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Fukushima aktuell: Lagerung radioaktiver Abfälle rückt näher

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Artikelbild - Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Manche Dinge kann man bekanntermaßen nicht kaufen, als Motivationsmittel zur Entscheidungsfindung ist Geld im Fall der Katastrophe von Fukushima heute jedoch nach wie vor sehr hilfreich.

Dabei geht es in den heutigen Fukushima News nicht um illegale Bestechung, sondern die Entsorgung teils stark radioaktiver Abfälle. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Dezember 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Präfektur Fukushima zeigt Bereitschaft für Endlager

Präfektur Fukushima zeigt Bereitschaft für Endlager: Die Schaffung eines Endlagers für stark radioaktive Abfälle in der Präfektur Fukushima rückt näher und die Entscheidung könnte noch in dieser Woche fallen.

Am gestrigen Mittwoch habe die Präfekturführung bereits angedeutet, ein entsprechendes Vorhaben der Regierung zu billigen. Mit einer formellen Antwort von Gouverneur Masao Uchibori an das Umweltministerium wird bereits in dieser Woche gerechnet.

Der Plan der Regierung sieht die Verstaatlichung des “ Fukushima Ecotech Clean Center“ vor, einer bislang privaten Entsorgungseinrichtung in Tomioka. Dort sollen dann 650.000 Tonnen an Abfällen entsorgt werden, darunter auch der Sondermüll.

Dazu zählen Reisstroh, Klärschlamm, sowie die Verbrennungsasche von Hausmüll, mit Werten über 8.000 Becquerel pro Kilogramm.

Offiziell sind alle Präfekturen, die vom radioaktiven Niederschlag der Fukushima-Katastrophe betroffen waren, für die Entsorgung selbst verantwortlich und müssen das kontaminierte Material auf eigenem Gelände entsorgen.

Die Gesamtmenge wird auf 166.000 Tonnen geschätzt.Den Großteil trägt mit 138.000 Tonnen die Präfektur Fukushima. Weitere 11 Präfekturen sollen ebenfalls über derartige Abfälle verfügen (Stand September 2015).

Während der Standort der Entsorgungsanlage in Tomioka aufgrund der hohen Strahlungswerte weiterhin evakuiert ist, führt die geplante Route durch Naraha, dass trotz der Lage als Sperrgebietsgemeinde teilweise freigegeben wurde.

Angesichts der Tatsache, dass auf der Ecotech-Anlage sehr stark radioaktiv belastetes Material mit Werten von bis zu 100.000 Becquerel pro Kilogramm entsorgt werden soll, scheint die Einwilligung der Verwaltungen überraschend.

Die Zustimmung beider Gemeinden dürfte allerdings nicht nur durch das Argument der dringenden Erforderlichkeit der Maßnahme für den Wiederaufbau der Region zustande gekommen sein – die Gewährung von insgesamt 10 Milliarden Yen war möglicherweise ausschlaggebender.

Material das über diesem Wert liegt, soll in ein Zwischenlager in räumlicher Nähe zum Kernkraftwerk transportiert werden. Die Anlage befindet sich allerdings noch im Bau.

Das Umweltministerium hofft auf den Bau ähnlicher Anlage in fünf weiteren Präfekturen, in denen besonders viel dieser kontaminierten Abfälle angefallen sind. Hierzu gehören die Nachbarpräfekturen Miyagi und Ibaraki, sowie  Gunma, Tochigi und Chiba.

Der radioaktiv belastete Müll wird gegenwärtig noch behelfsmäßig auf dem Gelände von Kläranlagen, oder landwirtschaftlichen Nutzflächen gelagert. Über die Pläne, sowie die erwartete Zustimmung berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

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