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Fukushima aktuell: Mehr als 7.000 Betroffene in Nachbarpräfektur klagen

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Artikelbild - Rathaus der Stadt Otawara, Präfektur Tochigi (Foto: pd)
Fukushima-Folgen: Auch Einwohner von Otawara (Präf. Tochigi) wollen klagen (Foto: pd)

Das Wochenende brachte TEPCO wieder mehrere kleine Probleme, doch dürfte sich der Betreiber des AKW Fukushima heute vor allem über eine ungewöhnliche finanzielle Forderung Gedanken gemacht haben. Die aktuellen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Juni 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Mehr als 7.000 Kläger aus Nachbarpräfektur
  • Probeentnahmen wegen schlechten Wetters unterbrochen
  • Strahlungsbelastung von Schulkindern unbedenklich
  • Übernahme von Wohnkosten für freiwillig Evakuierte wird gestrichen
  • Wiederinbetriebnahme nach ALPS-Störung
  • Schwierigkeiten an Gasmanagmentsystem

Mehr als 7.000 Kläger aus Nachbarpräfektur: Am heutigen Montag gaben 7.128 Personen außerhalb der Präfektur Fukushima bekannt, eine außergerichtliche Klage gegen den Kraftwerksbetreiber TEPCO anzustreben.

Es ist das erste Mal, dass Personen die nicht in Gebieten mit Entschädigungsanspruch leben, eine entsprechende Forderung an das Unternehmen stellen.

Die Einwohner der Städte Nasushiobara und Otawara, sowie der Ortschaft Nasu in der Präfektur Tochigi, fordern Schadensersatz wegen der radioaktiven Kontamination durch die AKW-Katastrophe vom März 2011.

Obwohl in den Gebieten zum Teil vergleichbare Belastungen der Luft nachgewiesen wurden, wie sie auch im mittleren Süden der Präfektur Fukushima herrschten, galten die Gemeinden der Nachbarpräfektur Tochigi bislang nicht als entschädigungsberechtigt.

Die Forderung umfasst neben einer offiziellen Entschuldigung, auch  Entschädigungen für emotionale Belastungen durch die Strahlungsangst zwischen 120.000 und 720.000 Yen pro Person, sowie einen finanziellen Ausgleich der gestiegenen Lebenserhaltungskosten.

Zusätzlich wird die Einrichtung eines Fonds für Dekontamination und Gesundheitskontrollen vom Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi gefordert.

Nun will man sich an die Schlichtungsstelle für die außergerichtliche Beilegung von Rechtsstreitigkeiten wenden.Das berichteten Kyodo und NHK.

Probeentnahmen wegen schlechten Wetters unterbrochen: Die Entnahme von Proben aus den Grundwasserbrunnen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, musste am Sonntag wegen schlechter Wetterverhältnisse gestoppt werden.

Signifikante Abweichungen habe man bei den bislang analysierten Proben nicht feststellen können. Hinweise auf Auffälligkeiten existierten nicht, so die Betreiberfirma TEPCO.

Strahlungsbelastung von Schulkindern unbedenklich: Ergebnisse einer Studie an 881 Schülern der Stadt Minamisoma, ergab mehrheitlich Strahlungsbelastungen unterhalb des zulässigen Grenzwerts.

Seit dem Herbst 2011 wurden  Einwohner der Stadt regelmäßigen Kontrollen von externer und inkorporierter Strahlungsbelastung untersucht. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum vom April 2012 bis März 2013.

Die Grund- und Mittelschüler im Alter von sechs bis 15 Jahren, die zum Zeitpunkt der Katastrophe zwischen 10 und 40 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt lebten, wiesen eine durschnittliche Strahlungsbelastung von 0,7 Millisievert auf.

Der ermittelte Höchstwert eines einzelnen Kindes lag bei 3,49 Millisievert.

Die Strahlungsbelastung lag bei etwa 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler unter dem Sicherheitsgrenzwert von einem Millisievert, etwa 90 Prozent war externe Belastung und in 99,7 Prozent der Fälle lag die inkorporierte Belastung unter dem Nachweiswert der Messgeräte.

Nach Meinung von Masaharu Tsubokura vom Institut für Medizinwissenschaften der Universität Tokyo und Verantwortlicher der Studie, bestehe im Bezug auf die Gesundheit bei keinem einzigen der Kinder ein Grund zur Besorgnis.

Die geringe Inkorporation im Vergleich zur Tschernobyl-Katastrophe von 1986, als 40 Prozent der Strahlungsbelastung inkorporierter Natur war, wird von den Experten auf die japanischen Grenzwerte für Lebensmittel zurückgeführt, die strenger als internationale Standards sind.

Die Ergebnisse wurden in einem Artikel des US-Wissenschaftsmagazins PLOS ONE veröffentlicht. Über dieErgebnisse der Studie berichtete die Mainichi Shimbun.

Übernahme von Wohnkosten für freiwillig Evakuierte wird gestrichen: Wie die Präfekturverwaltung Fukushima am heutigen Montag mitteilte, werde man die finanziellen Hilfen für einige Evakuierte einstellen.

Die Pläne zur Einstellung von Finanzhilfen für Personen die aus Eigeninitiative evakuierten, waren bereits vorgestellt worden.

Nun erwägt die Präfektur, statt des bisherigen Wohngelds, die notwendig werdenden Umzüge mitzutragen und für Haushalte mit geringem Einkommen Mietzuschüsse zu leisten, sobald die Kostenübernahme ausgelaufen ist.

Die Übernahme der Wohnkosten von Personen, die noch vor Erlassung einer offiziellen Evakuierungsaufforderung flohen, war ursprünglich als Zwei-Jahres-Maßnahme angelegt, jedoch jeweils um ein weiteres Jahr verlängert worden.

Präfekturgouverneur Masao Uchibori erklärte, angesichts des voranschreitenden Wiederaufbaus sei eine solche Kostenübernahme nur noch schwer zu rechtfertigen.

Im Fall von Personen, die ihr Haus durch den Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011 verloren, steht eine mögliche Verlängerung der Frist zur Diskussion – abhängig von den Fortschritten im sozialen Wohnungsbau. Über die Entscheidung berichtete die jiji.

Wiederinbetriebnahme nach ALPS-Störung: Kraftwerksbetreiber TEPCO machte am Wochenende weitere Angaben zu einer bereits gemeldeten elektrischen Störung am Multinuklid-Filtersystem ALPS.

Demnach könnte es im Zusammenhang mit der Vorrichtung zur automatischen Wasserstandsermittlung zum technischen Problem gekommen sein.

Nachdem keine weiteren Betriebsprobleme festgestellt werden konnten, wurden die Filtereinheiten wieder in Betrieb genommen.

Weshalb es nicht nur zum normalen Alarm gekommen war, sondern eine schwere Störung gemeldet wurde, werde noch untersucht, erklärte TEPCO.

Schwierigkeiten an Gasmanagmentsystem : Vor Beginn des Wochenendes war es am Gasmanagement-System B von Reaktor 1, zu einem Spannungsabfall gekommen, so dass keine Daten mehr geliefert wurden.

Durch die Daten der Einheit A war jedoch weiterhin eine Kontrolle des Reaktorzustands möglich. Ein Zusammenhang mit der Verstopfung einer Kühleinrichtung durch Verschmutzungen schien wahrscheinlich.

Nach Arbeiten schien die Einrichtung am Freitag zunächst wieder korrekte Daten zu liefern, bevor es am Samstag erneut zu einer Störung kam. Einheit A liefert weiterhin zuverlässige Daten und zeigt keine Auffälligkeiten.

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