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Fukushima aktuell: Leitungswasser gewinnt internationalen Qualitätspreis

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Artikelbild - Fukushima-Trinkwasserauszeichnung (Foto: Copyright by Fukushima City)
Auszeichnung für Fukushima-Trinkwasser (Foto: Copyright by Fukushima City)

Seit dem kurzzeitigen Nachweis von radioaktivem Material im Leitungswasser von Tokyo, ist die Katastrophe von Fukushima heute immer noch mit der Angst um sauberes Wasser verbunden. Die aktuellen Fukushima News zeigen, wie weit die Spanne beim Thema „Wasser“ reicht. Die Einzelmeldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. April 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Leitungswasser gewinnt Qualitätspreis
  • Konzepte zur Brennelementebergung vorgelegt
  • Tritiumbelastetes Fukushima-Wasser könnte verdunstet werden

Fukushima-Leitungswasser gewinnt Qualitätspreis: Ein Medienprojekt, in dessen Rahmen „Fukushima Water“ als besonders „energiereicher“ Durstlöscher vermarktet wurde, hatte im vergangenen Monat die erwünschte Aufmerksamkeit erzielt.

Nun geht es jedoch tatsächlich um die besonderen Eigenschaften des Leitungswassers in Fukushima – denn dessen Geschmack veranlasste die Jury des internationalen Instituts für Qualitätsselektionen „Monde Selection“ dazu, ihm die Goldmedaille in der Kategorie „Bier,  Wasser, Softdrinks“ zu verleihen.

Das Wasser stammt vom Surikamigawa-Damm und wurde vor der Abfüllung auf radioaktive Belastung geprüft. Das „ND“ Logo auf den Flaschen bestätigt, das keine Belastung nachgewiesen wurde. Bislang wurden 20 Millionen davon verkauft.

Der Bürgermeister der Stadt Fukushima zeigte sich sehr glücklich über die Auszeichnung und wertet sie als weiteres Symbol für den Wiederaufbau.

Im Rahmen der „Fukushima Destination Campaign“, einem Werbeprojekt, bei dem zwischen April und Juni auch etwa 130 lokale Spezialitäten beworben werden, kann das Wasser für 100 Yen pro 500 Milliliter dort gekauft werden.

Diese Meldung mag verblüffen, aber im April ist ja bekanntermaßen einiges möglich. Über die Auszeichnung berichteten Präfekturmedien und jiji.

Konzepte zur Brennelementebergung vorgelegt: Das von der Regierung beauftragte Unternehmen zur Kontrolle der Stilllegung (NDF), legte heute einen strategischen Plan für Stilllegungstechnologien vor.

Diese neuen Methoden sollen eine Ergänzung des bislang üblichen Vorgehens bei der Brennelementebergung darstellen. Bislang ist die Flutung des Reaktors mit Wasser vorgesehen, um Strahlung von den Kraftwerksarbeiten abzuschirmen.

Fragen zu Lecks, Öffnungen und Stabilität des Sicherheitsbehälters, lassen die Flutung als alleinige Lösung als nicht sinnvoll erscheinen. Allerdings weisen die Alternativkonzepte ebenfalls Sicherheitsrisiken auf.

Als Option steht die Bergung der geschmolzenen Brennelemente vom oberen Teil des Reaktors, oder durch eine hierfür zu fertigende Öffnung in der Seitenwand des Sicherheitsbehälters, im Raum.

Bei diesem Vorgehen wäre aufgrund der fehlenden Abschirmung durch das Wasser, allerdings auch wichtiges technisches Gerät der Strahlung ausgesetzt und es müssten Maßnahmen entwickelt werden, die ein Entweichen von radioaktivem Material in die Außenluft verhindert.

Regierung und TEPCO wollen sich nach Verschaffung weiterer Informationen über den Zustand der zusammengeschmolzenen Brennelemente, im März 2017 auf eine geeignete Methode verständigt haben. Das berichtete die NHK.

Tritiumbelastetes Fukushima-Wasser könnte verdunstet werden: Die Entsorgung stark radioaktiver Abwässer, von denen täglich mehrere hundert Tonnen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi anfallen, ist ein langfristiges Problem für den Kraftwerksbetreiber TEPCO.

AKW Fukushima: Dr. Dale Klein spricht am 11. März 2014 zu Kraftwerksarbeitern (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Dr. Dale Klein spricht am 11. März 2014 zu Kraftwerksarbeitern (Foto: TEPCO)

Die Fischereiverbände der Präfektur lehnen eine Verklappung von kontaminiertem Wasser selbst nach einer Filterung ab, da sich das radioaktive Tritium nicht mit den üblichen Methoden aus dem Wasser filtern lässt.

Jetzt legte Naohiro Masuda, der bei TEPCO für die Stilllegung der Anlage verantwortlich ist, Alternativkonzepte zur Beseitigung der radioaktiven Abwässer vor.

So werde diskutiert, ob man das Wasser nicht einfach verdampfen bzw. verdunsten lässt – eine Methode die auch bei der teilweisen Kernschmelze am US-Kraftwerk Three Mile Island im Jahr 1979 genutzt worden war.

Doch Dr. Dale Klein, der als  frühere Vorsitzender der US-Atomaufsicht den Betreiber TEPCO berät, sieht diese Idee nicht nur durch die schiere Menge an Wasser die verdunsten müsste, als kritisch an.

Eine erfolgreiche Verdunstung des radioaktiven Wassers würde lediglich bedeuten, dass die Feuchtigkeit aufs Meer hinauszieht, dort kondensiert und dann als Regenwasser ins Meer gelange. Die Sicherheit für die Umwelt sei damit nicht höher, als bei einer konventionellen Verklappung. Hierüber berichteten japanische Medien.

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