Fukushima aktuell: Leichte Fortschritte bei Brandbekämpfung in Namie

Fukushima aktuell: Leichte Fortschritte bei Brandbekämpfung in Namie

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Nationalstraße 399 nach Namie (Foto; Next-Exit, Wikimedia Commons cc-by-sa)
Präfektur Fukushima: Nationalstraße 399 nach Namie (Foto; Next-Exit, Wikimedia Commons cc-by)

Die Waldbrände im Sperrgebiet sind in Fukushima heute weiterhin ein Thema und auch unsere aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News räumen den dortigen Entwicklungen eine hohe Priorität ein.

Wie es in dem betroffenen Waldgebiet in Fukushima heute aussieht, erfahren sie im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Mai 2017.

Waldbrände in Fukushima dauern den sechsten Tag an

Die seit dem Wochenende wütenden Waldbrände im Sperrgebiet um das AKW Fukushima Daiichi dauern den fünften Tag in Folge an. Die Feuer breiten sich an den bewaldeten Hängen des Bergs Juman von Westen Richtung Süden aus.

Das Brandgebiet gehört zur Gemeinde Namie,  ist etwa fünf Kilometer vom Standort des Kernkraftwerks entfernt und gehört aufgrund der hohen Radioaktivität zu jenem Teil des Sperrgebiets, der im Rahmen des Drei-Zonen-Modells als „langfristig unbewohnbar“ gilt .

Teile der Ortschaft Namie sind dagegen in der Vergangenheit bereits freigegeben worden, so dass etwa der Verkehr von Koriyama nach Minamisoma auch zum Teil durch Namie führt. Allerdings bleiben die Zufahrtsstraßen zum Sperrgebiet gesperrt.

Nach offizieller Darstellung ist der heutige Freitag der nunmehr sechste Tag seit Ausbruch der Feuer am Samstagabend und noch immer sind die Brandherde nicht erloschen, da sie immer wieder von starken Winden angefacht wurden.

Dennoch gibt es nach den bisherigen Löschmaßnahmen in den Wäldern offenbar erstmals gute Nachrichten.

Verbesserung bei Löscheinsätzen am Boden

Gestern waren 13 Helikopter der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF), sowie der Präfekturen Gunma, Saitama und Tochigi im Einsatz, während die präfektureigenen  Helikopter am Boden gewartet wurden.

Am heutigen Freitag waren sieben große und drei Helikopter mittlerer Größe der SDF im Einsatz, die eine Mischung aus Wasser und Löschmitteln über dem Gebiet verbreiteten. Inklusive der übrigen Aufgebote waren heute 12 Helikopter aktiv.

Erneut versuchten die etwa 550 Kräfte der Feuerwehr und der SDF die Brandbekämpfung am Boden fortzuführen. Die Brandbekämpfung ist  ist wegen Unzugänglichkeit, fehlender Ressourcen für Löschwasser und die potentielle Strahlungsbelastung für die Helfer problematisch.

Da jedoch mittlerweile eine Verlängerung der Leitungen am Fuß des Berges mit einem höher angelegten Wassertank ermöglicht wurde, können die Maßnahmen am Boden effektiver als zuvor durchgeführt werden.

Bekämpfung von Gerüchten über radioaktiver Kontamination

Entgegen der japanischen Fake News zum Waldbrand, gibt es  offiziell nach wie vor keine Hinweise auf gestiegene Kontamination oder radioaktive Belastung in der Region um die Waldbrandgebiete, geschweige denn in anderen Teilen Japans.

Die Präfektur veröffentlicht auf ihrer Webseite nun auch die offiziellen Messdaten aus den Bereichen um das Brandgebiet, um Falschmeldungen und Panikmache entgegenzutreten.

Zudem wurde angekündigt, auch nach Abschluss der Löscharbeiten vor Ort weiterhin Strahlungsmessungen durchzuführen, um den Ängsten in den Bevölkerung zu entgegnen, die insbesondere über den Mikrobloggingdienst Twitter geschürt werden.

Besuch des Ministers für Wiederaufbau

Gestern besuchte der neue Minister für den Wiederaufbau die dortige Zentrale für Katastrophenschutz in einer  Sporthalle im freigegebenen Bereich der Ortschaft Namie, um sich über den gegenwärtigen Stand zu informieren und die Helfer zu ermutigen.

Aktuelle Situation

Nach Angaben des Katastrophenzentrums der Präfektur schwächt sich die Wucht der Brände in den Waldgebieten langsam ab. Von einer Entspannung der Lage wird jedoch offiziell offenbar noch nicht gesprochen.

Nach wie vor gibt es keine Verletzten zu beklagen. Über die anhaltenden Brände und die Brandbekämpfungsmaßnahmen berichteten Präfekturmedien.

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