Fukushima aktuell: Leitungsleck an Entsalzungsanlage

Fukushima aktuell: Leitungsleck an Entsalzungsanlage

1480
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Leck an Leitunsventil der Entsalzungsanlage, 19. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck an Leitungsventil der Entsalzungsanlage, 19. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Während Premierminister Abe in Fukushima heute Gespräche führte, musste TEPCO am gleichnamigen Kernkraftwerk ein Wasserleck bewältigen.

Die übrigen Fukushima News zeigen eine Mischung aus Maßnahmen, Fortschritten und Rückschlägen. Einzelheiten zu den Ereignissen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Oktober 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Schaden führt zu Leck an Entsalzungsanlage
  • Mobiles Schnellmessgerät entwickelt
  • Strahlungsgrenzwert bei Tabak überschritten
  • Patrouillen gegen Straftaten von Dekontaminationsarbeitern
  • Abe verspricht Unterstützung in Fukushima
  • Lachsfischerei in Fukushima wieder aufgenommen

Schaden führt zu Leck an Entsalzungsanlage: Am heutigen Montagmorgen wies ein Alarm gegen 7:36 Uhr auf eine Störung an Einheit 2 der Umkehrosmoseanlage hin. Eine Kontrolle vor Ort bestätigte dann den Austritt im Bereich des Wassertanks der Anlage.

AKW Fukushima: Leckstelle der Entsalzungsanlage am 19. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle der Entsalzungsanlage am 19. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Unmittelbar nach dem Fund wurde das System, dass der Entsalzung des eingespeisten Wassers dient, aus Sicherheitsgründen zunächst abgestellt.

Die Menge an ausgetretenem Wasser wird auf maximal einen Kubikmeter geschätzt und die Flüssigkeit blieb innerhalb der umgebenden Betonbarriere, so dass sie nicht in die Umwelt gelangte.

Im Anschluss wurde die Entfernung der Wasserlache von 10 x 10 Metern Fläche durchgeführt. Bei der Suche nach der Ursache für das Wasserleck wurde ein beschädigtes Ventil entdeckt. Dort hatte sich dann offenbar eine Wasserleitung gelöst.

Nach Angaben von Kraftwerksbetreiber TEPCO handelt es sich bei der ausgelaufenen Flüssigkeit ausschließlich um bereits gefiltertes Wasser.

Mobiles Schnellmessgerät entwickelt: Ende vergangener Woche stellte die  Obayashi Corporation in Tomioka (Präf. Fukushima) ein effektiveres Gerät zur Messung von Strahlungsbelastungen der Presse vor.

Das gemeinsam mit dem US-Unternehmen Canberra Industries entwickelte Gerät, benötigt für die Analyse von kontaminiertem Erdreich deutlich weniger Zeit, als bislang genutzte Modelle.

Werte zwischen 100 und einer Million Becquerel pro Kilogramm können innerhalb von etwa 30 Sekunden nachgewiesen werden. Das Gerät kann auch mobil eingesetzt werden, etwa beim Transport von kontaminiertem Material in Zwischenlager.

Dadurch könnte nicht nur der Arbeitsaufwand, sondern auch die Strahlenbelastung für Arbeiter reduziert werden. Über die Neuentwicklung berichteten lokale Medien.

Strahlungsgrenzwert bei Tabak überschritten: Wie Japan Tobacco (JT) gegen Ende vergangener Woche bekannt gab, wurde bei Kontrollen der Jahresproduktion 2015 eine Überschreitung des zulässigen Grenzwerts festgestellt.

Tabak (Foto: pd)
Tabak aus Fukushima überschreitet Grenzwert (Symbolfoto: pd)

Bei der Untersuchung von Tabakproben an 111 Standorten wurde in getrockneten Tabakblättern aus der Ortschaft Mano, die zur Stadt Minamisoma gehört, ein Cäsiumwert von 182,7 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Das ist eine Überschreitung des japanischen Lebensmittelgrenzwerts, der bei 100 Becquerel pro Kilogramm liegt. In den vergangenen Jahren hatte es dort keine problematischen Belastungen gegeben.

In allen anderen Fällen lagen die Belastungen unter dem Nachweiswert, so dass man die genauen Umstände vor Ort untersuche. Das berichten Präfekturmedien.

Patrouillen gegen Straftaten von Dekontaminationsarbeitern: Als Reaktion auf Straftaten, die von Beschäftigten bei Dekontaminationsmaßnahmen begangen wurden, werden in Koriyama nun nächtliche Kontrollgänge durchgeführt.

An der ersten einstündigen Aktion dieser Art, die am Samstag durchgeführt wurde, beteiligten sich 60 Personen. Nach Angaben der Organisatoren soll den Bürgern das Gefühl von Unsicherheit genommen werden.

Über die Maßnahme, an der sich Helfer aus dem öffentlichen und privaten Sektor beteiligen, berichteten Präfekturmedien.

Abe verspricht Unterstützung in Fukushima: Bei heutigen Besuchen in den Gemeinden Okuma und Naraha, sicherte Premierminister Shinzo Abe die Unterstützung von Stillegung und Wiederaufbau in der Präfektur zu.

Während er bei einem Treffen mit dem Bürgermeister von Okuma versprach, die Regierung werde sich bemühen, die Umsetzung des Wiederaufbauplans voranzubringen, erklärte er in Naraha, man werde mit der Gemeindeverwaltung am Wiederaufbau arbeiten.

Neben den Gesprächen stand auch die Besichtung einer Forschungseinrichtung zur Reaktorstilllegung auf dem Programm des Premiers. Über den Besuch in der Präfektur berichteten Kyodo und NHK.

Lachsfischerei in Fukushima wieder aufgenommen: Erstmals seit Ausbruch der Fukushima-Krise im Jahr 2011 haben Fischer der Präfektur den Lachsfang wieder aufgenommen.

Lachs aus Fukushima könnte wieder seinen Weg in die Küche finden (Symbolfoto: bluewaikiki.com cc-by)
Lachs aus Fukushima könnte wieder seinen Weg in die Küche finden (Symbolfoto: bluewaikiki.com cc-by)

Nachdem die Evakuierungsanordnung für die Ortschaft Naraha Anfang September aufgehoben und keine radioaktive Belastung der Lachse festgestellt worden war, beschlossen die Fischer im dortigen Kidogawa wieder zu fischen.

Vertreter der Verwaltung und der Fischereikooperativen zeigten sich erfreut und sehen auch die Wiedereröffnung einer Verarbeitungsfabrik, die durch die Naturkatastrophe zerstört worden war, als sichtbares Zeichen für den Wiederaufbau.

Geht es nach den Fischereikooperativen, soll noch in diesem Jahr ein versuchsweiser Verkauf der verarbeiteten Fische beginnen und im kommenden Frühjahr mit dem Aussetzen von Jungtieren begonnen werden.

Über die Wiederaufnahme der Lachsfischerei berichteten Asahi Shimbun und NHK.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT