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Fukushima aktuell: Leckstelle an Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 gefunden

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Artikelbild: Blick auf Reaktor 3 am 29. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: Blick auf Reaktor 3 am 29. September 2011 (Foto: TEPCO)

TEPCO ist bei der Ermittlung des tatsächlichen Zustandes der Reaktoren des AKW Fukushima, heute ein Stück weit näher gekommen. Dennoch gab es auch heute eine technische Panne und zumindest ein Subunternehmen muss Verstöße gegen des Arbeitsrecht einräumen. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Leckstelle an Reaktor-Sicherheitsbehälter identifiziert
  • TEPCO veröffentlicht Leckaufnahmen aus MSIV-Raum
  • Wasserleck an Entsalzungsanlage aufgetreten
  • Subunternehmer für illegale Fukushima-Arbeitsbedingungen verwarnt
  • US-Botschafterin Kennedy besucht AKW Fukushima
  • Atomkraftkritischer Politiker mit Gesundheitsproblemen

Leckstelle an Reaktor-Sicherheitsbehälter identifiziert: Erstmals ist es TEPCO gelungen, die genaue Leckstelle zu ermitteln, an der Wasser aus dem Hauptsicherheitsbehälter von Reaktor 3 in andere Bereiche des Gebäudes dringt. Im Rahmen eines Kamereinsatzes entdeckte das Unternehmen den Wassaustritt an einem Verbindungsrohr des Sicherheitsbehälters.

Da im Rahmen des Kühlkreislaufs eine fortlaufende Einspeisung von Wasser in den Reaktor erfolgt, ist der Wasserstand dort noch hoch, so dass auch der beobachtete Wasseraustritt auf den Umstand zurückgeführt wird, dass der Pegel innerhalb des Sicherheitsbehälters höher ist, als im Bereich des Verbindungsrohres. Über diese Entdeckung berichtete die Kyodo.

Im Januar 2014 hatte ein zufälliger Fund des Wasserlecks in Reaktor 3 für Aufsehen gesorgt (Spreadnews berichtete am 19. und 21. Januar).

TEPCO veröffentlicht Leckaufnahmebilder aus MSIV-Raum: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi veröffentlichte heute Videomaterial, das bei Untersuchungen des Raumes, in dem sich die Frischdampfisolationsventile (MSIV) von Reaktor 3 befinden, entstanden war.

Fukushima-Reaktor 3: Hauptdampfleitung D am 15. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Hauptdampfleitung D am 15. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Für eine Untersuchung waren im April Endoskopuntersuchungen und Strahlungsmessungen mit einem Dosimeter durchgeführt und Anfang Mai nach Entfernung eines Gitters durch weitere Kameraufnahmen ergänzt worden. Nun liegt ein erster Bericht vor.

Demnach wurde ein Leck am Dehnungsbereich der Hauptdampfleitung D entdeckt. Im Bodenbereich wurde großflächig Wasser festgestellt, dessen Fliessrichtung darauf schließen lässt, das es ausschließlich aus Hauptdampfleitung D stammt.

TEPCO hofft, aus diesen und folgenden Untersuchungen mögliche Hinweise für weitere Untersuchungen und künftige Reparaturen gewinnen zu können. Zuvor durchgeführte Lecksuchen hatten Fragen aufgeworfen, wo sich die Leckstelle befinden könnte.

Wasserleck an Entsalzungsanlage aufgetreten: Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte gegen 9:20 Uhr, das Wasser aus einer Entsalzungsanlage gelangt war. Diese befindet sich im Bereich der Reaktoren 5 und 6 im Norden des Lagertankbereichs F. Nachdem die Anlage um 9:21 Uhr gestoppt wurde, bestätigte man um 9:33 Uhr den Stopp des Wasseraustritts.

Die Einheit ist auf einen Anhänger montiert,  so dass das Wasser sich im Wesentlichen nur auf einer Metallplatte ausbreiten konnte und eine Lache von  1 x 5 Metern, mit einer Tiefe von einem Milimeter  entstand. Möglicherweise mischte sich die ausgetretene Flüssigkeit auch mit Regenwasser.

Die Untersuchung des ausgetretenen Wassers ergab einen Cäsiumwert von 297 Becquerel pro Liter, während Cäsium-137 mit 774,6 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurden. Die Gesamtkonzentration aller Betastrahler belief sich auf 14.940 Becquerel pro Liter. Als Ursache wird von einem Schaden am Schlauch des Sicherheitsventils ausgegangen.

Subunternehmer für illegale Fukushima-Arbeitsbedingungen verwarnt: Unter Berufung auf informierte Quellen, wurde heute die Verwarnung eines Subunternehmens der Hazama Ando Corporation, wegen Verstoßes gegen das geltende Arbeitsrecht bei Beschäftigten am AKW Fukushima Daiichi bekannt.

AKW Fukushima: Inspektion und Kontrollgang an den Wassertanks (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Inspektion und Kontrollgang an den Wassertanks (Symbolfoto: TEPCO)

Die Warnung war bereits am 9. April 2014 von der Fukushima-Niederlassung des Büros für Arbeitstandards, das dem Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHHLW) untersteht, gegenüber dem Subunternehmen ausgesprochen worden.

Dem Betrieb wird vorgeworfen, bei Schweißarbeiten an Lagertanks für kontaminiertes Wasser, Arbeitszeiten von mehr als zehn Stunden zugelassen zu haben. Dies verstößt gegen geltende Gesetze, die eine Maximalarbeitszeit von zehn Stunden pro Tag vorsehen, um eine übermäßige Strahlungsbelastung der Angestellten zu verhindern.

Dabei wurde sowohl der betroffene Arbeitgeber angewiesen, die Arbeitspläne zu ändern, als auch die Hazama Ando als übergeordneter Vertragspartner zur Verbesserung seiner Aufsichtspflicht im Bezug auf die Arbeitsumgebung ermahnt. Über die Rüge berichtete die jiji, jedoch ohne ihre Quellen zu nennen.

US-Botschafterin Kennedy besucht AKW Fukushima: Am gestrigen Mittwoch besuchte US-Botschafterin Caroline Kennedy erstmals das AKW Fukushima Daiichi. Neben einer Führung über das Gelände, gehörten auch ein Besuch des Kontrollraums der Reaktoren 1 und 2 sowie Anwesenheit bei der Bergung von Brennelementen im Gebäude von Reaktor 4.

AKW Fukushima: US-Botschafterin Caroline Kennedy spricht am 14. Mai 2014 zu TEPCO-Angestellten (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: US-Botschafterin Caroline Kennedy spricht am 14. Mai 2014 zu TEPCO-Angestellten (Foto: TEPCO)

Anlässlich ihrer Besichtigung des Kontrollraums ließ sie sich über die Maßnahmen informieren, die am 11. März 2011 und dem Ausfall der Elektrizität getroffen worden waren.

Kennedy sagte, sie sei selbst mehr als drei Jahre nach der Katastrophe immer noch sehr betroffen, wenn sie sehe, dass die zerstörerischen Kräfte des Erdbebens und Tsunami dort immer noch sichtbar seien.

Vor dem Kraftwerksbesuch hatte sie in der Präfektur Miyagi gesehen, wie die Menschen dort dabei sind, sich wieder eine Existenz aufzubauen.

Später veröffentlichte Botschafterin Kennedy eine Erklärung, in der die Vereinigten Staaten von Amerika der japanischen Regierung und dem Kraftwerksbetreiber Unterstützung zusicherte.

Am heutigen Donnerstag sollen sich der Besuch eines schwimmenden Offshore-Windparks und einer Einrichtung, in der überlebende Kinder der Tohoku-Katastrophe betreut und unterstützt werden anschliessen. Über den Besuch berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter die Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Atomkraftkritischer Politiker mit Gesundheitsproblemen: Morihiro Hosokawa, ein 76 Jahre alter Politiker, der Anfang des Jahres mit deutlicher Atomkraftkritik  bei den Gouverneurswahlen in Tokyo gescheitert und gerade Leiter einer jüngst gegründeten Bewegung für  erneuerbare Energien geworden war, zieht sich vorerst von diesen Aufgaben zurück.

Als Grund nennt der einstige Premierminister gesundheitliche Gründe. Bereits seit Ende März habe er sich nicht mehr wohl gefühlt und war zusammengebrochen, wobei er sich leichte Gesichtsverletzungen zugezogen hatte. Er fühle sich weiterhin unwohl und klagte über Schwindelgefühle. Hosokawa kündigte an, sich am kommenden Montag medizinisch untersuchen zu lassen.

Die Kyodo berichtet unter Berufung auf namentlich ungenannte Quellen, der Politiker habe auch nach seiner Wahlniederlage weiter sehr hart gearbeitet und auch wenn er offenbar von Posten an zwei Universitäten zurücktreten will, werde er zunächst Leiter der atomkraftkritischen Vereinigung bleiben, die von Ex-Premier Junichiro Koizumi gegründet worden war.

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