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Fukushima aktuell: Mangel an Lagertanks behindert Grundwasserarbeiten

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Artikelbild: Arbeiten im Bereich der Lagertanks am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Arbeiten im Bereich der Lagertanks im Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Die bereits erwartete Situation des Lagertankmangels ist offenbar eingetreten. Wie vom AKW Fukushima heute zu hören, sind die Kapazitäten für einige der Aufgaben nicht mehr ausreichend. Andere Fukushima News die heute von Interesse sind, betreffen die Bewältigung des Grundwasserproblems, Arbeitspannen und die Gesundheitskontrollen in der Präfektur.

Diese und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Mangel an Lagertanks behindert Arbeiten an radioaktivem Grundwasser
  • Kamera fällt in Abklingbecken
  • Präfektur Fukushima prüft Schilddrüsenkontrollen
  • TEPCO zeigt Modellversuch der Eisbarriere
  • Bericht zu verlorenen Gegenständen am AKW Fukushima Daini

Mangel an Lagertanks behindert Arbeiten an radioaktivem Grundwasser: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, wird das Heraufpumpen von radioaktivem Grundwasser auf dem Gelände des AKW Fukushima nun durch einen Mangel an Lagertanks verzögert.

Mit Stand vom Dienstag betrage die Lagerkapazität auf der Anlage 27.700 Tonnen.

Nach Meldung der jiji bedeutet dies, dass kontaminiertes Grundwasser weiter unterhalb der chemisch ausgehärteten Erdschichten zwischen den Reaktoren 2 und 3 dringen könnte. TEPCO geht davon aus, dass auf diesem Weg auch radioaktives Material ins Meer gelangt.

Das es sich bei belastetem Grundwasser um ein wesentliches Problem handelt, zeigen die hohen Messwerte, die an den Grundwassermessposten ermittelt werden. Diese liegen praktisch immer über dem Grenzwert, der eine Verklappung erlauben wurde. In der Vergangenheit war an mehreren Messposten steigende Werte nachgewiesen worden.

Unterdessen will das Unternehmen frühestens im Dezember mit der Bergung von großen Trümmerteilen aus einem Abklingbecken von Reaktor 3 beginnen.

Geht es nach dem offiziellen Zeitplan soll dort die Bergung der abgebrannten Brennelemente in der ersten Hälfte des Fiskaljahrs 2015 beginnen.

Kamera fällt in Abklingbecken: Am heutigen Donnerstag kam es am Abklingbecken im Gebäude von Reaktor 3 gegen 11:00 Uhr zu einem Zwischenfall.

Nachdem dort Vorbereitungsarbeiten zur Bergung von großen Trümmerteilen aus dem Becken abgeschlossen worden waren, wurde eine ins Abklingbecken herabgelassene ferngesteuerte Kamera heraufgezogen. Dabei stürzte die an einem Kabel befestigte Kamera erneut in das Becken.

Ursächlich war nicht nur der Riss des Kabels, sondern auch, dass ein Sicherheitsmechanismus nicht funktioniert habe. Aufgrund des geringen Gewichts der Kamera von etwa 5,5 Kilogramm geht der Betreiber davon aus, dass keine Schäden an den dortigen Brennelementen entstanden.

Präfektur Fukushima prüft Schilddrüsenkontrollen: Auf dem ersten Treffen eines Expertenausschusses zur Bewertung der laufenden medizinischen Kontrollen der Schilddrüsen von 360.000 Personen, die zum Zeitpunkt der Katastrophe maximal 18 Jahre alt waren, wurden Forderungen zum künftigen Vorgehen laut.

Schilddrüse mit Strahlungsbelastung (Symbolbild, pd)
Präfektur Fukushima: Verbesserungen bei Schilddrüsen-Checks gefordert (Symbolbild, pd)

Bislang gibt es 26 offiziell bestätigte Fälle von Schilddrüsenkrebs.

Die Experten riefen dazu auf, das System zu verbessern, indem man mehr Krankenhäuser vor Ort in die Untersuchungen einbezieht.

Außerdem sei es sinnvoll, derartige Schilddrüsentests auch außerhalb der Präfektur durchzuführen und Meinung von Schilddrüsenexperten zur Kausalität von Strahlung der Fukushima-Katastrophe und den Krebsfällen einzuholen.

Die laufenden Schilddrüsenkontrollen sollen voraussichtlich Ende März 2014 abgeschlossen sein. Das berichtet die NHK.

TEPCO zeigt Modellversuch der Eisbarriere: Um das Problem der Kontamination des Grundwassers beikommen zu können, plant TEPCO langfristig, durch Bodenfrostung einer dauerhafte unterirdische Barriere zu schaffen. Bislang gibt es lediglich den Versuch einer chemischen Aushärtung.

AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Testaufbau einer Eisbarriere am 28. November 2013 (Foto: TEPCO)

Wie diese Bodenfrostung aussehen könnte, zeigte TEPCO heute in einem ansonsten unkommentierten Video.

Dort wird der Versuchsaufbau der Anlage gezeigt und wie im Modell eines unterirdischen Tunnels die Vereisung durchgeführt wird. Dabei werden unter anderem auch die Rohrleitungen, sowie die gefrorene Eiswand präsentiert.

In realer Anwendung sieht der Plan vor, eine Reihe von Rohren in einem Abstand von etwa einem Meter, bis zu 30 Meter tief herabzulassen. Anschließend wird ein Kühlmittel durch die Rohre geleitet und auf diese Weise das umliegende Erdreich eingefroren (Spreadnews berichtete am 31. Mai 2013).

Bericht zu verlorenen Gegenständen am AKW Fukushima Daini: Im Verlauf des Monats hatte Kraftwerksbetreiber TEPCO mehrmals in Kurzmeldungen auf Fälle am AKW Fukushima Daini hingewiesen, in denen Kraftwerksarbeitern einige Teile ihrer Ausrüstung abhanden gekommen waren.

Fukushima Daini; Haken einer LED-Lampe in der Kondensationskammer am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini; Haken einer LED-Lampe in der Kondensationskammer am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)

Nun veröffentlichte der Betreiber der Anlage einen zusammenfassenden Bericht. Demzufolge sind im Laufe dieses Monats zwei LED-Lampen, die der Beleuchtung dienten, ebenso in die torusförmige Kondensationskammer gefallen, wie ein Gerät zur Ermittlung der Wassertemperatur.

Andere Fremdkörper, etwa ein Haken, an dem eine der Lampen befestigt war, konnten dagegen geborgen werden. Aufgrund der kleinen Maße und des geringen Gewichts der Gegenstände geht TEPCO davon aus, dass keine Schäden an der Kammer entstanden.

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