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Fukushima aktuell: Mehr Unterstützung für krebskranke Kinder gefordert

Tempelkonzert soll Bewusstsein für das Schicksal krebskranke Kinder stärken

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Artikelbild - Mokugyo/Holzfisch (Foto: Sachidon-san, Photozou cc-by-sa)
Tempel-Konzert soll Bewusstsein für krebskranke Kinder in Fukushima schaffen (Symbolfoto: Sachidon-san, photzou, cc-by)

Die Folgen der Tohoku-Katastrophen sind in Fukushima heute nach wie vor existent – auch wenn sie nicht in Gestalt von Geisterstädten und Strahlungsschutzanzügen daherkommen. Allerdings könnte das Bewusstsein für die Ereignisse und ihre Konsequenzen verblassen.

Die aktuellen Fukushima News befassen sich daher sowohl mit der Bewältigung von Folgen, als auch mit Bemühungen um eine korrekte Weitergabe des Geschehenen. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Tempelkonzert zur Unterstützung krebskranker Kinder in Fukushima
  • Führung für Lehrer auf dem Gelände des AKW Fukushima
Tempelkonzert zur Unterstützung krebskranker Kinder in Fukushima

Am Samstag fand im Tempel Senpukuji im Tokyoter Bezirk Shinjuku ein Konzert statt, in dessen Rahmen auf das Schicksal der krebskranken Kinder in Fukushima aufmerksam gemacht wurde. Der Veranstaltung wohnten etwa 70 Zuhörer bei.

Das Event bestand aus neun Liedern, die unter Verwendung japanischer Trommeln und des so genannten Mokugyo („Holzfisch“) vorgetragen wurden. Bei letzterem handelt es sich um ein Schlaginstrument aus der buddhistischen Ritualmusik.

Veranstalter war die Nichtregierungsorganisation „3.11 Fund for Children with Thyroid Cancer„, die Betroffene bei der Bewältigung von Kosten für die medizinische Behandlung finanziell unterstützt.

Eingebunden in die Vorführung war die Verlesung des Briefs einer Patientin, die von den psychischen und finanziellen Belastungen berichtete und darum bat, den Kreis der Unterstützer weiter zu vergrößern.

Auch schilderte sie in dem Brief die Sorgen und Nöte ihrer Familie, etwa wegen der Probleme bei der Suche nach einem Ehepartner und aufgrund der Diskriminierung, die man auch als früherer Bewohner der Präfektur Fukushima zum Teil immer noch erfährt.

Insgesamt habe die Familie mehr Probleme, als sie selbst, erklärte die Krebspatientin in ihrem Brief. Über die musikalische Veranstaltung berichteten Präfekturmedien aus Fukushima.

Hintergrund

Nach der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi waren bei Schilddrüsen-Kontrollen an Kindern bis 18 Jahren zunächst Knoten an der Schilddrüse festgestellt und in den folgenden Jahren auch Fälle von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden.

Die scheinbare Häufung wird von Experten nach wie vor mehrheitlich mit „Überdiagnosen“ erklärt – durch die genaueren Screenings würden Veränderungen frühzeitig erkannt, was den Eindruck eines Anstiegs erwecke.

Führung für Lehrer auf dem Gelände des AKW Fukushima

Durch eine Initiative der Nichtregierungsorganisation „Happy Road Net“ aus Hirono, war es 12 Oberschullehrern erstmals möglich, das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu besichtigen und sich so einen Eindruck von der Situation zu verschaffen.

Hintergrund der Initiative ist der Wunsch, kommende Generationen möglichst wahrheitsgetreu über die Entwicklungen zu informieren und ein realistisches Bild der Situation bieten zu können.

Die Idee entstand, nachdem die NGO einige Schüler aus Fukushima nach Weißrussland eingeladen hatte, so dass sie dort einen Blick auf die Situation nach der Katastrophe am Kernkraftwerk Tschernobyl werfen konnten.

Dabei kam der Eindruck auf, dass bessere Kenntnisse über Radioaktivität notwendig für ein umfassendes Verständnis sind, worauf gemeinsam mit dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, die Einladung der Lehrer erfolgte.

Zu der Tour gehörte unter anderem eine Besichtigung des intakt gebliebenen Reaktors 5 und ein Blick aus der Ferne auf Gebäude der Reaktoren 1 bis 4, sowie Erläuterungen zur Situation. Über den Besuch berichteten Präfekturmedien.