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Fukushima aktuell: Landesweit Brennelemente-Schäden nachgewiesen

Zahlreiche Reaktoren vom Fukushima-Typ melden gleiches Problem

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Bergung von Brennelementen am 22. November 2013 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Bergung von Brennelementen am 22. November 2013 (Foto: Copyright by TEPCO)

Während sich die Präfektur Fukushima heute über den weiteren Wegfall von Importverboten freuen kann, sorgen neben einer erneuten Hitzewelle in Japan aktuell auch ungewöhnliche Meldungen von mehreren Reaktoren des Landes für Schlagzeilen.

Somit sind die heutigen Meldungen weit mehr als nur Fukushima News, sondern von landesweiter Bedeutung. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. August 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Landesweit Brennelemente-Schäden in Reaktoren vom Fukushima-Typ
  • Brasilien hebt Importverbote für Produkte aus Fukushima auf
Landesweit Brennelemente-Schäden in Reaktoren vom Fukushima-Typ

Seit 2012 sind an mehreren Siedewasserreaktoren im ganzen Land die baugleich mit den Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi sind, nacheinander Schweißnahtprobleme an den Metall-Hüllen der Brennelementen festgestellt worden.

Anlässlich eines Treffens gaben die sechs großen Elektrizitätsunternehmen die Gesamtzahl bekannt. Demnach wurden 32.434 Brennelemente mit dieser Schwachstelle entdeckt und in 325 Fällen gab es deutliche Defekte.

Die Mehrzahl davon (206) stammen aus TEPCO-AKW.

Die Betreiberfirmen führen die Probleme darauf zurück, dass durch zu hohe Temperaturen beim Verschweißen der Teile, die Möglichkeit zur Korrosion der Hüllen begünstigt wurde.

Die Atomaufsichtsbehörde sah sich diesbezüglich heute zu einer Pressekonferenz veranlasst.

Ihr Vorsitzender erklärte, man betrachte die Schweißnahtschwächen an den Metallhüllen der Brennelemente nicht als sicherheitsrelevantes Problem.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Schäden an dem radioaktiven Kernbrennstoff oder den Steuerstäben kommen könnte, falls sich einzelne Teile lösen, sei sehr gering.

Alle sechs regionalen Elektrizitätsanbieter sind Miteigentümer der  „Japan Atomic Power Company“ (JAPC) und wollen auch in Zukunft auf die Verwendung dieser Brennelemente setzen. Über den Fund und die Einschätzungen berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die Brennelemente setzen sich aus Bündeln von mehreren Brennstäben mit radioaktivem Material zusammen, deren Reaktion durch Steuerstäbe kontrolliert werden kann. Sie sind in einer Hülle aus Metall zusammengefasst. Eben jene scheint nun Zeichen von Materialermüdung zu zeigen.

Bereits im Jahr 2014 hatten  Schäden an Brennelementen in Abklingbecken von Reaktor 4 und im Folgejahr mehrfach Verformungen an Brennelementen im Becken von Reaktor 3 des AKW Fukushima Daiichi für Schlagzeilen gesorgt (Spreadnews berichtete).

Brasilien hebt Importverbote für Produkte aus Fukushima auf

Die brasilianische Regierung teilte am gestrigen Dienstag mit, man habe die Einfuhrbeschränkungen für Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Präfektur Fukushima gänzlich aufgehoben.

Die Regelung war seit der AKW-Krise 2011 in Kraft, war jedoch bereits im Dezember des folgenden Jahres bereits wieder deutlich gelockert worden.

Der jetzigen Entscheidung vorangegangen war am Montag ein Besuch von Mitsuhiro Miyakoshi, Sonderberater des japanischen Premierministers Shinzo Abe. Japans Regierung und die Präfektur Fukushima hatten um die Aufhebung gebeten.

Über die Entscheidung des südamerikanischen Landes berichtete die jiji.