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Fukushima aktuell: Lagertanks sollen mit Schleppern geliefert werden

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Artikelbild - Hafen von Onahama im Januar 2010 (Foto: pd)
Soll Hilfe bei Lagertankengpässen bieten: Hafen von Onahama (Foto: pd)

Nach den Problemen in Reaktor 3 hat der Betreiber des AKW Fukushima heute an anderer Stelle zumindest Lösungsansätze vorzuweisen. Auch jetzt veröffentlichte wissenschaftliche Erkenntnisse könnten für TEPCO von Vorteil sein.

Diese und weitere Informationen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Lagertanks sollen fertig per Schlepper geliefert werden
  • Ölleck an schwerem Räumgerät
  • Kosmische Strahlung könnte Blick auf Brennelemente ermöglichen
  • Kulturgüter aus Fukushima-Sperrgebiet geborgen
  • Erstmals klagt Präfektur gegen TEPCO

Lagertanks sollen fertig per Schlepper geliefert werden: Kraftwerksbetreiber TEPCO sieht sich mit einem steigenden Bedarf an Lagertanks für radioaktives Wasser konfrontiert. Täglich fallen allein durch das Herauspumpen von radioaktiven Abwässern aus den Kellergeschossen mehrere hundert Tonnen an kontaminiertem Wasser an, die eingelagert werden müssen.

Die Folgen des schnellen Aufbaus der Lagertanks sind bereits bekannt. Durch die Verwendung von Tanks, die lediglich durch Bolzen und einer Beschichtung dichtgehalten werden, kam es zu Lecks an den Behältern.

Ursache ist die Verwendung von weniger Bolzen als vorgeschrieben und das Auftragen des Dichtungsmaterials bei strömendem Regen.

Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Auch die Standorte wurden nicht ordnungsgemäß betoniert, so dass beim Aufbau weitere Instabilitäten in Kauf genommen wurden.

All diese Nachlässigkeiten sind dem hohen Zeitdruck geschuldet, unter denen der Betreiber TEPCO steht (Spreadnews berichtete mehrfach).

Nun plant das Unternehmen seinen Bedarf an Lagertanks anderweitig zu decken, wie aus einem Bericht hervorgeht, den TEPCO zu Beginn der Woche veröffentlichte.

Wurden bislang die benötigen Bauteile auf dem Landweg geliefert und erst auf dem Gelände des Kraftwerks zusammengesetzt, sollen künftig bereits ab Werk fertig montierte Lagertanks angeliefert werden. Da dies auf dem Landweg zu aufwändig wäre, sieht TEPCO nun den Transport mit Schiffen als schnellere Alternative.

Nach der Fertigung und Lieferung über den Hafen in Onahama, der sich in etwa 50 Kilometern Entfernung befindet, sollen die Behälter durch Schlepper an die Anlage geliefert und dort entladen werden. An ihrem Bestimmungsort schließt sich dann eine Sicherheitsprüfung an, bevor eine Befüllung zugelassen wird.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers ist diese Maßnahme, wenn sie mehrfach pro Monat durchgeführt wird, deutlich effektiver als die bisherige Versorgung mit Lagertanks.

Lieferungen aus Onahama sind für TEPCO nichts neues, waren doch bereits die ersten Bauteile für den Schutzmantelbau am AKW Fukushima Daiichi von dort geliefert worden (Spreadnews berichtete am 6. Juli 2011).

Allerdings besteht bei der Entladung und dem Transport auf dem Gelände sowohl die Gefahr von Schäden an den Behältern, als auch an Wasserleitungen und Kabeln an der Anlage.

Ölleck an schwerem Räumgerät: Bei einem Kontrollgang auf dem Gelände entdeckte ein Angestellter gegen 13:50 Uhr, dass Öl aus einem schweren Bergungsgerät gedrungen war, das sich auf dem Gelände der Kraftwerksanlage befand. Die entstandene Lache hatte ein Ausmaß von 50 x 50 Zentimetern. Da das Fahrzeug auf Asphalt stand, gelangte kein Öl in den Boden.

Der Ölaustritt hatte zum Zeitpunkt des Fundes bereits ausgesetzt, dennoch wurde vorschriftsmäßig gegen 14:55 Uhr die Feuerwehr Futaba informiert.

Kosmische Strahlung könnte Blick auf Brennelemente ermöglichen: Die Bergung aller Brennelemente gilt als wichtiger Schritt zur vollständigen Stilllegung der Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi. Allerdings ist bislang kaum etwas über den Zustand der geschmolzenen Brennelemente in den drei betroffenen Reaktoren bekannt.

Atomsymbol
Forschung könnte Blick auf Brennelemente ermöglichen (Grafik: pd)

Dies könnte sich aufgrund eines zwischen Februar 2012 und Januar 2014 durchgeführten Experiments von Wissenschaftlern ändern.

Hintergrund des Vorgehens ist die Verfolgung von Elementarteilchen, die als kosmische Strahlung teil der Atmosphäre sind und sich deutlich abschwächen, wenn sie auf Objekte mit hoher Dichte, wie etwa radioaktive Brennelemente, treffen.

Das System, das erfolgreich bei der Erstellung von Aufnahmen am heruntergefahrenen Reaktor das AKW Tokai (Präf. Ibaraki) eingesetzt wurde, sei leicht anzubringen. Die Messgeräte mussten an drei Stellen in 30 bis 60 Metern Entfernung vom Reaktorgebäude positioniert werden.

Die Wissenschaftler sind bereit, ihr Projekt auch am AKW Fukushima Daiichi zu nutzen, sofern der Betreiber TEPCO seine Genehmigung erteilt. Das berichteten Kyodo und jiji

Kulturgüter aus Fukushima-Sperrgebiet geborgen: Das es bei der Evakuierung nicht nur um materielle Güter geht die zurückgelassen werden, sondern auch um Erinnerungen und Geschichte, dürfte nicht nur jenen verständlich sein, die solch eine Erfahrung machten.

Das zumindest ein Teil der Kultur und Geschichte der Region zugänglich bleibt, ist auch einem anderthalb Jahre dauernden Programm zur Bergung von Museumsexponaten aus drei Gemeinden zu verdanken. Im Rahmen der nun beendeten Aktion in der Präfektur Fukushima wurden 3.100 Kisten mit Keramik, Gemälden und alten Dokumenten geborgen.

Die Probleme die es nun zu lösen gilt, sind die Schaffung langfristiger Lagerungsmöglichkeiten für die Kunstwerke und Dokumente und die Sorge um Objekte wie buddhistische Statuen, oder Shinto-Schreine. Diese Gegenstände sind nicht nur schwer zu transportieren – ihre Radioaktivität wird in vielen Fällen auch zu hoch sein, um sie aus den Sperrgebieten zu entfernen.

Für die Zukunft sind weitere Aktionen geplant, in denen auch Kulturgüter, die sich im Besitz von Privatpersonen befinden, zur Erhaltung dort abtransportiert werden sollen. Über diese Maßnahmen berichtete die NHK.

Erstmals klagt Präfektur gegen TEPCO: Die Präfekturverwaltung von Iwate hat am heutigen Donnerstag gemeinsam mit Gemeindevertretern, finanzielle Forderungen in Millionenhöhe gegen den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gestellt. Das Unternehmen soll mit dem Geld für die Dekontamination und Arbeitskosten der Präfektur aufkommen.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
Erstmals Entschädigungsforderungen einer Präfektur gegen TEPCO (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Die Kläger, unter denen sich neben den Verwaltungen auch ein Abfallentsorgungsunternehmen befindet, greifen dabei auf das Vermittlungszentrum bei Entschädigungsforderungen der Fukushima-Katastrophe zurück, da sie bei Weiterführung der direkten Gespräche mit TEPCO keine Erfolgsaussichten sehen.

Bei der nun eingereichten Forderung handelt es sich um die erste ihrer Art, die unmittelbar von einer Präfekturverwaltung gestellt wird. Es geht dabei um eine Summe von etwa 1,4 Millarden Yen.

Zu den Begründungen zählen auch wirtschaftliche Einbußen durch radioaktive Hot Spots, berichtet die NHK.

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