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Fukushima aktuell: Lagerstätten für radioaktive Abfälle sollen saniert werden

Provisorische Lager für Dekontaminationsabfälle in Fukushima sollen Ursprungszustand wiedererhalten

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Artikelbild - Vergraben von Dekontaminationsabfällen in Koriyama, Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)
Vergraben von Dekontaminationsabfällen in Koriyama, Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)

Provisorische Lagerstandorte für Dekontaminationsabfälle sind in der Präfektur Fukushima heute vielfach noch ein Hindernis. Glaubt man den aktuellen Fukushima News, plant die Regierung jedoch eine Wiederherstellung der ursprünglichen Standorte.

Weitere Meldungen befassen sich mit fragwürdigen Geschäftspraktiken, aber auch deutlichen Fortschritten bei der Dekontamination. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. März 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Richtlinien für die Sanierung provisorischer Lagerstätten vorgelegt
  • Vietnamesischer Arbeiter berichtet von missbräuchlicher Beschäftigung
  • Dekontamination an 36 Standorten erfolgreich
Richtlinien für die Sanierung provisorischer Lagerstätten vorgelegt

Das Umweltministerium legte gestern in Tokyo eine erste Zusammenstellung der Richtlinien vor, die bei der Renaturierung provisorischer Lagerstätten für radioaktiv kontaminierte Abfälle zur Anwendung kommen sollen.

Einlagerung von Dekontaminationsabfällen in Koriyama, Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)
Einlagerung von Dekontaminationsabfällen in Koriyama, Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)

Als Folge des radioaktiven Niederschlags durch die AKW-Krise waren in der Präfektur umfangreiche Maßnahmen zur Dekontamination erforderlich geworden.

Dazu gehörte vor allem die Abtragung der oberen Bodenschichten und das Einsammeln von Laub.

Die so entstandenen Dekontaminationsabfälle waren in den „furekon“ genannten Behältern aus schwarzem Kunststoff und in einfachen  Plastiksäcken, auf öffentlichen Flächen wie Parks und Sportplätzen, aber auch auf Privatgrundstücken gestapelt, oder vergraben worden.

Seit Oktober 2017 werden diese Abfälle jedoch in das Zwischenlager auf dem Gebiet der Gemeinden Futaba und Okuma abtransportiert, so dass die freiwerdenden Flächen wieder nutzbar gemacht werden sollen.

Die jetzt bekannt gemachten Pläne zur erneuten Verwendung landwirtschaftlicher Flächen sehen zunächst eine Analyse des Bodens vor. Je nach Erfordernis wird die oberste Erdschicht ausgewechselt und der Boden mit schwerem Gerät aufgelockert.

Sand, Füllmaterial und andere Mittel die zur Abschirmung der Strahlung während der (unterirdischen) Lagerung verwendet wurden, sollen nach einer Strahlungskontrolle in konventionellen Bauprojekten wiederverwendet werden.

Bis zum Jahr 2020 will das Umweltministerium etwa 60 Prozent der radioaktiv belasteten Dekontaminationsabfälle von den etwa 1.300 provisorischen Standorten in das Zwischenlager transportiert haben und 40 Prozent der Flächen sollen wieder nutzbar sein.

Über diese Pläne berichteten Präfekturmedien.

Vietnamesischer Arbeiter berichtet von missbräuchlicher Beschäftigung

Am heutigen Mittwoch berichtete ein 24 Jahre alte Vietnamese beim „Solidarity Network with Migrants Japan“ (SMJ) von seinen Negativerfahrungen als ungelernter Arbeiter in der Dekontamination.  Die Non-Profit-Organisation setzt sich für die Rechte ausländischer Arbeitnehmer in Japan ein.

Der Fall des Mannes, der als Auszubildender im technischen Bereich bei einem Unternehmen beschäftigt war, dass ihn zu Dekontaminationsmaßnahmen abstellte, hatte als möglicher Fall von missbräuchlicher Beschäftigung Schlagzeilen gemacht.

Der ehemalige Angestellte wirft seinem damaligen Arbeitgeber vor, er sei mit unzureichenden Informationen angeworben worden. Es habe keinerlei Hinweis darauf gegeben, dass sein Tätigkeitsbereich auch diese Aufgabe umfassen würde.

Auch die Ausländerbehörde des Justizministeriums hatte bereits erklärt, sollten Ausbildungsplan und durchgeführten Maßnahme maßgeblich voneinander abweichen, könnte ein Missbrauch des Arbeitsverhältnisses vorliegen.

Nach Angaben der „Zentoitsu Workers Union“ (ZWU), die mit dem Praktikumsprogramm vertraut ist, handelt es sich um den ersten Fall, in dem eine Tätigkeit bei der Dekontamination bekannt geworden ist. Das berichten Präfekturmedien.

Dekontamination an 36 Standorten erfolgreich

Eine Untersuchung in den 36 Gemeinden, die als Teil eines Dekontaminationsprojekts mit Regierungsgeldern finanziert werden ergab, dass dort noch bis Ende des Monats alle Arbeiten abgeschlossen werden können.

Derzeit sind nur noch in den Städten Motomiya und Fukushima letzte Arbeiten bei der Reinigung der Straßen und im landwirtschaftlichen Bereich erforderlich. Das gab die Präfekturverwaltung gestern bekannt.

Bereits Ende Februar konnte eine Erfolgsrate von 99,9 Prozent bei der Dekontamination der Straßen erzielt werden. Von den insgesamt 18.801 Kilometern bleiben nur noch 24 Kilometer in Motomiya, wo Straßengräben geleert und Gehsteige gereinigt werden müssen.

In 35,4 Prozent war eine Dekontamination aufgrund des geringen Strahlungsniveaus gar nicht erst erforderlich.

Auch bei der Entfernung radioaktiven Materials von andwirtschaftlichen Nutzflächen wurde bis Ende Februar eine Abschlussrate von 99,9 Prozent erreicht. Von den insgesamt vorgesehenen 30.1060 Hektar sind lediglich noch ein Hektar Bäume in der Stadt Fukushima zu dekontaminieren.

Bereits im November vergangenen Jahres konnte die Dekontamination aller Häuser und öffentlichen Einrichtungen in diesem Gebiet erfolgreich abgeschlossen werden. Das berichten Präfekturmedien.