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Fukushima aktuell: Lebensmittelsicherheit beschäftigt Präfektur

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Artikelbild - Tokyo: Fische auf dem Straßenmarkt Ameyoko (Foto: Copyright by KJ)
Tokyo: Fische auf dem Straßenmarkt Ameyoko (Foto: Copyright by KJ)

In den aktuellen Fukushima News spielen Lebensmittel aus Fukushima heute eine besondere Rolle. So kann von Fortschritten und Rückschritten gesprochen werden. Themen sind jedoch auch eine Expertenkonferenz an der Universität Leipzig und technische Probleme am Kernkraftwerk.

Die Einzelheiten dieser Meldungen, die auch wieder einmal die Bemühungen in der Präfektur zeigen, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. November 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Fischer von Iwaki verzichten auf Oktopus-Verkauf
  • Erneut unkontrollierte Lebensmittel in Umlauf
  • Fukushima-Reisexport nach Malaysia geplant
  • Lebensmittelkontrollen zeigen Belastungsfreiheit
  • Stromausfall legt Grundwasserpumpe lahm
  • Japans Zukunft nach Fukushima beschäftigt Experten
  • Weitere Verstöße bei Subunternehmen

Fischer von Iwaki verzichten auf Oktopus-Verkauf: Wie die Fischereikooperative Iwaki gestern bekannt gab, werde man Oktopus, der bei Testfängen eingeholt worden sei, nicht in den Handel bringen.

Grund hierfür ist, dass der freiwillig gesetzte Grenzwert von 50 Becquerel pro Kilogramm bei dem Fang um zwei Becquerel überschritten wurde. Der gesetzliche Lebensmittelgrenzwert liegt bei 100 Becquerel pro Kilogramm, so dass der Fang eigentlich verkauft werden könnte.

Nach eigenen Angaben lege man jedoch besonderen Wert auf die Sicherheit, so dass man den eigenen, verschärften Grenzwert eingeführt habe. Der Fang erfolgte vor der Küste des Bezirks Odaka.

Erneut unkontrollierte Lebensmittel in Umlauf: Seit gestern läuft eine freiwillige Rückrufaktion in zwei Geschäften in Aizu-Wakamatsu. Dort wurden schwarze Sojabohnen und Azukibohnen verkauft, die zuvor keine Strahlungskontrolle durchlaufen hatten.

Azuki-Bohnen (Foto: Kusabana, pd)
Erneute Panne bei Lebensmittelkontrollen (Symbolfoto: kusabana)

Betroffen ist der Wochenmarkt „Manma-ja“ sowie die Raststätte „Oze-Kaido“ in Mishima.  Bei ersten Proben an zurückgegebenen Produkten vom Markt, der etwa 123 Packungen a 300 Gramm verkaufte, wurde keine radioaktive Belastung festgestellt.

Eine Angabe zur Verkaufsmenge aus Mishima steht noch aus, allerdings wurde an den dort verbliebenen Waren ebenfalls keine Belastung nachgewiesen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es einen derartigen Zwischenfall gibt. Bereits zuvor waren Sojabohnen und Azukibohnen ohne Kontrolle verkauft worden. Für den morgigen Mittwoch ist ein Treffen von Behördenvertretern und Händlern geplant, um eine Wiederholung derartige Zwischenfälle zu verhindern. Über die Verletzung der Bestimmungen für Lebensmittelkontrollen berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Reisexport nach Malaysia geplant: Wie die Präfekturleitung am gestrigen Montag mitteilte, will man erstmals seit der Kraftwerkskatastrophe, lokal produzierten Reis nach Malaysia exportieren. Zunächst ist eine Lieferung von 12 Tonnen Reis geplant.

Eine Reis-Rispe
Fukushima-Reis soll nach Malaysia (Symbolfoto: pd)

Insgesamt 6.000 Zwei-Kilo-Säcke sollen geliefert werden. Die Lieferung der beliebten Sorte Koshihikari wird mit einem Kirschblütenmotiv geschmückt sein. Seit 2013 liefert die Präfektur bereits Pfirsiche in das Land.

Gegen Ende des Monats ist eine PR-Veranstaltung mit Verköstigungen und Erläuterungen zur japanischen Lebensmittelsicherheit geplant.

Ein weiterer Abnehmer für Präfekturprodukte ist Singapur. In diesem Jahr wurden bereits 850 Kilo Reis dorthin exportiert.

Über den Fortschritt beim Vertrieb der Lebensmittel außerhalb Japans berichteten Präfekturmedien.

Lebensmittelkontrollen zeigen Belastungsfreiheit: Die in diesem Jahr produzierte Gesamtreismenge von 7.5 Millionen Tonnen Reis wies bei Kontrollen Ende Oktober eine Einhaltung des Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm auf.

In 99,99 Prozent lag die Belastung sogar unter dem Nachweiswert und bei den übrigen 0,01 Prozent wurde der Richtwert nicht überschritten.

Das wurde bei einem Treffen des Shinsei Fukushima Reconstruction Headquarters bekannt gegeben. Auch Angaben zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Produkten aus der Tierhaltung und Zuchtpilzen wurden gemacht.

In keinem der Fälle wurde der zulässige Grenzwert überschritten. Über diesen Erfolg der Lebensmittelproduktion in der Präfektur Fukushima berichteten Präfekturmedien.

Stromausfall legt Grundwasserpumpe lahm: Gestern kam es kurz vor Mitternacht bei Vorbereitungen zu den heutigen Arbeiten, zu einem Stopp der Stromversorgung für die Grundwasserpumpe. Dabei wurden jedoch weitere Pumpen lahmgelegt.

Nachdem die erste Pumpe wieder mit Elektrizität versorgt wurde, habe man den ausgelösten Alarm aufgehoben. Eine Kontrolle ergab keine Auffälligkeiten, so dass die Pumpe neu gestartet wurde.

Wie sich später herausstellte hatten auch zwei weitere Pumpen gestoppt – was bei einer kontrollierten Abschaltung für Wartungsarbeiten ein unangenehmer Nebeneffekt wäre. Als Ursache wurde eine fehlerhafte Signalübertragung festgestellt.

Man erwäge nun Möglichkeiten, wie eine solche Verkettung künftig verhindert werden könne. Das teilte der Kraftwerksbetreiber TEPCO mit.

Japans Zukunft nach Fukushima beschäftigt Experten: Seit der Fukushima-Katastrophe steht für viele Menschen die Frage nach Japans künftiger Energiepolitik. Der Neustart des AKW Sendai scheint eine deutliche Sprache zu sprechen.

Dennoch besteht nach Ansicht von Experten weiterhin Grund zur Diskussion und so findet vom 20. bis 22. November an der Universität Leipzig eine Konferenz zum Thema: „Energie im Modernen Japan. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ statt.

Aufgrund des international relevanten Themas, beschränkt sich die Veranstaltung nicht auf Deutschland, sondern will über einen Livestream der Universität Leipzig möglichst viele Menschen erreichen. Über den Twitter-Hashtag #vsjf2015 soll eine virtuelle Teilnahme an der Diskussion möglich sein.

Weitere Verstöße bei Subunternehmen: Im Zusammenhang mit illegalen Geschäftspraktiken durch Subunternehmen bei der Dekontamination von Naraha, nahm die Polizei der Präfektur Aomori mindestens acht Personen fest.

Sie stehen unter Verdacht, Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmern begangen zu haben. Dazu zählt beispielsweise die Neuanstellung von Zeitarbeitern ohne Aufsicht durch einen übergeordneten Vertragspartner, oder Mehrfachbeschäftigung durch verschiedene Unternehmen.

Zu den Personen die in diesem Zusammenhang festgenommen wurden, gehören auch der Präsident und weitere Verantwortliche des Unternehmens J-Tech.

Die unter illegalen Bedingungen arbeitenden Beschäftigten waren mehr als 643 Mal an 17 Orten tätig. Über die Festnahme berichteten Präfekturmedien.

Die Problematik ist nicht neu. Der anhaltende Missbrauch von Dekontaminationsarbeitern und die  illegale Beschäftigung von minderjährigen Arbeitern, finden sich immer wieder in offiziellen Berichten.

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