Filiale auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi war es am heutigen Dienstag schließlich soweit.

Der 60 Quadratmeter messende Laden wurde in einem Pausengebäude untergebracht, das im Mai 2005 eröffnet wurde und in dem täglich etwa 7.000 Beschäftigte ihre Pausen verbringen und sich ausruhen können. Eine Kantine für AKW-Arbeiter ist bereits ebenfalls vorhanden.

Das Angebot des neuen Ladengeschäfts umfasst etwa 1.000 Produkte des täglichen Bedarfs, so dass Arbeiter auf dem Kraftwerksgelände Montags bis Samstags (6:00 – 19:00 Uhr) dort die Möglichkeit haben, solche Dinge dort einzukaufen.

AKW Fukushima: Arbeiter beim Einkauf in neuer Lawson-Filiale (Video: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter beim Einkauf in neuer Lawson-Filiale (Video: TEPCO)

Die Eröffnung der Filiale ist Teil der Bemühungen, jenen Menschen die an der Stilllegung, sowie weiteren Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi arbeiten, zusätzliche Lebensqualität und verbesserte Arbeitsbedingungen bieten zu können.

Neben TEPCO, das ein Video von der Eröffnung veröffentlichte, berichteten auch Kyodo und Präfekturmedien über diesen aktuellen Schritt.

Lawson ist nach 7-Eleven der zweitgrößte Betreiber der so genannten „Konbini“ (vom Englischen „convenience store“) – kleine Läden, die neben Grundprodukten auch Dienstleistungen wie Postannahmen, Fotokopierdienste und Bezahlung von Stromrechnungen anbieten

OECD-Experten legen AKW-Bericht vor: Internationale Experten der „Nuclear Energy Agency“ (NEA) der  Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten einen Bericht zur AKW-Sicherheit.

Inhalt der Untersuchung war, welche Maßnahmen die 31 Mitgliedsstaaten, zu denen auch Japan zählt, seit der Katastrophe vom März 2011 getroffen haben, um die Sicherheit ihrer Kernkraftanlagen zu verbessern.

Damit verbunden ist eine Reihe von Empfehlungen der NEA, bei der es unter anderem auch um Transparenz der Entscheidungsprozesse für Bürger, Verwaltungen und Nichtregierungsorganisationen geht.

So sei eine Trennung von Aufsichtsinstanz und Interessenvertretern ebenso notwendig, wie eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit gegen Naturkatastrophen und die langfristige Schulung von Mitarbeitern für mehr Sicherheitsbewusstsein.

Die OECD-Mitgliedstaaten wurden angehalten, die diesbezüglichen Anstrengungen dauerhaft zu fördern. Darüber berichtete die NHK.

Fukushima-Küstenspezies fast gänzlich unbelastet: Eine Auswertung der Cäsium-Testergebnisse von Meeresprodukten aus den Gewässern vor den Küsten der Präfektur Fukushima kommt zum Schluss einer annähernden Belastungsfreiheit.

Die Ergebnisse wurden am gestrigen Montag in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht. Die erfassten Daten entsprechen dem Stand vom September 2015.

Dennoch sind die Ergebnisse kein Grund für Sorglosigkeit. Denn auch wenn die Cäsiumbelastung allgemein außerordentlich gering sei, gäbe es Spezies, die besonders schwer von der radioaktiven Kontamination betroffen sind.

So würden Fische die in Nähe zum Seeboden leben, oder als Teil der Nahrungskette andere Fische fressen, ein größeres Risiko radioaktiver Belastungen aufweisen. Hierzu zählen die Wissenschaftler den japanischen Aal, sowie als Süßwasserfisch den Saibling.

Über die Forschungsergebnisse berichteten unter anderem auch Präfekturmedien.

TEPCO entschuldigt sich für Kernschmelzen-Versäumnis: Erstmals seit der Bekanntgabe, TEPCO habe die firmeneigenen Definitionen einer Kernschmelze nicht berücksichtigt, hat sich das Unternehmen direkt bei betroffenen Gemeinden entschuldigt.

Bei einer gestrigen Veranstaltung in Koriyama entschuldigte sich der TEPCO-Sprecher des Zentrums für Wiederaufbau für die hierdurch entstandene Verunsicherung der Bevölkerung. Der Kraftwerksbetreiber hatte die Kernschmelzen erst im Mai 2011 eingeräumt.

Man hoffe nun, gemeinsam mit einer außenstehenden Instanz die Ursachen und Umstände aufklären zu können, um sie so bald wie möglich bekannt geben zu können. Über die Entschuldigung berichteten Präfekturmedien.

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