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Fukushima aktuell: Lecksuche in Reaktor 1

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Untersuchung der Kondensationskammer am 11. juni 2014 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Untersuchung der Kondensationskammer am 11. Juni 2014 (Video: TEPCO)

Das vom Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima heute vorgelegte Material, dokumentiert die Suche nach undichten Stellen an der Verbindung zwischen Kondensationskammer und Sicherheitsbehälter. Zu den Fukushima News gehören jedoch auch der Vorwurf des Lobbyismus und Delikte im Sperrgebiet. Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Juni 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Lecksuche in Fukushima-Reaktor 1
  • NRA-Mitglied wehrt sich gegen Propagandavorwurf
  • Über 1.000 Einbrüche in Fukushima-Sperrgebieten

Lecksuche in Fukushima-Reaktor 1: Am heutigen Freitag veröffentlichte der Kraftwerksbetreiber TEPCO einen Bericht zu Untersuchungen in der torusförmiogen Kondensationskammer von Reaktor 1. Ziel der Maßnahme war die Identifikation von Leckstellen.

Fukushima-Reaktor 1: Aufnahme des Verbindungsrohrs am 11. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahme des Verbindungsrohrs am 11. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Hierzu wurde ein Roboter eingesetzt, der von einem Laufsteg aus operierte und anhand einer von einem Kranarm herabhängenden Kamera auch Unterwasseraufnahmen machen konnte. Von Interesse waren dabei insbesondere Bereiche des Verbindungsrohrs zwischen Sicherheitsbehälter und Kondensationskammer.

Zur Erleichterung der Lecksuche wurden entsprechende Stellen mit einem Markierungssubstanz auf Lehmbasis besprüht.

Die Untersuchungen oberhalb der Wasseroberfläche ergaben keine sichtbaren Schäden am Dichtungsmaterial des Verbindungsrohrs und auch die Unterwasser-Kontrolle erbrachte keine Ergebnisse.

Allerdings war es an mehreren Stellen nicht möglich die Unterwasser-Kamera einzusetzen, da dort Gegenstände den Weg behinderten. Parallel zum schriftlichen Bericht veröffentlichte das Unternehmen sowohl Videomaterial, als auch Bildaufnahmen, die den jeweils untersuchten Wandbereich der Kondensationskammer zeigen.

Für die Zukunft sind weitere Untersuchungen geplant, die dann auch mit Ultraschall durchgeführt werden sollen und somit auch Bereiche erfassen könnten, die mit optischem Gerät unzugänglich sind.

NRA-Mitglied wehrt sich gegen Propagandavorwurf: Der am heutigen Freitag ins Amt berufene NRA-Verantwortliche, Satoru Tanaka, wehrt sich gegen den Vorwurf, Neustarts von Kernkraftwerken unangemessen zu favorisieren und die Arbeit der Atomaufsicht so zu schwächen.

Professor Tanaka wird neben Atomkraftgegnern und evakuierten Fukushima-Einwohnern, auch von Oppositionspolitikern dafür kritisiert, Finanzmittel von Einrichtungen der Atomindustrie erhalten zu haben und gilt allgemein als Neustartbefürworter.

Atomsymbol
NRA-Mitglied wehrt sich gegen Vorwürfe (Symbolbild: pd)

So erhielt der Professor über einen Zeitraum von fünf Jahren einen Gesamtbetrag von drei Millionen Yen von einer Stiftung, die mit TEPCO in Verbindung steht und vom selben Konzern weitere Spenden von etwa 100 Millionen Yen für von ihm geleisteten Unterricht.

Auf die Vorbehalte und Vorwürfe reagierte er mit einer öffentlichen Klarstellung. Ihm sei bewusst, dass die Atomaufsicht unabhängig arbeiten und Entscheidungen immer unter Berücksichtigung der Tatsache getroffen werden müssen, dass auch das menschliche Wissen seine Grenzen hat und die Atomenergie immer Risiken haben werde.

Dennoch dürfte weiterhin ein entsprechendes Augenmerk auf den Entscheidungen des einstigen Vorsitzenden der japanischen Atomenergiebehörde (AESJ) liegen, nicht zuletzt auch wegen seiner Anmerkung, die NRA dürfe sich nicht isolieren. Zudem plane er „Verbesserungen“ durchzuführen, falls dies erforderlich werden sollte.

Ähnlich wie bei der der  Fukushima-Coverversion des Pharrell Williams Hits „Happy“ (#Happyfukushima), die nicht zuletzt aufgrund der Mitarbeit des Models Arisa Ueki, die auch in der Werbung für Tohoku Electric tätig ist, als Propaganda-Aktion interpretiert wird, dürften auch im Fall des NEA-Mitglieds, die Atomkraftkritiker nur schwer zu überzeugen sein.

Über die Bemühungen, die fortlaufende Neutralität der NRA zu versichern, berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Über 1.000 Einbrüche in Fukushima-Sperrgebieten: Der Fall eines gestern festgenommenen Bürgers aus Tamura (Präf. Fukushima), in dessen Haus 3.000 gestohlene Gegenstände sicher gestellt wurden, ist nur einer von vielen, die sich seit dem Ausbruch der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und der anschließenden Evakuierung ereignet haben.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Zahlreiche Einbrüche im Fukushima-Sperrgebiet (Symbolfoto: pd)

Wie der geständige Einbrecher erklärte, ist es sehr einfach, in den unbewohnten Gebieten innerhalb der Sperrzone in Gebäude einzudringen, da es dort keine Zeugen gibt und Fenster einfach mit einem Hammer eingeschlagen werden können. Das auch andere Menschen diese Einschätzung teilen, zeigt sich an der Zahl der Einbruchsdelikte in Sperrgebieten.

Nach Angaben der Polizei, sind bereits in den ersten fünf Monten dieses Jahres über 90 Fälle von Einbrüchen festgestellt worden. Seit den Evakuierungen im Jahr 2011 steht die Gesamtzahl der Einbruchsdelikte auf 1.200 Fälle.

Dabei wurden nicht nur Wertgegenstände entwendet. Im Fall des jetzt gefassten Einbrechers, der über 100 Delikte zugegeben hat, wurde neben Schmuck auch Damenunterwäsche sichergestellt.

Als einzige Präventionsmöglichkeit sieht die Polizei mehr Kontrollgänge in den evakuierten Gebieten, berichten Präfekturmedien und die NHK.

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