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Fukushima aktuell: Leck beim Transport von Dekontaminationsabfällen

Lieferung mit radioaktiv belastetem Erdreich sollte in das Zwischenlager

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Entsorgung von Dekontaminationsabfällen im Hiyama-Park, Koriyama, am 19. August 2017 (Foto: Copyright by Ai Kon)
Präfektur Fukushima: Entsorgung von Dekontaminationsabfällen im Hayama-Park, Koriyama, am 19. August 2017 (Foto: Copyright by Ai Kon)

Radioaktiv kontaminierte Abfälle und ein ausgewachsener Dekontaminationsbetrug sorgen in Fukushima heute für Aufmerksamkeit – während diese Fukushima News außerhalb Japans wieder zunächst einmal untergehen.

Dass sie nichtsdestotrotz berichtenswert sind, zeigt sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Leck beim Transport von Dekontaminationsabfällen
  • Dekontaminationsbetrug größer als gedacht
Leck beim Transport von Dekontaminationsabfällen

Wie das Regionalbüro des Umweltministeriums am Montag mitteilte, kam es im Gebiet der Stadt Iwaki beim Transport von kontaminierten Erdreich zum Austritt von schlammig-trübem Wasser aus den verwendeten Behältern.

Im Rahmen des Transports von Material von einem Standort im Bezirk Tanagura zum offiziellen Zwischenlager, wurden auf dem Parkplatz Saiso an der Banetsu-Schnellstraße, der Austritt von schlammigem Wasser festgestellt.

Das Wasser stammte offenbar aus zwei doppelten Kunststoffbehältern, in denen kontaminiertes Erdreich gelagert und transportiert wird. Sofort wurden Strahlungskontrollen vor Ort durchgeführt.

Demnach wurden auf dem Gelände des Parkplatzes an zehn Stellen, jeweils Werte zwischen 0,06 und 0,10 Mikrosievert pro Stunde nachgewiesen. Im Bereich, in dem das Wasser austrat, lagen die Werte zwischen 0,06 bis 0,07 Mikrosievert pro Stunde.

Ursache für den Austritt des trüben Wassers war offenbar der Umstand, dass in beiden Fällen die Öffnung des inneren Sacks nicht mit einem Band zugeschnürt worden war.

Nach der Entfernung des ausgetretenen Wassers und der Sicherung der Innensäcke, wurden sie zurück an ihren Ausgangsort in Tanagura gebracht. Insgesamt waren 13 bis 15 Tonnen an kontaminiertem Erdreich „unterwegs“.

Über den Zwischenfall berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die „Furekon“ genannten schwarzen Kunststoffbehältnisse werden im Gebiet der ganzen Präfektur an unterschiedlichen Orten, wie Privatgrundstücken und öffentlichen Anlagen provisorisch gelagert – meist in dem man Gruben aushebt und sie dort vergräbt.

Das im Bau befindliche Zwischenlager auf dem Gebiet der Sperrgebietsgemeinden Okuma und Futaba soll über einen Zeitraum von 30 Jahren als zentraler Lagerplatz dienen. Der weitere Verbleib nach Ablauf der Frist ist noch nicht geklärt.

Dekontaminationsbetrug größer als gedacht

im Mai diesen Jahres sorgte die vorgetäuschte Dekontamination von Bambuswäldern in der Präfektur Fukushima für Schlagzeilen. Damals waren durch manipulierte Fotos aufwändigere Arbeiten vorgetäuscht und auf diese Weise höhere Zahlungen erschlichen worden.

Wie jetzt öffentlich bekannt wurde, ist der Betrug noch umfangreicher als bislang bekannt. Demnach wurde für eine Gesamtfläche von 3.800 Quadratmetern eine Rodung von Bambuswald vorgetäuscht und dafür höhere Beträge kassiert.

Bislang ging man von etwa 2.600 Quadratmetern aus.

Die Betrügereien fanden an verschiedenen Standorten statt und offenbar sind auch weitere Subunternehmen in den Skandal verwickelt. Ob es von übergeordneten Instanzen direkte Anordnungen zum Betrug gab, ist noch unklar.

Über die aktuellen Erkenntnisse und die ausbezahlte Summe von 45 Millionen Yen berichteten Präfekturmedien.

Das mittlerweile aufgelöste Unternehmen „Zerutech Tohoku“ ist kein unbeschriebenes Blatt.  Im Oktober 2016 war gemeldet worden, dass der Arbeitgeber seinen Angestellten in mindestens 100 Fällen gefälschte Ausbildungsbescheinigungen ausgestellt hatte.