Fukushima aktuell: Letztes Dachpaneel an Reaktor 1 entfernt

Fukushima aktuell: Letztes Dachpaneel an Reaktor 1 entfernt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Entfernung des letzten Dachpaneels am 5. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Entfernung eines Dachpaneels am 5. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

TEPCO kann vom AKW Fukushima heute Fortschritte melden, die aktuellen Fukushima News zeigen aber auch, dass die langfristigen Folgen der Kraftwerkskatastrophe in Japan aktuell bleiben werden.

Einzelheiten der Meldungen, bei denen es auch um Lebensmittelkontrollen und Grundwassermaßnahmen geht, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Oktober 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Letztes Dachpaneel des Schutzmantels von Reaktor 1 entfernt
  • Strahlungskontrollen bei Fukushima-Reis bleiben bestehen
  • Testweise Pumparbeiten für Grundwasserkontrolle angekündigt

Letztes Dachpaneel des Schutzmantels von Reaktor 1 entfernt: Am heutigen Montag schlossen Kraftwerksangestellte die Arbeiten zur Entfernung aller sechs Dachteile des Schutzmantels um Reaktor 1 des AKW Fukushima Daiichi erfolgreich ab.

Durch Einsatz eines ferngesteuerten Krans wurde das letzte 42×7 Meter messende Dachpaneel entfernt. Dem Beginn der Demontage im Juli 2015 war im Vorjahr eine testweise Entfernung vorausgegangen.

Das zerstörte Obergeschoss soll von Trümmern befreit werden, um später abgebrannte Brennelemente aus dem Gebäude bergen zu können. Insgesamt befinden sich 392 dieser Brennelemente im Abklingbecken.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO kam es während der Arbeiten zu keinem Anstieg der Umgebungsradioaktivität. Im Juli 2014 war nach ähnlichen Arbeiten an Reaktor 3 eine radioaktive Kontamination von Reisfeldern gemeldet worden.

Obwohl später ein Zusammenhang als unwahrscheinlich galt und die Untersuchung der Reisfeldkontamination ergebnislos eingestellt wurde, hatte die Besorgnis der Landwirte zu Verzögerung der Arbeiten geführt.

Als Sicherheitsmaßnahme wurde vor den Arbeiten am Schutzmantel von Reaktorgebäude 1 ein Bindemittel auf Kunstharzbasis unter die Konstruktion gesprüht, um das Aufwirbeln von radioaktiv kontaminierten Staub zu verhindern.

TEPCO versicherte, bei allen künftigen Arbeiten würde die Sicherheit stets das wichtigste Kriterium sein. Neben TEPCO berichteten auch NHK und Präfekturmedien über den Abschluss der Demontage.

Strahlungskontrollen bei Fukushima-Reis bleiben bestehen: Die Leitung der Präfektur Fukushima gab an, trotz der Sicherheit der lokalen Reisproduktion, die Kontrollen auf radioaktive Kontamination weiter fortsetzen zu wollen.

Die Verwaltung hatte die Prüfung aller Reisernten seit 2012  veranlasst und seit 2014 war bei Reis für den Handel keine Überschreitung des Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm festgestellt worden.

Dennoch führe man dieses Lebensmittelkontrollprogramm fort, um weiterhin bestehenden Verbraucherängsten zu begegnen. Die Tests der diesjährigen Reisernten begannen im August und verliefen bislang ebenfalls ohne Auffälligkeiten.

Jährlich werden etwa zehn Millionen 30-Kilo-Säcke geprüft und sichere Produkte mit Kennzeichnung in den Handel gebracht. Die Kontaminationstests kosten jährlich etwa fünf Milliarden Yen.

Nachdem im November 2011 die Überschreitung des damaligen provisorischen Grenzwerts von 500 Becquerel pro Kilogramm festgestellt worden war, hatte die Präfektur im Folgejahr die Prüfung aller Ernten begonnen.

Seitdem waren die Überschreitungen kontinuierlich gesunken. Waren 2012 noch 71 Säcke aus dem Verkehr gezogen worden, sank die Zahl im Folgejahr auf 28.

Die beiden einzigen Fälle von Überschreitung im Jahr 2014 stammten aus Gebiet in dem noch keine Dekontaminationsmaßnahmen erfolgten. Zudem war dieser Reis nicht für den Handel bestimmt.

Über den Entschluss, trotz dieser Fortschritte weiterhin zu kontrollieren, berichtete die Mainichi Shimbun.

Testweise Pumparbeiten für Grundwasserkontrolle angekündigt: Kraftwerksbetreiber TEPCO beginnt in dieser Woche mit dem Testbetrieb einer Grundwassersicherungsmaßnahme.

Da durch die Grundwasserbarriere, die eine Kontamination des Meeres verhindern soll, mit einem Anstieg des Grundwasserpegels gerechnet wird, ist das heraufpumpen des Wassers an einer gesonderten Stelle geplant.
Nach einer Filterung soll dann auch dieses Wasser verklappt werden.

Die Arbeiten sollen am heutigen Nachmittag beginnen und zunächst etwa zehn Tonnen Wasser erfassen. Mit einem vollständigen Betrieb wird Ende des Monats gerechnet. Über die Ankündigung berichteten Präfekturmedien.

Zur Reduzierung der täglich anfallenden radioaktiven Abwässer, darf seit August auch bereits belastetes Grundwasser verklappt werden, sofern es eine Filterung durchläuft und Grenzwerte  eingehalten werden.

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