Fukushima aktuell: Mega-Tankfloß soll verschwinden

Fukushima aktuell: Mega-Tankfloß soll verschwinden

Schwimmendes Wasserlager soll Tsunami-Risiko weichen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Ankunft des Mega-Tankfloßes am 21. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ankunft des Mega-Tankfloßes am 21. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Stammleser könnten fast nostalgisch werden, wenn aus Fukushima heute über das Schicksal eine der ersten großen Maßnahmen zur Bewältigung radioaktiver Abwässer berichtet wird.

Allerdings sind die Fukushima News aus Japan aktuell wie immer und betreffen die Zukunft des  Objekts. Die Details hierzu gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Mega-Tankfloß am AKW Fukushima soll verschwinden
  • Untersuchungen im Hafenbecken nach übergelaufenem Grundwasser
Mega-Tankfloß am AKW Fukushima soll verschwinden

Zu Beginn unserer Fukushima-Berichterstattung berichtete das Team Spreadnews in Echtzeit über den Verlauf der Krise. Stammleser aus jenen Tagen mögen sich vielleicht noch an die Pläne zum Einsatz eines Tankfloßes im April 2011 erinnern.

Nachdem es zunächst in den Hafen von Yokohama geschleppt worden war, um es dort umzubauen, kam das Floß im Mai 2011 im Hafen des AKW Fukushima Daiichi an.

Bei Beginn großer Pumparbeiten im Juni 2011 hatte man das Mega-Tankfloß mit Hoffnungen verbunden, die anfallenden radioaktiven Abwässer rasch bewältigen zu können.

Ankunft des Mega-Floßes im Hafen von Yokohama, 7. April 2011 (Foto: TEPCO)
Ankunft des Mega-Floßes im Hafen von Yokohama, 7. April 2011 (Foto: TEPCO)

Auch finanziell war das Objekt nicht unbedeutend, denn nachdem es zunächst lediglich von der Präfektur Shizuoka verliehen worden war, kam es im Januar 2012 zum ersten Kaufangebot für das Tankfloß durch TEPCO.

Nachdem es zuvor in der Fischerei verwendet wurde, diente es nach der AKW-Katastrophe als Lager für  leicht radioaktives Wasser aus Untergeschossen der Reaktorgebäude 5 und 6.

Laut einem Planentwurf, der auf einem gestrigen Treffen der Atomaufsicht vorgelegt wurde, ist nun die Entfernung des Floßes in der ersten Hälfte des Fiskaljahres 2019 vorgesehen, nachdem man nun keine Verwendung mehr dafür hat.

Das Objekt ist  etwa 136 Meter lang, hat eine Breite von 46 Metern und eine Gesamthöhe von drei Metern. Es ist in der Lage bis zu 10.000 Tonnen Wasser aufzunehmen. Die Entsorgung ist offenbar Teil des Sicherheitskonzepts für die Kraftwerksanlage.

Um das Floß als Risiko bei einem erneuten Tsunami ausschließen zu können, soll es verschrottet werden. Wie die Demontage ablaufen soll, ist bislang noch ungeklärt. Über diese Entwicklung berichteten Präfekturmedien.

Untersuchungen im Hafenbecken nach übergelaufenem Grundwasser

Nach dem gestern gemeldeten Zwischenfall liegt nun eine Analyse von Meerwasser aus dem Hafenbereich des AKW Fukushima Daiichi vor.

Regenfälle hatten zum Aufstieg von kontaminiertem Grundwasser geführt und Besorgnis vor einer radioaktiven Belastung des Meeres geweckt, falls der Damm geschwächt werden sollte.

Jetzt ergaben die Testergebnisse, dass die Werte im Hafenbereich leicht angestiegen sind. Nach Angaben von TEPCO liegt diese Schwankung aber im Bereich dessen, was ohnehin nach Regenfällen auftritt und sei daher keineswegs ungewöhnlich.

Auch im Fall von Cäsium-137, das an zwei Stellen des Hafens kontrolliert wird, ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen – der jedoch jedes mal bei Regen auftritt und nicht besorgniserregend ist. Auch bei den Betastrahlern wurde kein massiver Anstieg verzeichnet.

Der Damm im Hafenbereich scheint offenbar weder unterspült noch beschädigt worden zu sein, so dass das größte befürchtete Krisenszenario somit ausblieb. Eine Inspektion der Grundwasserkontrollposten ergab ebenfalls keine Auffälligkeiten

Mit Stand vom heutigen Morgen ist es dank andauernder Pumparbeiten bislang nicht zum dauerhaften Aufstieg von Grundwasser gekommen. Nun arbeitet TEPCO daran, den Grundwasserpegel durch zusätzliche Maßnahmen mit Pumpwagen weiter zu senken.

Über die Entwicklung berichteten TEPCO und Präfekturmedien.

 

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