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Fukushima aktuell: Lagerstätten für Dekontaminationsabfälle potentiell unsicher

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Präf. Fukushima: Abtransport radioaktiver Abfälle ab November möglich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Die aus der Präfektur Fukushima aktuell gemeldeten Entdeckungen dürften nicht nur bei Einwohnern für Unruhe sorgen. So gibt es Zweifel an der Sicherheit bisheriger Lagermethoden und auch der Fund von radioaktivem Material gehört zu den unangenehmen Fukushima News.

Positive Entwicklungen im touristischen Bereich gleichen diesen Umstand nicht unbedingt aus, sondern bessern lediglich das Image etwas auf. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Oktober 2016.

Unsere Themen zum Wochenende im Überblick:

  • Bodenabsenkung an Lagerstätten für Dekontaminationsabfälle denkbar
  • Fund von radioaktivem Material an Flussmündung untersucht
  • Erste touristische Fukushima-PR in Australien
Bodenabsenkung an Lagerstätten für Dekontaminationsabfälle denkbar

Eine Untersuchung von 34 der 106 Orte, die das Umweltministerium zur Lagerung von kontaminiertem Erdreich nutzt, sieht das Risiko, dass langfristig der Boden absinken und sich dort Wasser ansammeln könnte, anstatt in Behältern abzufließen.

An den 34 Standorten werden auch nicht wasserdichte Säcke für das Erdreich genutzt und auf erhöhten Stellen gelagert, damit das Wasser dort hangabwärts in Behälter ablaufen kann, um Proben zur Analyse der radioaktiven Belastung zu entnehmen

Bei der Untersuchung sei an 31 dieser Stellen nicht nur eine Abflachung der Aufschüttung durch das Gewicht der Säcke festgestellt worden, sondern auch die Bildung leichter Vertiefungen, in denen sich langfristig Wasser sammeln könnte.

Teilweise sei der Boden, insbesondere an landwirtschaftlich genutzten Standorten, relativ weich und so könne bereits durch das bloße Verstreichen der Zeit eine solche Entwicklung zunehmend begünstigt werden.

Die behelfsmäßigen Standorte, mit deren Anlegung 2012 begonnen wurde, sind für eine Nutzungsdauer von drei Jahren ausgelegt, so dass auf landwirtschaftlichen Nutzflächen keine festen Fundamente angelegt wurden.

Die Lagerung erfolgt unter anderem auf dem Gebiete der Stadt Tamura, sowie in Namie, Kawamata, Naraha und Iitate. Die Säcke werden dabei in fünffachen Schichten, oder sogar darüber hinausgehend, übereinander gestapelt.

Neben Umstand, dass nicht abfließendes Wasser die Kontrolle der Strahlungswerte erschweren würde, gäbe es langfristig weitere Probleme.

So müsste beim Abtransport in befestigte Zwischenlager die abgesackten Behältnisse aus den entstandenen Kuhlen geborgen werden, ohne die Säcke zu beschädigen und eine Entsorgung der dann kontaminierten Wasseransammlung erfolgen.

Bislang gibt es weder Hinweise auf ein deutliches Absinken des Bodens, noch die Ansammlung von Wasser. Dennoch müsse das Umweltministerium zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erwägen, falls man Hinweise auf diese Entwicklung entdecke.

Das Umweltministerium sieht unterdessen kaum Handlungsbedarf.

Selbst wenn der Boden bereits etwas abgesunken sei, sorge die Bauweise dafür, dass das Wasser nicht vom Gelände gelange. Außerdem würden Kontrollen durchgeführt und wann immer möglich wasserdichte Säcke genutzt.

Möglicherweise sei eine Sammlung anfallenden Wassers in den Behältern eine Option.

Nach dem Abtransport in das zentrale Zwischenlager sollen die bisherigen Standorte wieder zur ursprünglichen Nutzung durch die Eigentümer freigegeben werden, auch wenn diese eine Kontamination durch das Wasser fürchten.

Über die künftigen Risikoszenarien berichteten neben der Asahi Shimbun auch Präfekturmedien.

Fund von radioaktivem Material an Flussmündung untersucht

Gestern gab der Kraftwerksbetreiber TEPCO eine Einschätzung über rätselhaftes Material mit vergleichsweise hoher Belastung bekannt. Der Fund wurde im vergangenen Monat an zwei Punkten der Mündung des Idegawa bei Naraha gemacht.

Demnach ist das Material vermutlich auf die Kraftwerkskatastrophe vom März 2011 zurückzuführen. Die genauen Umstände, wie es dorthin gelangte sind jedoch unklar.

Bei dem Material handelt es sich offenbar um Polyethylen, an dem radioaktives Cäsium und Kobalt-60 nachgewiesen wurde. An den am stärksten belasteten Stellen habe man eine Belastung von 29 Mikrosievert pro Stunde gemessen.

Die Werte im Sand waren am Fundort somit höher, als auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi. Bereits im Jahr 2013 war im Gebiet des gleichen Flusses, radioaktives Material unklarer Herkunft nachgewiesen worden.

Wie ausgerechnet dieses Material dorthin gelangte und worum es sich ursprünglich handelte, sei unklar. Bei dem Fund vor drei Jahren war spekuliert worden, es könne sich um Teile der Reaktoren des 15 Kilometer entfernten AKW handeln.

Über die Beurteilung des Funds berichteten Präfekturmedien.

Erste touristische Fukushima-PR in Australien

Am heutigen Freitag stellten Vertreter der Präfektur Fukushima und dort ansässige Unternehmen auf einer Veranstaltung in Sydney sowohl touristische Sehenswürdigkeiten, als auch lokale Spezialitäten vor.

Es handelt sich um die erste derartige Werbeveranstaltung für die Präfektur, die in Australien stattfindet – und das nicht ohne Grund.

Mit 1.500 Personen lag im Jahr 2015 die zahl australischer Besucher in Fukushima fast das Vierfache über der Rate vor den Tohoku-Katastrophen 2011. Über die positive Entwicklung und die Werbebemühungen berichtete die NHK.

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