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Fukushima aktuell: Mehr Sicherheit für Rückkehrer in Evakuierungsgemeinden

Einige Evakuierte erhalten bei Rückkehr zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

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Artikelbild - eine Videokamera zur Überwachung (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Rückkehrer sollen sich an früheren Wohnorten sicher fühlen (Symbolfoto: pd)

Das Gefühl von Sicherheit ist für Rückkehrer in Gemeinden der Präfektur Fukushima heute genau so wichtig, wie zum Zeitpunkt ihrer Flucht – gab es doch in der Zwischenzeit immer wieder Fukushima News über Einbrüche und Plünderungen in evakuierten Gebieten.

Derweil fühlen sich andere Betroffene in Japan aktuell von einer neuen PR-Maßnahme des AKW-Betreibers TEPCO brüskiert. Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Juli 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Polizei verleiht Überwachungssysteme an rückkehrwillige Senioren
  • Bürgermeister von Fukushima lehnt Messpostendemontage ab
  • Erstmals TV-Werbung für TEPCO seit der AKW-Katastrophe
Polizei verleiht Überwachungssysteme an rückkehrwillige Senioren

Die Präfekturpolizei will Senioren ab 65 Jahren, die in ihre einstigen Wohnorte im früheren Sperrgebiet zurückkehren wollen, insgesamt 600 Überwachungskameras und Lichtsensoren zur Verfügung stellen.

Beantragen können die Sicherheitsdienstleistungen einstige Einwohner von Iitate, Kawamata, Namie und Tomioka bei den zuständigen Verwaltungen, die nach der AKW-Krise in andere Gemeinden umzogen.

Die Nutzungsdauer ist zunächst auf ein Jahr beschränkt, kann jedoch auf Wunsch weiter verlängert werden. Da es sich um Batteriebetriebene, bzw. durch Solarenergie gespeiste Anlagen handelt, sind die Geräte auch für den technischen Laien verständlich.

Bislang gibt es 211 Anträge auf Bereitstellung der Sicherheitsmaßnahmen. Polizeibeamte werden bei der Anbringung und Konfiguration der Systeme helfen. Durch das Angebot soll dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung getragen werden.

Über dieses Angebot berichteten mehrere Präfekturmedien.

Bürgermeister von Fukushima lehnt Messpostendemontage ab

Am gestrigen Mittwoch erklärte Hiroshi Kohata, Bürgermeister der Stadt Fukushima, seine Ablehnung der Entfernung von Messposten zum Nachweis der Umgebungsradioaktivität aus dem Stadtgebiet ab.

Es sei nicht akzeptabel, dass radioaktiv belastete Dekontaminationsabfälle noch in der Stadt verblieben, ohne dass eine Kontrolle darüber möglich sei. Deren Verlegung in ein Zwischenlager ist zwar für das Jahr 2020 geplant – einen Terming gibt es jedoch nicht.

Bis zum Abtransport der radioaktiv belasteten Abfälle sei es ratsam, eine angemessene Zahl der 371 öffentlichen Echtzeit-Dosimeter, etwa an Schulen und Kindergärten in der Stadt Fukushima beizubehalten.

Diese sollen jedoch nach dem Willen der Regierung entfernt werden. 23 weitere stationäre und mobile Messgeräte sind nicht von der Demontageforderung betroffen.

Grund für die groß angelegte Demontage in der gesamten Präfektur sind, neben der gesunkenen Umgebungsradioaktivität, vor allem Wartungskosten durch natürliche Schäden und Vandalismus an Messposten.

Wie genau die „angemessene Zahl“ der beizubehaltenden Anlagen aussehe, müsse man beispielsweise durch Befragungen der Öffentlichkeit ermitteln. Über diese Positionierung im Messposten-Streit berichteten Präfekturmedien.

Erstmals TV-Werbung für TEPCO seit der Fukushima-Katastrophe

Erstmals seit der Nuklearkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi am 11. März 2011 will Tokyo Electric Power (TEPCO) wieder Werbung in Radio und Fernsehen für das Angebot an Elektrizität und Gas ausstrahlen lassen. Diese Pläne stoßen jedoch auf Kritik.

Das Elektrizitätsunternehmen hatte nach der AKW-Krise mehrere Jahre lang auf die Verwendung des  bisherigen Firmen-Maskottchens „Denko-Chan“ verzichtet und erst im Rahmen einer Energiesparkampagne 2014 auf der Webseite wieder eingesetzt.

Jetzt hat Denko-chan offenbar endgültig ausgedient, denn ab dem heutigen Mittwoch soll aber nun das neue Maskottchen „Tepcon“ bis Ende September sogar in in Fernsehspots und Radio-Einspielungen für die Dienstleistungen des Unternehmens werben.

Zeitungswerbung hatte der AKW-Betreiber bereits seit März gestartet.

Während TEPCO die PR-Maßnahme mit dem steigenden Konkurrenzdruck zu rechtfertigen versucht, kritisieren Bürger das Werbeprojekt als Geldverschwendung. Die investierten Summen hätten vielmehr in die Stilllegung des Katastrophen-AKWs fließen sollen.

Der Elektrizitätsanbieter versichert jedoch, gerade die Gewinnung neuer Kunden werde die Finanzierung erleichtern, so dass man den Erwartungen entsprechen und die Verantwortung für Stilllegung, Entschädigung und Wiederaufbau der Opfer übernehmen könne.

Über den Sendebeginn des umstrittenen TEPCO-Häschens berichtete die Nikkei.