Start Aktuelles Fukushima aktuell: Mehr als 6.000 Unterstützer für Atomenergie-Slogan

Fukushima aktuell: Mehr als 6.000 Unterstützer für Atomenergie-Slogan

1899
0
TEILEN
Atomenergie - für eine leuchtende, oder eine zerstörte Zukunft? (Grafik: pd)

Mit dem Einsetzen des Regenzeit beginnt am AKW Fukushima heute auch das Bangen, es möge nicht zu neuen Wasserlecks kommen. An anderer Stelle bemüht man sich dagegen um eine Erhaltung der anderen Art. Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Juni 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Mehr als 6.000 Unterstützer für Erhalt des Atomenergie-Slogans
  • Festivität für preisgekröntes Fukushima-Wasser
  • Belastung in Abwasserkanal weist Schwankungen auf
  • Verklappung gefilterten Grundwassers
  • Radioaktive Kontamination als größtes Umweltproblem eingeschätzt
  • Regierung will Zwischenlagerstandort in Tomioka verstaatlichen

Mehr als 6.000 Unterstützer für Erhalt des Atomenergie-Slogans: Einst ein PR-Slogan, ist das Versprechen einer strahlenden Zukunft auf einem Schild in der evakuierten Ortschaft Futaba ins Gegenteil verkehrt worden.

Aus Sicherheitsgründen und um die Kosten für den Erhalt der Werbetafel für Atomenergie zu sparen, sollte das Objekt demontiert werden.

Doch Yuji Onuma, der 1988 im Rahmen eines Wettbewerbs als Sechstklässer den Slogan schuf, setzt sich dafür ein das weithin sichtbaren Schild an der Nationalstraße zu erhalten – als „Mahnung für die Dummheit der Menschen“.

Tatsächlich wird dieser Plan von einigen Menschen unterstützt, konnte Onuma doch bei einem heutigen Termin mit der Ortsverwaltung eine Petition mit 6.502 Unterzeichnern vorlegen.

Der Verfasser des Werbespruchs hatte die Petition im März 2015 als Reaktion auf die Ankündigung, die Verwaltung von Futaba wolle das Schild entfernen lassen, ins Leben gerufen.

Zu den Unterzeichnern gehören nicht nur Atomkraftgegner auf Demonstrationen. Nach Angaben von Onuma habe er auch Unterschriften aus dem Ausland erhalten und auch Ex-Premier Naoto Kan habe unterschrieben.

Nach der Überreichung der Petition an Bürgermeister Shiro Izawa deutete dieser an, die Entscheidung zur Entfernung des Slogans überdenken zu wollen. Dies ist Onuma jedoch nicht genug.

Er ist davon überzeugt, dass die Frage der Atomenergie die Menschen in ganz Japan betrifft und daher die einstige Werbetafel als Warnung für künftige Generationen unbedingt erhalten werden muss.

Über die Petition berichteten Mainichi Shimbun, jiji und Präfekturmedien.

Festivität für preisgekröntes Fukushima-Wasser: Am Samstag wurde in der Stadt Fukushima die Auszeichnung des Fukushima-Trinkwassers durch die Jury der „Monde Selection“ gefeiert.

Bei der Veranstaltung, an der etwa 100 Menschen teilnehmen erklärte der Bürgermeister der Stadt Fukushima, die Goldmedaille in der Kategorie „Bier, Wasser, Softdrinks“ trage zur Wiederherstellung des Rufs von Produkten aus der Region bei.

Über die Veranstaltung, bei der auch Vertreter  des städtischen Wasserversorgers anwesend waren, berichteten Regionalmedien.

Belastung in Abwasserkanal weist Schwankungen auf: Nach dem Austritt von stark radioaktivem Wasser in das Hafenbecken, war in den vergangenen Tagen keine wesentlichen Fluktuationen der Messwerte aufgetreten.

Wasserproben vom Samstag wiesen einen Anstieg der Betastrahler-Konzentration auf 400 Becquerel pro Liter auf. Da der Wert auf 200 Becquerel gesunken war, macht der AKW-Betreiber TEPCO die jüngsten Regenfälle für den Anstieg erforderlich.

Heutigen Angaben des Unternehmens zufolge, kam es zu keinen weiteren Schwankungen und auch die Strahlungswerte im Hafenbecken weisen keine Abweichungen auf.

Verklappung gefilterten Grundwassers: Am Samstag erfolgte eine weitere der Verklappungen von umgeleiteten Grundwasser aus den Bergen, die den Pegel des Grundwassers auf der Kraftwerksanlage kontrollieren sollen.

Bei der Aktion vom Samstag wurden 1.322 Tonnen in den Pazifik eingeleitet, wobei keine Probleme aufgetreten sein sollen.

Radioaktive Kontamination als größtes Umweltproblem eingeschätzt: Ein aktueller Regierungsbericht kommt zu dem Schluss, dass auch vier Jahre nach der Fukushima-Katastrophe die radioaktive Kontamination immer noch das größte Umweltproblem des Landes darstelle.

Gebiete, die aufgrund der Strahlungsbelastung mit Problemen wie Landflucht zu kämpfen hätten, sollen zum Standort regenerativer Energien werden.

Mit einem Teil der Einnahmen der Stromerzeugung soll die Rückkehr für die evakuierten Einwohner in ihre einstigen Wohnorte erleichtert werden.

Neben Problemen der Infrastruktur würden immer noch „unbegründete Gerüchte“ die Rückkehrbereitschaft schmälern. Über die aktuellen Einschätzungen berichtete die NHK.

Regierung will Zwischenlagerstandort in Tomioka verstaatlichen: Japans Umweltminister Yoshio Mochizuki gab am vergangenen Freitag bekannt, die Regierung in Tokyo plane die Verstaatlichung einer Privatanlage als Zwischenlagerstandort.

Mit der Entscheidung übernimmt die Regierung die Verantwortung für die Sicherheit der Anlage des Unternehmens Fukushima Ecotech, in der bislang Industrieabfälle entsorgt wurden.

Der Lieferweg zum Standort in Tomioka führt jedoch auch durch die Ortschaft Naraha, so dass Bürgermeister beider Gemeinden am Treffen teilnahmen.

Das zu transportierende Material ist als kontaminierter Abfall klassifiziert, da die Konzentration radioaktiven Materials über 8.000 Becquerel pro Kilogramm liegt.

Die Regierung beabsichtigt zudem die Verabschiedung eines neuen Bezuschussungsprogramms zur Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft.

Masao Uchibori, Goueverneur der Präfektur Fukushima, begrüßte die Pläne und auch Koichi Miyamoto, Bürgermeister von Tomioka zeigte ein gewisses Verständnis für die Bestrebungen.

Sowohl die Verstaatlichung des Lagerstandorts, als auch die Freigabe von Finanzmitteln zur freien Verwendung beim Wiederaufbau waren von den Lokalbehörden gefordert worden.

Diese Forderungen waren es auch, die nach der Regierungsanfrage im Jahr 2013 die ursprünglich für Januar 2015 geplante Absprache verzögert hatten.

Über die aktuelle Entscheidung berichteten Asahi Shimbun, jiji und Präfekturmedien.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here