Fukushima aktuell: Leckgefährdete Lagertanks demontiert

Fukushima aktuell: Leckgefährdete Lagertanks demontiert

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Artikelbild - AKW Fukushima: Fertigstellung der Demontage im Lagertankbereich H1 am 29. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fertigstellung der Demontage im Lagertankbereich H1 am 29. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Neben neuen Roboterplänen und der Meldung eines Arbeitsunfalls, ist für den Betreiber des AKW Fukushima heute insbesondere die Entwicklung bei den als kritisch eingestuften Bolzentanks von Interesse.

Dennoch befassen sich die Fukushima News auch mit den übrigen Themen, die im Bezug auf das Kernkraftwerk in Japan aktuell sind. Dies geschieht wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Demontage von Bolzentanks im Bereich H1 abgeschlossen
  • Arbeitsunfall am AKW Fukushima
  • Einsatz des neuen Roboters angekündigt
  • Tritiumwerte an Flüssen und Küste auf Normalniveau

Demontage von Bolzentanks im Bereich H1 abgeschlossen: Kraftwerksbetreiber TEPCO konnte am heutigen Donnerstag den erfolgreichen Abschluss der Demontage aller 12 Einheiten der Bolzentanks im Lagertankbereich H1 melden.

Lagertanks für radioaktiv kontaminiertes Wasser die durch Bolzen zusammengehalten werden, hatten in der Vergangenheit mehrfach zu Großlecks am AKW Fukushima Daiichi geführt. Als Reaktion hierauf war die schrittweise Einführung fest verschweißter Lagertanks veranlasst worden.

Die am 8. Juni begonnenen Demontagearbeiten im Bereich H1 konnten nun beendet werden, ohne dass es zu einem Anstieg der Radioaktivitätswerte in der Umgebung gekommen sei. Nun soll das Auseinanderbauen der Behälter auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden.

Arbeitsunfall am AKW Fukushima: Bei Bauarbeiten am Gebäude für feste Abfallstoffe, kam es gegen 12:48 Uhr zu einem Arbeitsunfall, als der Angestellte eines Partnerunternehmens mit den Fingern der rechten Hand zwischen eine Kanaldiele geriet.

Auch wenn eine erste Notfalluntersuchung keine Hinweise auf einen Bruch ergab, wurde der Kraftwerksarbeiter zur weiteren Untersuchung in ein Krankhaus gebracht. Der Beschäftigte sei bei Bewusstsein und weise keine Kontamination am Körper auf.

Einsatz des neuen Roboters angekündigt: Der Betreiber des AKW Fukushima will im kommenden Monat mit dem Einsatz eines Roboters in Reaktor 3 beginnen, der dort Reinigungsarbeiten leisten soll.

Der Roboter kann Arme mit Arbeitsgerät auf eine Höhe bis zu acht Metern ausfahren und so Dekontaminationsmaßnahmen an Stellen durchführen, die sonst nur schwer erreichbar wären.

Im Rahmen dieses Einsatzes wird Trockeneis auf die Oberflächen gesprüht und nach der Verfestigung abgeschabt und aufgesaugt. Das an den Oberflächen haftende radioaktive Material wird so entfernt.

Am künftigen Einsatzort, dem ersten Stock von Reaktor 3, liegt das Strahlungsniveau bei 125 Millisievert pro Stunde. Dieser Wert müsste jedoch bis maximal drei Millisievert gesenkt werden, um menschlichen Arbeitern den Zugang zu ermöglichen.

In den gleichen Stockwerken der Reaktoren 1 und 2, sind die nachgewiesenen Maximalwerte mit 9 bzw. 30 Millisievert pro Stunde zwar geringer, erfüllen den Sicherheitswert jedoch ebenfalls noch nicht.

Über den geplanten Einsatz des Dekontaminationsroboters, der für Mitte November vorgesehen ist, berichtete die Mainichi Shimbun.

Tritiumwerte an Flüssen und Küste auf Normalniveau: Ergebnisse von Untersuchungen an Küstengebieten und Flüssen der Präfektur Fukushima zeigen, dass die Konzentration von radioaktivem Tritium dort auf dem Stand vor der Kraftwerkskatastrophe liegt.

Das Meerwasser wurde an vier Stränden, in Minamisoma (Bezirk Kitaizumi), Iwaki (Yotsukura), und Soma (Haragama-Obama), sowie Tomioka entnommen. Zu den getesteten Flüssen gehörten der Niidagawa, der Manogawa, der Odakagawa und der Otakawa.

Nachdem während der Krise dort erhöhte Werte nachgewiesen worden waren, lagen sie bei den Untersuchungen 2013 an den Stränden bei 0,25 Becquerel pro Liter und den Flüssen bei 0,50 Becquerel pro Liter.

Ihre Ergebnisse stellten die Wissenschaftler auf einem gestern eröffneten Symposium in der Stadt Fukushima vor. Zu ihnen gehören Experten für Umweltradioaktivität von der Universität Fukushima.

Eine Arbeitsgruppe des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), sucht nach Möglichkeiten zur kontrollierten Entsorgung tritiumhaltiger Abwässer am AKW Fukushima. Daher sei erforderlich, den Grad möglicherweise bereits bestehender Kontamination zu ermitteln.

Über die Ergebnisse der Untersuchung berichteten Präfekturmedien.

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