Start Aktuelles Fukushima aktuell: Lagerung kontaminierter Abfälle weiter in Kritik

Fukushima aktuell: Lagerung kontaminierter Abfälle weiter in Kritik

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Radioaktive Abfälle: Umweltministerium führt Tests für künftige Bauprojekte durch (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Heute zeigte sich die kaiserliche Familie der Öffentlichkeit. Dieses Ritual ist nur zweimal im Jahr üblich. Häufiger sind dagegen Meldungen zu den Auswirkungen von Japans größter Kraftwerkskrise, so dass es aus Japan aktuell auch neue Fukushima News gibt. Mehr zu dem, was im Bezug auf Fukushima heute geschah, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Endlagerpläne treffen auf Gegenwehr
  • Schafsgeborene in der Präfektur Fukushima
  • Vierter Neujahrstag seit Tohoku-Katastrophen

Endlagerpläne treffen auf Gegenwehr: Die japanische Regierung sieht sich bei ihren Plänen für den Bau von Endlagern weiterhin Kritik von Präfekturverwaltungen und Gemeinden gegenüber.

Im Zuge der Fukushima-Katastrophe sind große Mengen an radioaktiv kontaminierten Abfällen angefallen. Die Regierung will nun Asche aus Verbrennung von Dekontaminationsmaterial, Klärschlamm und Stroh von den Reisfeldern mit Belastungen über 8.000 Becquerel pro Kilogramm endlagern.

Mit Stand Ende September des vergangenen Jahres, beläuft sich die Menge dieses Materials in den 12 Präfekturen, in denen es derzeit noch übergangsweise gelagert wird, auf 152.236 Tonnen kontaminierter Abfälle.

In fünf Präfekturen – Miyagi, Ibaraki, Tochigi, sowie Gunma und Chiba – bei denen ein Mangel an weiteren Übergangslagerungen erwartet wird, sollen entsprechende Endlager entstehen. Doch die starken Proteste aus Präfekturleitung und Ortsverwaltungen behindern die Umsetzung der Pläne.

So hatte in der Präfektur Tochigi die geplante Nutzung von staatlichen Grundstücken in der Ortschaft Shioya zu massiver Gegenwehr und einem ersten Halt geführt. Die Anlage würde in der Nähe der Jojinzawa-Quelle entstehen, deren Wasser vom Umweltministerium zu einem der 100 landesweit besten Wasserqualitäten gewählt wurde.

Über die Entsorgungspläne und die Gegenwehr berichtete die jiji.

Schafsgeborene in der Präfektur Fukushima: Seit der Übernahme des gregorianischen Kalenders, beginnt auch in Japan das neue Jahr am 1. Januar und auch die astrologischen Tierkreiszeichen folgen diesem Muster. Daher brach gestern offiziell das „Jahr des Schafs“ (hitsuji doshi) an.

Die Präfektur Fukushima gab nun bekannt, wie viele seiner Einwohner ebenfalls in Jahren geboren wurden, die den astrologischen Vorgaben folgend, als Schafsjahre gelten. Demnach sind 151.100 Einwohner der Präfektur Fukushima unter diesem astrologischen Zeichen geboren.

Dabei gibt es mit 77.500 Frauen dort etwas mehr als die 73.600 männlichen Schafsgeborenen. Insgesamt machen die Bürger, die in Jahren wie zuletzt 2003 geboren wurde 7,9 Prozent der dortigen Gesamtbevölkerung aus. Das berichteten Präfekturmedien.

Die japanische Astrologie beruht auf einem 12-Jahre-Zyklus und berücksichtigt fünf Elemente, sowie neun Sterne (kyusei kigaku). So sollen sich nicht nur Charakter und Schicksal, sondern auch die sechs Glück- und unglückbringende Tage (rokuyo) in der Woche durch den Mondkalender berechnen lassen. Letztere sollen teilweise noch bei besonderen Anlässen berücksichtigt werden.

Vierter Neujahrstag seit Tohoku-Katastrophen: Einst war der Sonnenaufgang im Fischereihafen von Tomioka eine Attraktion und das malerische Szenario verhieß ein glückliches Jahr – bis zum März 2011, als das Großbeben und der Tsunami die Region verwüsteten und Japans schlimmste Krise an einem Kernkraftwerk auslösten.

Doch zu Neujahr kehrten dutzende der früheren Einwohner zeitweise zurück und beteten, zwischen den Stahlgerippen und Betontrümmern, für eine baldige Erholung der Region. Die Besucher konnten dann ihren Blick weiter am Horizont schweifen lassen, oder sich der Suppe mit Schweinefleisch zuwenden, die von Freiwilligen angeboten wurden. Über diesen Neujahrstag berichtete die Kyodo.

Momente wie jene sind es, die bei Evakuierten doch Sehnsucht und den Wunsch nach Rückkehr aufkommen lassen. Bislang ist die Rückkehrbereitschaft in bereits freigegebene Bereiche des Sperrgebiets gering – zu groß ist die Angst vor einer radioaktiven Belastung.

Über Neujahr gilt für einige Gemeinden, die sonst höchstens tagsüber besucht werden dürfen und sonst der Aufenthalt über Nacht verboten ist eine Sondererlaubnis zur Übernachtung im Sperrgebiet.

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