Fukushima aktuell: Leck an Leitung auf AKW-Gelände

Fukushima aktuell: Leck an Leitung auf AKW-Gelände

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Artikelbild - AKW Fukushima: Leckverlauf am Lagertankbereich J am 17. Dezember 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckverlauf am Lagertankbereich J am 17. Dezember 2014 (Foto: TEPCO)

Während die zunehmenden Schneefälle auch die Region Tohoku betreffen, kämpfte Kraftwerksbetreiber TEPCO am AKW Fukushima heute mit einem anderen Problem, das über die sonstigen pfützenartigen Lecks hinausgeht. Weitere Fukushima News befassen sich mit Räumarbeiten. Die Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Leck in Leitung der J-Lagertankbereiche aufgetreten
  • Trümmerräumung an Reaktor 3 nach Bergungsarbeit wieder aufgenommen
  • Nach dreieinhalb Jahren nun Räumarbeiten in Futaba

Leck in Leitung der J-Lagertankbereiche aufgetreten: Am heutigen Mittwoch wurde gegen 15:00 Uhr an einer Wasserleitung, die zwischen den Lagertankbereichen J6 und J5 verläuft, ein Leck festgestellt.

Es handelt sich um Wasser, das zuvor bereits im Multinuklid-Filtersystem ALPS gefiltert und von dort weitergeleitet worden war. Die Anlage kann 62 Radionuklide, jedoch kein Tritium filtern. Der ungeplante Austritt an der Leitung konnte durch das Schließen eines Ventils gestoppt werden. Ausgehend von Zeitpunkt und vor Ort nachgewiesener Menge ging TEPCO zunächst davon aus, dass eine Gesamtmenge von sechs Tonnen austrat.

Dabei sei das Wasser zwar in Bereiche außerhalb der Betonbarriere an den Tanks gelaufen, da sich kein Bewässerungsgraben dort befindet, wurde bereits zu diesem Zeitpunkt ein Einfluss auf das Meer ausgeschlossen. Auch wiesen Messposten keine erhöhte Umgebungsradioaktivität nach.

Später wurden diese Angaben durch den Kraftwerksbetreiber TEPCO weiter ergänzt. So wurde dann auch bekannt gegeben, dass ausgetretenes Wasser zwar sowohl auf dem Boden, als auch im Rohrgraben der Leitung nachgewiesen, der Austritt jedoch durch Sandsäcke gesichert wurde. Daher habe man keinen Einfluss auf das Meer festgestellt.

In einer weiteren Aktualisierung der Angaben wurde gemeldet, bei dem Wasser im Leckbereich von 25 x 2 Metern, handelt es sich zum Teil auch um angesammeltes Regenwasser. Bis um 19:35 Uhr sei das Wasser erfolgreicht entfernt worden. Bei der gesicherten Wassermenge habe es sich um etwa 9 Kubikmeter gehandelt. Über den Zwischenfall berichtete der Elektrizitätskonzern TEPCO.

Trümmerräumung an Reaktor 3 nach Bergungsarbeit wieder aufgenommen: Am heutigen Mittwoch wurden die Arbeiten der Trümmerräumung am Abklingbecken von Fukushima-Reaktor 3 wiederaufgenommen. Die Arbeiten waren nach dem Sturz einer Kontrollkonsole des Brennelemente-Krans in das Abklingbecken, sowie einem späteren Fund gestoppt worden.

Fukushima-Reaktor 3: Unterwasseraufnahme von Trümmern am 30. August 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Unterwasseraufnahme von Trümmern am 30. August 2014 (Foto: TEPCO)

Ursache der Fehlbedienung des Krans waren offenbar Diskrepanzen zwischen dem Modell zur Trümmerräumung und der tatsächlichen Situation vor Ort. Künftig will man solche Zwischenfälle durch ausreichenden Abgleich zwischen 3D-Modell und aktuellem Zustand verhindern.

Nachdem die betreffenden Großtrümmer heute abschließend aus dem Becken entfernt werden konnten, habe man die eigentliche Trümmerbergung fortgesetzt. Diese Arbeiten sollen  bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Um die darauf folgende Bergung von 566 Brennelementen nicht zu gefährden, will das Unternehmen nun geeignetere Kräne einsetzen und mechanische Einwirkungen auf die Brennelemente verringern, indem zusätzliche Abdeckungen aus Gummi eingesetzt werden. Hierüber berichteten TEPCO und Präfekturmedien.

Nach dreieinhalb Jahren nun Räumarbeiten in Futaba: Die japanische Regierung demonstriert mit der Freigabe bereits dekontaminierter Ortschaften gerne die Fortschritte, die seit den Tohoku-Katastrophen vom März 2011 in der Präfektur Fukushima gemacht wurden.

Doch erst jetzt, mehr als dreieinhalb Jahre danach, begann das Umweltministerium heute in der Ortschaft Futaba (Bezirk Ryotake) mit der Räumung von Katastrophentrümmern. Nach einem kurzen Gedenkgebet wurden die ersten Gebäuderuinen abgerissen und stark beschädigte Straßen freigeräumt.

Die Räumarbeiten in dem etwa 200 Hektar messenden Gebiet liefen unter Einsatz von schwerem Gerät. Die Gesamtmenge der Trümmer, die zunächst auf eine provisorische Halde transportiert werden, wird auf 5.500 Tonnen geschätzt.

Grund für den späten Fortschritt in Futaba war die hohe Radioaktivität, die Futaba zu einer Geisterstadt im Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi machte. Mittlerweile gilt zumindest ein dieser Teil der Ortschaft im Drei-Zonen-Modell der Regierung als Zone zur „Rückkehr in naher Zukunft“, so dass Arbeiten durchgeführt werden können.

Nach der Entfernung der Trümmer können dort reguläre Dekontaminationsarbeiten durchgeführt werden, so dass die Behörden sich eine schnelle Wiederbelebung der Ortschaft erhoffen. Über die Entwicklung in der Präfektur Fukushima berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

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