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Fukushima aktuell: Löscharbeiten nach Funkenflug am AKW

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Artikelbild - AKW Fukushima: Generator an dem es zum Auftreten von Funken kam (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Generator an dem es zum Auftreten von Funken kam (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute unter anderem Funkenflug und einen Manganrekord. Sonstige Fukushima News, etwa zur Preisgabe weiterer Befragungsprotokolle, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. November 2024.

Unsere heutigen Themen:

  • Funkenflug an Generator in Lagertankbereich
  • Erste Säcke mit kontaminiertem Abfall transportbereit
  • Manganrekord an Grundwassermessposten
  • Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Neue Fukushima-Aussageprotokolle veröffentlicht
  • Neuer Fukushima-Gouverneur gegen Lagerungspläne

Funkenflug an Generator in Lagertankbereich: Am heutigen Mittwochmorgen entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens im Lagertankbereich J4 gegen 5:23 Uhr Funkenflug von einem Motorgenerator.

AKW Fukushima: Betroffener Generator am 12. November 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Auslassöffnung des betroffenen Generators am 12. November 2014 (Foto: TEPCO)

Der Motor wurde umgehend abgestellt und mit einem Feuerlöscher die Funkenbildung bekämpft. Gegen 5:26 Uhr wurde die erfolgreiche Löschung gemeldet.

Gegen 5:43 Uhr wurde die Feuerwehr Futaba informiert und eine Untersuchung durch die Experten angeordnet. Diese erklärten um 8:41 Uhr, dass kein Brandfall vorliegt.

Wie TEPCO mitteilte, kam es an keinem der wichtigen Parameter der Anlage, wie etwa den Kühlsystemen, oder den Pumpen zu Störungen. Bei den Löscharbeiten sei kein Mitarbeiter verletzt worden.

Die genaue Ursache für den Zwischenfall werde untersucht, heißt es von Betreiberseite.

Erste Säcke mit kontaminiertem Abfall transportbereit: Am gestrigen Mittwoch gestattete das Umweltministerium einigen Journalisten, sich einen Eindruck von den Vorbereitungen zum Abtransport radioaktiv kontaminierter Katastrophenabfälle aus Kawauchi zu machen.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Erster Abtransport kontaminierter Abfälle in Vorbereitung (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Das behelfsmäßige Lager in Kawauchi enthält derzeit 4.377 Säcke, mit jeweils einem Kubikmeter an kontaminiertem Erdreich und Trümmern. Diese Abfälle waren im wesentlichen durch Dekontaminationsarbeiten entstanden.

Kawauchi war Ende 2011 der erste Standort, an dem kontaminierte Abfälle gelagert wurden. Dies war auch ausschlaggebend, die Säcke von dort abzutransportieren, da sich erste Hinweise auf Abnutzung zeigen.

Ziel der Abfälle soll ein langfristiges Zwischenlager werden. Entsprechende Standorte sollen in Futaba und Okuma entstehen. Ob die Anlage tatsächlich wie geplant im Januar 2015 nutzbar sein wird, ist allerdings unklar.

Zwar hatte der damalige Gouverneur der Präfektur Fukushima Ende August sein ein Einverständnis zum Lagerbau gegeben – die Pläne waren jedoch von den Grundstückseigentümern negativ aufgenommen worden, so dass man bereits jetzt mit Verzögerungen rechnet.

Die jetzigen Arbeiten sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen werden, bevor Schnee die Arbeiten behindern kann. Über die Maßnahme berichtete die Asahi Shimbun.

Manganrekord an Grundwassermessposten: Heute veröffentlichte Messergebnisse vom 10. November, weisen einen neuen Höchststand von Mangan-54 auf. Auch bei der Gesamtsumme der nachgewiesenen Betastrahler wurde ein Rekord festgestellt.

Artikelbild - Grundwasserkontrollposten/Messposten am 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasserkontrollposten am 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Die Konzentration von Mangan-54 lag bei 54 Becquerel pro Liter. Am 3. November betrug der Wert noch 5,0 Becquerel. Der bisherige Höchstwert vom 28. Juli lag bei 8,5 Becquerel.

Im Fall der Betastrahler stieg die Konzentration von zuletzt 230.000 Becquerel (Stand: 3. November) auf 2,1 Millionen Becquerel und übertraf damit den bisherigen Höchstwert von 1,9 Millionen (Stand: 23. September 2013).

Weitere Angaben, etwa zu den Gründen für die jetzt veröffentlichten Ergebnisse machte der Kraftwerksbetreiber TEPCO bislang nicht.

Grundwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Mittwoch wurde eine Gesamtmenge von 1.499 Tonnen umgeleitetes Grundwasser aus den Bergen erfolgreich verklappt. Bei den Arbeiten gab es nach Angaben der Betreiberfirma TEPCO keine Auffälligkeiten, oder Abweichungen.

Artikelbild - AKW Fukushima: Laufende Grundwasserverklappung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Laufende Grundwasserverklappung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Nach längeren Zweifeln an der Effektivität der Grundwasserumleitung war durch das Unternehmen schließlich doch ein positiver Effekt der Verklappung bekannt gegeben worden. Im Rahmen der Maßnahme wird sauberes Grundwasser aus den Bergen umgeleitet, auf mögliche Belastungen kontrolliert und in den Pazifik eingeleitet.

Ziel der Maßnahme ist es, den Zufluss in den Kraftwerksbereich zu verringern, so dass die aus den Untergeschossen der Turbinengebäude dringenden stark radioaktiven Abwässer, nicht weiteres Wasser kontaminieren können. Außerdem soll der Grundwasserpegel so kontrolliert werden.

Zur Überwachung des Pegels werden unterirdische Entwässerungsleitungen genutzt, die jetzt als Messposten zur Probenentnahme (“subdrains”) genutzt werden. Gänzlich fehlerfrei ist diese Grundwasserverklappung jedoch auch nicht.

Zumindest die Möglichkeit, dass bereits unter der Anlage vorhandenes Grundwasser bei der Pegelsenkung an den Messposten dorthin fließen und dort lokal den Grundwasserpegel sogar ansteigen lassen könnte, hatte TEPCO in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.

Ein hoher Grundwasserstand ist problematisch, da er zur Erhöhung des Strahlungslevels auf einigen Teilen der Anlage beiträgt und steigende Umgebungsradioaktivität die Gesundheit der Arbeiter gefährdet. In der Vergangenheit waren Messposten wegen hoher Umgebungswerte bereits aufgegeben worden.

Neue Fukushima-Aussageprotokolle veröffentlicht: Nachdem die erste Veröffentlichung der Yoshida-Papiere für Aufsehen gesorgt hatte, gab Japans Regierung heute weitere Befragungsprotokolle mit damaligen Regierungmitgliedern und TEPCO-Verantwortlichen frei.

Insgesamt hatte der Regierungsausschuss 772 Vertreter von Regierung und Kraftwerksbetreiber zu den Umständen der Fukushima-Katastrophe befragt. Zu den jetzt veröffentlichen Befragungen von 56 dieser Personen gehört auch Manabu Terata, Berater des damaligen Premierministers Naoto Kan.

Terata erinnerte sich nicht nur an den gemeinsamen Besuch des Kernkraftwerks nach Beginn der Katastrophe und seinen Eindruck, der Premier habe sich zu diesem Besuch verpflichtet gefühlt, was zu seinem Charakter gepasst habe, sondern gab auch seine Angst vor der Situation zu und die Bedenken, welches Singal der Besuch während einer noch nie dagewesenen  Katastrophe haben werde.

Der frühere Berater bekräftigte, dass auch Japan um die potentiellen Gefahren der Kernenergie gewusst,  jedoch den Risiken weniger Beachtung geschenkt habe, als in anderen Ländern üblich ist und stattdessen zu großes Vertrauen in die Sicherheit der Anlagen gesetzt hatte. Über die Veröffentlichung berichtete die NHK.

Neuer Fukushima-Gouverneur gegen Lagerungspläne: Masao Uchibori, der Ende Oktober zum neuen  Gouverneur der Präfektur Fukushima gewählt worden war, kritisierte, dass seine Präfektur als Lagerstandort für kontaminierte Abfälle besonders herangezogen werden soll.

Eine Kabinettsentscheidung hatte festgelegt, dass kontaminierte Abfälle an ihrem Ursprungsort eingelagert werden müssen. Auch die Forderung der Gemeinde Shioya (Präf. Tochigi), die Lagerung aller Abfälle in das langfristig unbewohnbaren Gebiet um das AKW Fukushima Daiichi zu verliegen, stieß ebenfalls auf Kritik aus Fukushima.

Uchibori fordert von der Regierung in Tokyo nun ernsthafte Gespräche mit den betroffenen Gemeindeverwaltungen. Das berichtete die jiji.

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